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Nord 25-jähriges Jubiläum des Werkhofs
Hannover Aus den Stadtteilen Nord 25-jähriges Jubiläum des Werkhofs
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11:00 27.06.2013
In den fünfziger Jahren brummte das Geschäft mit den Aufzügen von Friedrich Hävemeyer, August Sander und Mechaniker Louis Knölke in der Nordstadt. Quelle: Archiv
Nordstadt

Mehrere leerstehende Fabriken haben sich in Hannover seit Langem gewandelt: Aus einer Industriebrache entstand zum Beispiel das Kulturzentrum Faust in Linden-Nord. Das Sprengel-Gelände in der Nordstadt wurde erst einmal besetzt. Doch genau gegenüber in der Schaufelder Straße nahm die ehemalige Aufzugsfabrik Hävemeier & Sander einen ganz anderen Weg. Nach etwas schwierigen Anfängen etablierte sich hier der Werkhof, der nun sein 25-jähriges Bestehen feierte.

Als Architekt hatte Sven Rickertsen sich bereits viel mit der Umnutzung alter Firmen befasst, als er 1988 das Projekt zusammen mit Gleichgesinnten ins Leben rief. „Unsere Vision war eine grüne Oase in der Nordstadt, ökologisch durchdacht und belebt mit Arbeitsplätzen, die im Stadtteil bleiben“, erzählt Rickertsen. Gleich am Anfang fanden sich 17 Kleinunternehmer als Mieter für den geplanten Gewerbehof. Im damaligen Sanierungsgebiet Nordstadt war das Vorhaben, das manche alternativ nannten, durchaus politisch gewollt. Doch keiner der möglichen Töpfe öffnete sich. Nach kurzer Zeit trennten sich der Architekt und ein eigens für das Projekt gegründeter Verein, weil beide Seiten sehr unterschiedliche Vorstellungen über die Kosten für den Fabrikumbau hatten.

Von der Vision ist vieles geblieben

Rickertsen selbst gab dem Werkhof eine Zukunft, indem er zunächst zehn Millionen Mark dafür investierte. Mit ins Boot holte er Christopher Zietzschmann, der danach viele Jahre Geschäftsführer des Werkhofs war. „An Fördermitteln gab es weiterhin nichts oder nur ganz wenig“, sagt Rickertsen. Doch 1996 gelang ein wichtiger Schritt: Mit neuer Haustechnik, neuen Treppenaufgängen und einem Blockheizkraftwerk wurde der erste Bauabschnitt fertig. Zugleich wurden einige Dächer begrünt und Regenwassertanks für die Toilettenspülung installiert. Der Vorbesitzer beseitigte derweil laut Vertrag die Altlasten auf dem Gelände.

Von den ersten Mietern ist heute nur noch ein Lohnsteuerhilfeverein geblieben. Ansonsten hat sich auf dem Gelände erneut vieles geändert. Die beiden großen ehemaligen Fabrikhallen verbindet ein Glasdach, durch das das Licht in einen Veranstaltungssaal fällt. Zur Kniestraße hin eröffnete der Werkhof im Jahr 2000 als Neubau hinter historischer Fassade das Hotel „Schlafgut“. Das frühere „Luna Blue“ ersetzte 2003 das Restaurant „Zwischenzeit“, das seitdem ebenfalls in Eigenregie geführt wird.

Die 20 fest vermieteten Büros auf dem Gelände nutzen heute vor allem Dienstleiter, darunter Software-Entwickler, mehrere Architekten und eine Sprachschule. „Als Hauptgeschäft aber haben wir jährlich an die 15.000 Teilnehmer von Tagungen und Seminaren, denen wir die Räumlichkeiten und die technische Ausstattung bieten“, erläutert Bahne Zander. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler und Sohn von Sven Rickertsen übernahm 2012 die Geschäftsführung. Sein Vater meint, dass von der Vision aus der Anfangszeit vieles geblieben ist. Gewachsen ist indes die Rolle als Arbeitgeber. Im Hotel, im Restaurant und allen anderen Räumen des Werkhofs sorgen inzwischen 40 Mitarbeiter dafür, dass täglich alles so läuft wie es soll.

Gerda Valentin

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