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Nord Das Ende der Vinnhorster Marktwirtschaft
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Das Ende der Vinnhorster Marktwirtschaft
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00:15 03.02.2013
Von Kristian Teetz
Ein Bild aus besseren Tagen: Der Wochenmarkt auf dem Vinnhorster Rathausplatz. Quelle: Martin Steiner
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Vinnhorst

Der Wochenmarkt auf dem Vinnhorster Rathausplatz ist vorerst Geschichte. Die letzten beiden Händler haben ihr Angebot vor Ort vor Kurzem aufgekündigt. Die Stadt will sich nun um einen Neuanfang bemühen. In besseren Zeiten waren nach Angaben der Stadt zwischen fünf und sieben Wagen vor Ort. „Je nach Jahreszeit“, sagt Stadtsprecher Klaus Helmer. Abgesprungen seien die Händler, weil die Kundschaft ausgeblieben sei und sie dadurch nur geringe Umsätze zu verzeichnen gehabt hätten.

Jetzt versucht die Stadt, den Wochenmarkt, der seit 1975 existierte, wiederzubeleben. „Wir haben bereits Händler angesprochen“, sagt Helmer. „Drei Kaufleute für Backwaren, Obst und Gemüse sowie Blumen haben bereits Interesse gezeigt, den Markt probehalber zu beschicken.“ Allerdings könne es bis Ostern dauern, bis wieder ein Markt in Vinnhorst angeboten werden kann.

Bezirksbürgermeisterin Inge-Edeltraut Geschke bedauert das vorläufige Ende des Angebots. „Man muss aber auch sagen: Wenn die Leute nicht hingehen, ist es kein Wunder, dass die Händler zu wenig verdienen.“ Leider führen zu viele Einwohner des Stadtteils in große Einkaufszentren wie etwa in Langenhagen. Auf der einen Seite könne sie das verstehen. „Aber auf der anderen Seite leiden darunter natürlich die Geschäfte vor Ort.“ Vinnhorst habe jetzt nur noch einen Bäcker und einen Fleischer. „Dort gehen nicht viele einkaufen. Andererseits höre ich oft die Klagen, dass wir zu wenige Einkaufsmöglichkeiten im Stadtteil haben“, sagt die Sozialdemokratin. „Das widerspricht sich ein bisschen.“ Allerdings weiß die Bezirksbürgermeisterin auch, dass sich so mancher die Produkte vom Markt, die in der Regel teurer sind als vergleichbare Angebote aus dem Supermarkt, einfach nicht leisten kann.

Geschke vermutet darüber hinaus, dass auch das Winterwetter nun das Ende mitbesiegelt hat. „Bei den Temperaturen gehen sowieso nicht viele Menschen vor die Tür, geschweige denn auf den Markt.“ Wenn die Stadt versuche, im Frühjahr einen Neubeginn zu wagen, sei das Wetter ja auch wieder freundlicher. Allerdings wird ein bisschen Sonnenschein kaum ausreichen, dem Wochenmarkt wieder neues Leben einzuhauchen. „Vielleicht muss man auch über den Markttag nachdenken und das Angebot an irgendeine Attraktion koppeln“, sagt Geschke. „Vielleicht geht das in Zusammenarbeit mit der Kulturgemeinschaft Vinnhorst, die ihre Räume ebenfalls am Rathausplatz hat.“ Es sei wichtig, die Kunden anzulocken - und sei es nur einmal im Monat. „Das würde bei 6000 Vinnhorstern ja schon eine Menge bringen.“ Sie wolle die politischen Parteien im Bezirksrat Nord zu einem Aufruf bewegen, um den Wochenmarkt zu unterstützen.

Die Vinnhorster müssen nun bis auf Weiteres auf einen anderen Wochenmarkt ausweichen. Der nächstgelegene ist der Markt in der Hogrefestraße in Stöcken, auf dem dienstags und freitags zwischen 8 und 13 Uhr Waren verkauft werden. Weitere Wochenmärkte in den nördlichen Stadtteilen werden in der Meldaustraße in Herrenhausen (sonnabends von 8 bis 13 Uhr), auf dem Sahlkampmarkt (donnerstags von 14 bis 18 Uhr), auf dem Jahnplatz in Vahrenwald (mittwochs von 8 bis 13 Uhr) sowie an der Lutherkirche in der Nordstadt als Bauernmarkt donnerstags von 14 bis 18 Uhr angeboten. „Die Verwaltung plant zurzeit nicht, weitere Wochenmärkte aufzugeben“, betont Stadtsprecher Helmer.

Den Wochenmarkt am Vahrenheider Markt wiederzubeleben, fällt weiterhin schwer. Im vergangenen Februar hatte die Stadt angekündigt, noch im Frühjahr 2012 „zu versuchen, wieder einen Wochenmarkt auf dem Vahrenheider Markt zu installieren“. Der Erfolg, so die Verwaltung weiter, hänge im wesentlichen von der Bereitschaft der Markthändler ab, dort einen erneuten Versuch zu unternehmen. Allerdings ist es bis heute nicht gelungen, den Wochenmarkt wieder zu eröffnen. Dies wird sich in naher Zukunft auch nicht ändern. „Für diesen Standplatz gibt es derzeit leider keine interessierten Markthändler“, sagt Helmer.

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