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38-Jährige zweimal im Taxi vergewaltigt

Nordstadt 38-Jährige zweimal im Taxi vergewaltigt

Eine 38-jährige Frau ist vor einer Woche auf der Heimfahrt mit dem Taxi zweimal vom Fahrer des Wagens vergewaltigt worden. Der 48-jährige Tatverdächtige sitzt jetzt in Haft. Er hatte schon einmal Ärger mit der Justiz. Wie die Staatsanwaltschaft bestätigte, war er im Jahr 2002 wegen sexueller Nötigung angeklagt.

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In der vergangenen Woche ist eine 38-Jährige zweimal von einem Taxifahrer vergewaltigt worden.

Quelle: dpa

Nordstadt. „Das Verfahren wurde aber nach Zahlung eines Bußgeldes eingestellt", sagt Staatsanwältin Kathrin Söfker. Der 48-Jährige gilt daher als nicht vorbestraft.

Am vergangenen Dienstagmorgen war die 38-Jährige gegen 4.30 Uhr in den VW-Bus des 48-Jährigen gestiegen, um sich in ihre Wohnung fahren zu lassen. Auf dem Weg dahin hielt der Taxifahrer allerdings zweimal an, verriegelte die Türen des Busses, hielt die Frau, die auf dem Beifahrersitz saß, fest und verging sich an ihr. Am Herrenhäuser Kirchweg stoppte er dann sein Taxi erneut, um sein Opfer aussteigen zu lassen. Die 38-Jährige alarmierte sofort die Polizei.

Schnell geriet der 48-Jährige, der selbstständiger Unternehmer ist, sich seine Fahrten aber über den Taxiruf 3811 vermitteln lässt, in den Fokus der Ermittlungen. Unter einem Vorwand bestellten die Fahnder den Verdächtigen am Freitag zu einer Adresse in der Hanomagstraße, in die unmittelbare Nachbarschaft des Kriminaldauerdienstes, dessen Beamte mit der Aufklärung des Falls befasst waren. Dort erwarteten die Polizisten den verdutzten Taxifahrer mit richterlichem Haftbefehl und Durchsuchungsbeschluss. Der 48-Jährige schweigt zu den Vorwürfen und lässt sich anwaltlich vertreten.

Die Taxizentrale hat inzwischen auf den Vorfall reagiert. „Wir haben sofort die Fahrerkarte des Betreffenden gesperrt, sodass er nicht mehr für uns tätig sein kann“, sagt Reinhard Bellmann, der Geschäftsführer des Taxiruf Hannover. Der 48-Jährige, der bereits seit Jahren mit dem Taxiruf zusammenarbeite, sei bislang nie negativ aufgefallen. „Er war immer freundlich, liebenswürdig und gut gekleidet“, erinnert sich Bellmann. Der Taxiruf-Chef setzt sich schon lange dafür ein, dass in allen Taxen der Stadt Kameras installiert werden. „Wir sind da derzeit in guten Gesprächen mit dem Datenschutzbeauftragten“, sagt Bellmann.

Die Behörde lehnt das Ansinnen der Taxifahrer nicht grundsätzlich ab, sieht allerdings noch Klärungsbedarf. „Eine komplette Aufzeichnung einer Fahrt, so wie es die Taxiunternehmer wollen, wird es mit uns aus Datenschutzgründen nicht geben“, sagt Behördensprecher Michael Knaps. Denkbar sei jedoch, dass die Kamera per Druck auf den Notrufknopf, der bereits jetzt in den Wagen eingebaut ist, aktiviert werden könne.

Auch Peter Größer, der Sprecher des Taxifahrer Vereins Hannover, spricht sich für die Installation von Videokameras in Taxen aus. „Die Erfahrungen in anderen Städten sprechen eine deutliche Sprache.“ In Bremen und Magdeburg, wo Taxis mit Kameras ausgerüstet sind, ist Größers Angaben zufolge die Zahl der Straftaten in den Wagen der Taxiunternehmen deutlich zurückgegangen.

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Foto: Hannoversche Taxifahrer sorgen sich um ihren Ruf.

Die Vorwürfe gegen einen ihrer Kollegen wiegen schwer. Der 48-jährige Taxifahrer Ibrahim T. soll eine Frau vergewaltigt haben, die sich von ihm nach Hause fahren ließ. Nun fürchten hannoversche Taxifahrer, dass der Vorfall auf sie alle zurückfallen könnte. „Durch so eine Sache werden wir alle in Misskredit gezogen“, sagt Fahrer Habib Zadeh.

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