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Probe- und Konzertraum

Chorzentrum entsteht in der Christuskirche

Von Andreas Schinkel

Der Weg für ein „Internationales Chorzentrum Hannover“ ist frei. Bereits im Frühjahr 2012 sollen in der Nordstädter Christuskirche die Bauarbeiten für einen neuen Proben- und Konzertraum beginnen. Mit der Unterzeichnung eines sogenannten Vorvertrags gaben Stadtkirchenverband, Mädchenchor und Nordstädter Kirchengemeinde am Montag den Startschuss für das Vorhaben.
Foto: Die Christuskirche wird zum „Internationalen Chorzentrum Hannover“.

Die Christuskirche wird zum „Internationalen Chorzentrum Hannover“.

© Michael Soboll (Archivfoto)

Hannover. ie neugotische Kirche wird künftig in erster Linie zum Domizil für den Mädchenchor, der sich bisher mit beengten Verhältnissen im Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium begnügen musste. Der Raum in der Kirche soll aber auch für andere Ensembles geöffnet werden und insbesondere Kinder- und Jugendchören zugutekommen. „Dort können Seminare und Meisterkurse etwa mit ausländischen Musikern abgehalten werden“, sagt die Leiterin des Mädchenchors, Prof. Gudrun Schröfel.

Gut zwei Millionen Euro betragen die Kosten für den Bau. Die Finanzierung teilen sich Stadtkirchenverband, Mädchenchor und Nordstädter Kirchengemeinde. Allerdings steht der Betrag nicht komplett zur Verfügung, dem Vernehmen nach fehlt noch eine sechsstellige Summe. Daher wird jetzt ein Förderverein ins Leben gerufen, der sich um Spenden bemühen soll.

Geplant ist, im Inneren der denkmalgeschützten Christuskirche einen zusätzlichen, rund 160 Quadratmeter großen Raum zu schaffen. Das gelingt Architekt Roger Ahrens dadurch, dass er den Fußboden anhebt und wie eine Freitreppe bis zur Orgelempore ansteigen lässt. Unter der Treppe befindet sich der Übungsraum, der 100 Sängern Platz bietet. „Das Ganze ist mit dem Denkmalschutz abgestimmt und könnte auch zurückgebaut werden“, sagt Ahrens.

Aber nicht nur in der Kirche wird ein Raum für den Mädchenchor geschaffen, auch im gegenüberliegenden Gemeindezentrum stehen den Sängerinnen künftig mehrere Übungsräume sowie der Gemeindesaal zur Verfügung. „Die Gemeinde zieht sich Schritt für Schritt zurück“, sagt der Nordstädter Pastor Matthias Grießhammer. Das bedeute aber nicht, dass man sich verdrängt fühle. Im Gegenteil: Seit Jahrzehnten warte die Gemeinde auf die längst überfällige Sanierung des Fußbodens und die Modernisierung der Heizung in der Christuskirche. Beides wird jetzt zusammen mit dem Bauvorhaben realisiert. „Schön, dass wir nicht weitere 20 Jahre in der Kälte sitzen“, sagt Grießhammer.

Das Chorzentrum in der Christuskirche ist das Ergebnis zäher Verhandlungen zwischen Kirche und Mädchenchor. Inwieweit sich die Räume tatsächlich für andere Ensembles öffnen, das Zentrum also seinem Namen gerecht wird, bleibt abzuwarten.

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