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Nord Aha-Erlebnisse im Holzturm
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Aha-Erlebnisse im Holzturm
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14:05 25.06.2010
Das Zuhause immer dabei: Der Architekt Han Slawik in seiner mobilen HomeBox 1. Quelle: Schmidt

Auf einer Grundfläche von knapp sieben Quadratmetern entwickelte der hannoversche Architekturprofessor Han Slawik zusammen mit der Architektin Sonja Tinney einen dreistöckigen Holzcontainer, der im Prinzip alles bietet, was man zum Wohnen braucht. Ein unbewohnter Prototyp steht in der Herrenhäuser Straße 8 gegenüber vom Großen Garten. Er ist eines von 121 Objekten, die am 15. Tag der Architektur in Niedersachsen und Bremen am Sonntag, 27. Juni, zu begutachten sind.

Sieben Quadratmeter Grundfläche bedeuten nicht, dass man sich pro Etage komfortabel auf dieser Fläche ausbreiten könnte. Abzuziehen sind noch die immerhin 13 Zentimeter dicken, gedämmten Holzwände und eine Minitreppe. Dann landet man bei etwa fünf Quadratmetern pro Etage. Mit der HomeBox 1 wollten Slawik und Tinney ein transportables Minihaus in den Maßen eines international genormten Frachtcontainers entwerfen. Der Wohncontainer kann mit genormten Hebe- und Transportmitteln weltweit transportiert und aufgestellt werden.

Etwa 25 000 Euro kostet der Prototyp. Slawik rechnet aber damit, dass man diese Kosten auf etwa die Hälfte reduzieren kann, wenn die Box in Kleinserie geht. Anfragen haben die Box-Bauer bereits in Hülle und Fülle. „Vor allem Schauspieler und andere Menschen mit wechselnden Arbeitsorten haben angefragt“, erklärt Han Slawik. Er kann sich auch gut vorstellen, dass HomeBoxen übergangsweise Baulücken füllen oder zu Großveranstaltungen als Unterkünfte aufgebaut werden. Die Boxen können auch kombiniert werden, sodass mehrere Elemente über eine einzige Treppe erschlossen werden, was wertvollen Raum spart.

Die Gebäudetechnik ist variabel und ermöglicht den Anschluss ans städtische Wasser-, Abwasser- und Stromversorgungsnetz. Die HomeBox 1 hat eine technische Grundausstattung, die dem Komfort in einem Wohnwagen entspricht. Die Dusche ist beispielsweise ein schwarzer Wasserkanister, der in der Sonne aufgeheizt wird und dann von einem Küchenschrank aus in die benachbarte Nasszelle rieselt. Campingtoilette und Propangasherd, Klappbett, Klappschreibtisch und Küchenklappbänke – praktisch alle Möbel lassen sich „wegzaubern“.

Auch die Terrasse ist sehr variabel. Im geschlossenen Zustand ist sie gleichzeitig der horizontal angebrachte Fensterladen für die die ganze Containerwand ausfüllende Terrassentür. Klappt man den Fensterladen aus, können die Bewohner bei schönem Wetter auf gut zwei mal zwei Metern ein kleines Gartenmöbel-Ensemble oder einen Liegestuhl aufstellen und haben so direkten Kontakt zur Außenwelt. Im Turmzimmer darüber schwebt man über den Dingen, was die Erfinder dem gelegentlichen Ruhebedürfnis des Menschen entsprechend so vorgesehen haben. Der derzeit paradiesische Ausblick auf den Großen Garten ist allerdings nicht transportabel.

Karin Vera Schmidt

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