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Sturm sorgt für viele Einsätze der Feuerwehr

Schäden in der Region Sturm sorgt für viele Einsätze der Feuerwehr

Starker Wind und Böen von bis zu 95 Stundenkilometern haben den Rettungskräften in Hannover und der Umgebung am Freitag viel Arbeit beschert. Bis 18.30 Uhr musste die Feuerwehr zu 25 wetterbedingten Einsätzen ausrücken. Der Sturm deckte Dächer ab und entwurzelte Bäume.

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Die Feuerwehr im Dauereinsatz: Ein Baum stürzte auf ein Restaurant in Marienwerder.

Quelle: Birgit Dralle-Bürgel

Hannover. „Wir waren für die Situation aber gut vorbereitet“, sagte Feuerwehrsprecher Michael Hintz. „Mit unseren Kräften und der Unterstützung durch die Freiwillige Feuerwehr konnten wir die Einsätze zügig abarbeiten.“ Bei einem dieser Einsätze musste ein etwa 120 Jahre alter Baum in der Südstadt gefällt werden. Eine Windböe hatte gegen 16 Uhr seinen Stamm gespalten. Der etwa 25 Meter hohe Spitzahorn stand an der Planckstraße direkt neben dem Landesmuseum.

Eine verbaute Sicherung verhinderte zwar, dass ein Teil der Krone hinabstürzte und Passanten verletzte, der Baum musste danach aus Sicherheitsgründen dennoch gefällt werden. Die Stahlseile, die zur Sicherung des alten Baumes angebracht waren, drohten, sich aus ihrer Verankerung zu lösen.

Die Feuerwehr muss ran: Auf dem Media Markt in Vahrenwald sichern die Einsatzkräfte die abgelösten Dachteile.

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Ab 16 Uhr begann die Feuerwehr, das Areal abzusperren und gut 25 geparkte Autos aus der Gefahrenzone zu schleppen. Gegen 17.15 Uhr begannen dann Mitarbeiter der Firma Janisch Gartenbau Ast für Ast die Krone des Hünen abzusägen. Lange nach Einbruch der Dunkelheit wurde dann der etwa 1,20 Meter dicke Stamm gefällt und zerlegt.

In Marienwerder wurde ein weiterer Baum Opfer des Sturms. Eine Windböe entwurzelte die gut 30 Meter hohe Buche in einem Waldstück direkt neben dem China-Restaurant „DeLuxe“ an der Garbsener Landstraße. Die Inhaber hatten dabei Glück im Unglück: Der Baum kippte zwar in die Richtung ihres Hauses und stürzte auf einen kleinen Anbau neben dem Hauptgebäude. Das Dach des Hauses wurde aber nicht schwer beschädigt.

Wesentlich größeren Schaden richtete der Sturm an dem Gebäude der Media-Markt-Filiale in Vahrenwald an. Bereits um 13 Uhr hatte der Wind etwa 500 Quadratmeter der Dachpappe von dem flachen Gebäude an der Vahrenwalder Straße abgelöst. Das Isoliermaterial klappte sich zur Seite, ein Teil der Styroporunterfütterung fiel vom Dach.

Der Sturm hat in vielen Orten in der Region Hannover Bäume zu Fall gebracht. An der Planckstraße in Hannover muss ein 120 Jahre alter Ahorn gefällt werden.

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„Es bestand aber zu keiner Zeit eine Gefahr für die Besucher des Marktes“, sagte Feuerwehrsprecher Michael Hintz. Dennoch zerschnitten die alarmierten Einsatzkräfte die abgetrennte Dachpappe mit Kettensägen, sammelten sie in einem Container und transportierten sie letztlich ab. Der Elektromarkt beauftragte daraufhin ein Dachdeckerunternehmen zur Sicherung des Daches.

Auch in Langenhagen sicherte die Feuerwehr ein Dach im Gewerbegebiet. Auf dem Gebäude einer Firma an der Münchner Straße drohte die Dachpappe hinunterzureißen. In Godshorn stürzte ein entwurzelter  Baum am Nachmittag auf ein am Rährweg geparktes Auto. Am Taunusweg fegte der Wind Ziegel von einem Gebäude.

In Isernhagen stürzten Bauteile von einem Haus an der Burgwedeler Straße. Sie verletzten eine 73 Jahre alte Frau leicht am Kopf.

Bei der Bahn kam es wegen des Sturms zu Verspätungen. Auf der Strecke von Wunstorf nach Hannover fiel für mehrere Stunden eine Schrankenanlage aus. Eine Windböe hatte offenbar den Antrieb beschädigt. Die Züge auf dieser Strecke mussten daher in dem Bereich der Kreuzung mit der Straße ihre Geschwindigkeit stark drosseln. Verspätungen von etwa zehn Minuten pro Zug waren die Folge.

Auch das Calenberger Land ist betroffen

Heftige Sturmböen mit bis zu 95 Stundenkilometer, vor denen der Deutsche Wetterdienst mit einer Unwetterwarnung informierte, fegten von Freitagmittag bis zum Abend auch über das Calenberger Land hinweg. Der Sturm lockerte Dachpfannen, die auf einen Gehweg fielen und entwurzelt Bäume, die vor ein Auto und ein Haus sowie einen anderen Baum stürzten. Verletzt wurde niemand. Die Sachschäden blieben laut Polizei gering.

