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Nord Das beschäftigt den Norden Hannovers auch in diesem Jahr
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Das beschäftigt den Norden Hannovers auch in diesem Jahr
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13:36 06.01.2011
Von Kristian Teetz
Die Betreiber des Naturbads Hainholz kämpften im Sommer gegen die Belastung des Wassers durch Kolibakterien. Quelle: Teetz

Investor für Nahversorger gesucht

2010: Bereits vor einem Jahr war das geplante Einkaufszentrum an der Mecklenheidestraße, Ecke Schulenburger Landstraße an der Grenze zwischen Ledeburg und Vinnhorst ein Thema. In den vergangenen zwölf Monaten hat es leidenschaftliche Debatten über das Zentrum gegeben, etwa über die Frage der Zufahrt. Im Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken spielte auch die Frage ein große Rolle, ob eine religiöse Einrichtung in den Räumen der oberen Etagen eine neue Heimat finden könnte. Der Streit über die Moschee in Stöcken sitzt offenbar noch tief in der Erinnerung vieler Stadtteilpolitiker.

Im Oktober stimmten die Bezirksratspolitiker in den Bezirken Nord und Herrenhausen-Stöcken schließlich einer Anpassung des Baurechts zu. Nun kann das Gelände als Sondergebiet für Nahversorgung, Sport und öffentliche Verkehrsflächen ausgewiesen werden. Die Verkaufsfläche soll insgesamt auf maximal 2400 Quadratmeter festgelegt werden. Im Einzelnen empfiehlt der von der Stadt beauftragte Gutachter für einen Supermarkt eine Verkaufsfläche von 1000 Quadratmeter. Für einen eventuellen Getränkemarkt nennt er dafür eine Größe von 400 Quadratmeter. Außerdem würden auf weitere Angebote wie Blumen, Bekleidung und Bücher nochmals rund 1000 Quadratmeter entfallen. Das Zentrum soll Ledeburg und Vinnhorst versorgen.

2011: Die Stadt kann sich nun, da das Baurecht angepasst wurde, auf die Suche nach einem Investor machen. Das Einkaufszentrum wird aber auch in diesem Jahr wieder in beiden Bezirksräten für Diskussionen sorgen. So spielt die Stadt im Moment zwei Szenarien durch, wie der Sportverein BV Werder in Zukunft erreicht werden kann. Der Klub trennt sich von seinem Sportgelände, das für das Einkaufszentrum gebraucht wird. Die Stadt will dafür das Vereinsgelände um- und das Klubhaus neu bauen. Eine Möglichkeit, den Verein in Zukunft zu erreichen, ist eine neue Zufahrt vom Kurländer Weg aus. Die zweite Variante ist baurechtlich komplizierter, weil die Zufahrt von der Mecklenheidestraße aus und damit quer über das Gewerbegebiet erfolgen würde. Debattiert werden dürfte auch über die Pläne der Verwaltung, direkt an der Kreuzung der viel befahrenen Mecklenheidestraße, Ecke Schulenburger Landstraße einen kleinen Stadtteilplatz zu bauen.

Die Grüne Mitte wächst weiter

2010: Einmal kurz geriet die „Grüne MitteHainholz ins Wanken. Da verweigerte der Bezirksrat Nord mit den Stimmen von CDU, FDP und Linke die Zustimmung für die Gesamtplanung. