Die Bergung der am Montag in Stöcken verunglückten Stadtbahn hat sich am Mittwoch weiter verzögert. Ein eigens für den Abtransport des tonnenschweren Wracks angemieteter Schwertransporter aus Hamburg traf nicht wie zunächst geplant am Nachmittag, sondern erst gegen 21 Uhr in Hannover ein. „Wir hoffen, dass die Stadtbahn gegen 23 Uhr am Haken hängt und auf den Tieflader manövriert werden kann“, sagte Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Dennoch bleibe es bei dem erklärten Ziel, die Stadtbahnstrecke zwischen Roderbruch und Garbsen am Donnerstagmorgen wieder für den regulären Verkehr freizugeben. „Die erste Bahn soll um 4.16 Uhr in Garbsen starten“, sagte Iwannek.
Die Techniker der Verkehrsbetriebe stellten sich am Mittwoch auf einen stundenlangen nächtlichen Einsatz ein. Das Spezialfahrzeug aus Hamburg sollte am Abend zunächst einen Halt auf dem Betriebshof in Leinhausen einlegen, um dort für den Transport des 40 Tonnen schweren Silberpfeils nachgerüstet zu werden. „Unsere Werkstatt muss den Tieflader zunächst präparieren, damit die Bahn auf die Ladefläche passt und auch sicher steht“, sagte Üstra-Sprecher Iwannek. Erst dann könne mit der eigentlichen Bergung der Bahn an der Unfallstelle am Jädekamp in Stöcken begonnen werden.
Bei dem Unfall waren am Montagmorgen mehrere Fahrgäste leicht und der 22-jährige Stadtbahnfahrer schwer verletzt worden. Ein Lkw war aus ungeklärter Ursache direkt vor die herannahende Bahn gefahren, als er nach links auf einen Zubringer zur A 2 abbiegen wollte. Möglicherweise übersah der Lastwagenfahrer das Rotlicht einer Ampel. Die Ermittlungen der Polizei in dem Fall werden voraussichtlich noch Tage in Anspruch nehmen.
Acht der insgesamt 70 Fahrgäste an Bord erlitten Prellungen und Schnittwunden. Die Üstra kündigte an, die Betroffenen bei der Forderung ihrer Rechtsansprüche gegenüber dem mutmaßlichen Unfallverursacher zu unterstützen. „Einige der verletzten Fahrgäste haben sich bereits bei uns gemeldet“, sagte der Üstra-Sprecher. Auf Wunsch könnten sie während der ersten Bahnfahrten nach dem Unglück den Üstra-Begleitservice in Anspruch nehmen. Zahlreiche Fahrgäste standen nach dem Zusammenstoß unter Schock. Augenzeugen berichteten von Menschen, die in Tränen ausbrachen oder in eine regelrechte Schockstarre verfielen.
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