Bei einem schweren Sturm sind am Freitag im Calenberger Land Bäume und Bauzäume umgestürzt und Dachpfannen gelockert worden. Mehrere Ortsfeuerwehren waren bis zum Abend im Einsatz. Es wurde niemand verletzt.

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Barsinghausen:

6.09 Uhr: Auf der S-Bahnstrecke zwischen Winninghausen und Barsinghausen knickte der Sturm laut Polizei kurz vor dem Bahnhof Barsinghausen einen großen Ast an einem Baum ab, der daraufhin in den Gleisbereich stürzte. Eine S-Bahn musste kurzzeitig anhalten, bis die Feuerwehr Barsinghausen das Hindernis beseitigt hatte.

16.30 Uhr: Ein Bauzaun wurde auf der Egestorfer Straße in Höhe einer Tankstelle durch Windböen umgestoßen. Der Bauhof der Stadt Barsinghausen sicherte den Zaun.

16.45 Uhr: Im Heckenweg stürzte der Sturm einen weiteren Bauzaun um. Wiederum musste der Bauhof die Gefahrenstelle beseitigen.

17.19 Uhr: Am Fritz-Reuter-Platz fegte der Sturm Dachpfannen vom Dach eines Wohnhauses und fielen auf eine Rasenfläche vor den Haus. Der Grundstücksbesitzer kümmerte sich um die Schadenbeseitigung.

17.54 Uhr: In Göxe stürzte auf der Levester Straße ein Bauzaun um. Polizeibeamte beseitigten die Gefahrenstelle.

Gehrden:

15.10 Uhr: Der Inhaber eines Schlüsseldienstes am Steintor sah laut Feuerwehr vom gegenüberliegenden Wohn- und Geschäftshaus mehrere Holz- und Metallteile vom Dach auf den Gehweg stürzen und rief den Notruf 112 an. Die Regionsleitstelle alarmierte die Ortsfeuerwehr Gehrden und die Drehleiter aus Ronnenberg. In etwa 10 Meter Höhe hatten sich laut Feuerwehr Dachpfannen durch den Sturm auf der Fläche von etwa einem Quadratmeter gelöst. Nach dem die Große Bergstraße für den Verkehr gesperrt war, konnten die Dachteile vom Korb der Drehleiter aus befestigt werden. Der Einsatz von 12 Feuerwehrleuten war nach 30 Minuten beendet.

17.13 Uhr: In der Straße Im Vogelsang war ein etwa vier Meter hoher Baum vom Grundstück eines Mehrfamilienhauses über den Gehweg zu einem benachbarten Wohnhaus umgestürzt und versperrte die Zugänge zu den Häusern. 12 Einsatzkräfte zersägten den Baum mit einer Motorsäge und beseitigten das Gehölz.

Ronnenberg:

17.23 Uhr: Eine etwa 20 Meter hohe Tanne, die auf dem Grundstück eines Mehrfamilienhauses am Gehweg der Kleine Feldstraße stand, war laut Feuerwehr in Richtung des Wohnhauses auf einen noch etwas höheren Laubbaum gestürzt. Die Tanne drohte auf mehrere am Straßenrand geparkte Autos und den Gehweg zu stürzen. Die alarmierte Ortsfeuerwehr Ronnenberg rückte mit 15 Einsatzkräften aus. Nach dem die Besitzer der Wagen ausfindig gemacht wurde und sie ihre Autos weggefahren hatten, kam die Drehleiter zum Einsatz. Ein Feuerwehrmann sägte zunächst mit einer Motorsäge alle Äste vom Stamm der Tanne ab. Dann konnte der Baumstamm in mehrere Teile zersägt und beseitigt werden. Zum ersten Einsatz nach der Auslieferung kam das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug. Mit der LED-Beleuchtung des Teles kopierbaren Lichtmastes wurde die Einsatzstelle taghell ausgeleuchtet. Der Einsatz war gegen 19.00 Uhr beendet.

Wennigsen:

13.21 Uhr: In der Hülsebrinkstraße gegenüber dem Amtsgericht hing laut Feuerwehr in etwa 15 Meter Höhe ein loser Ast in einer Baumkrone und drohte auf den Gehweg herunterzustürzen. Die Ortsfeuerwehr Wennigsen forderte die Drehleiter aus Barsinghausen an, um den Ast zu entfernen. Binnen einer Stunde war der Einsatz für 14 Feuerwehrleute beendet.

16.35 Uhr: An der Bundesstraße 217 stürzt laut Polizei eine Tanne zwischen Steinkrug und Völksen quer vor einen Mercedes E220 um. Ein 53-jähriger Autofahrer aus Springe konnte dem umstürzenden Baum zunächst auf den Überholfahrstreifen aufweichen und bremsen. Dann fuhr der Wagen aber noch durch die Baumkrone hindurch und kam schwer beschädigt auf dem rechten Fahrstreifen zum Stehen. 35 Einsatzkräfte aus den Ortsfeuerwehren Bredenbeck und Völksen beseitigten den Baum mit drei Motorsägen. Der nicht mehr fahrbereite Wagen wurde angeschleppt. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa 5000 Euro. Die Polizei sperrte die Bundesstraße 217 kurzzeitig in Fahrtrichtung Springe.

Von Jörn Kießler und Bernhard Herrmann

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