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Nord Belasten die Enercity-Bauarbeiten den Verkehr?
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Belasten die Enercity-Bauarbeiten den Verkehr?
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01:15 14.01.2019
Enercity reißt die alten Gebäude an der Glocksee ab. Anwohner hoffen, dass der Bauschutt über die Braunstraße abtransportiert wird. Quelle: Johanna Stein
Calenberger Neustadt

Bis 2021 bauen die Stadtwerke Hannover an ihrem Standort gegenüber dem Ihme-Zentrum ein neues Bürogebäude, seit Dezember wird die alte Enercity-Zentrale zerlegt. Eine Anwohnerin des angrenzenden Wohngebiets fürchtet nun eine enorme Belastung durch den Baustellenverkehr. Denn dieser wird laut Enercity-Sprecher Carlo Kallen nicht nur über die Braunstraße, sondern auch über die Glocksee- und Lenaustraße geführt – und damit direkt durch das Wohngebiet.

Seit mehr als 30 Jahren wohnt Cordula Lüdtke-Eichhorn an der Glockseestraße – schon jetzt höre sie jeden Morgen ab halb 6 die Autos der ersten Enercity-Mitarbeiter, die zur Arbeit fahren. An Tempo 30 halte sich auch längst nicht jeder. „Aber bisher ist das alles erträglich, da will ich nicht meckern“, sagt sie. Doch wenn nun auch noch Lastwagen die rund 10.000 Tonnen Bauschutt an ihrem Haus vorbeitransportieren würden, „dann habe ich ein bisschen Angst“, sagt sie. Zumal oft an beiden Seiten der Straße Autos parken. „Das wird verflucht eng“, sagt sie.

400 Lkw-Ladungen Bauschutt

Zwar erreichen die großen Abrissmaschinen das Gelände über die Feuerwehrzufahrt an der Braunstraße, doch auch die kleineren Straßen im Wohngebiet werden „abhängig von der Verkehrslage, Größe und Last der Fahrzeuge und Maschinen genutzt“, teilte Kallen mit. Allein die Menge des Bauschutts entspricht nach den Berechnungen der Firma A&S Betondemontage rund 400 Lkw-Ladungen.

Auch die künftig rund 550 Mitarbeiter an dem Standort in der Calenberger Neustadt sowie die Kunden sollen das Gelände über beide Zufahrten erreichen können, so Kallen. Bereits jetzt würden allerdings ohnehin nur wenige Mitarbeiter mit dem Auto zur Arbeit fahren. Das wolle Enercity auch weiterhin fördern – mit dem Angebot der GVH-Mobilcard, überdachten Fahrradstellplätzen und entsprechenden Sanitär- und Umkleidebereichen.

So richtig zufrieden ist Lüdtke-Eichhorn mit diesem Plan nicht. „Es wäre fair, in Zukunft den gesamten Verkehr über die Braunstraße zu leiten“, findet die Anwohnerin. Sie erinnert sich noch gut an die Abgrabungen am Ihmeufer vor einigen Jahren, gegen die sich auch Lüdtke-Eichhorn in einer Bürgerinitiative engagiert hatte. „Da standen die Lkw bei uns in der Straße Schlange, das wollen wir alle nicht noch mal“, sagt sie. „Und wenn es mal keinen Stau gab und die Lkw fahren konnten, dann haben die Wände gewackelt.“

So soll die neue Enercity-Zentrale an der Glocksee aussehen. Quelle: Enercity

Stadtwerke investieren 70 Millionen Euro

Ab 2021 sollen auch die Mitarbeiter aus dem Büroturm im Ihme-Zentrum in den Enercity-Neubau an der Glocksee einziehen. Rund 70 Millionen Euro investiert der Energieversorger in das Bauprojekt. Bis März wird der Abriss inklusive der Fundamente dauern. Voraussichtlich ab Juni soll auf dem Glocksee-Grundstück die Baugrube vorbereitet werden. Ab 2020 soll nach Plänen des Stuttgarter Architekturbüros Haas Cook Zemmrich der Neubau mit viel Glas in der Fassade errichtet werden. jst

Von Johanna Stein

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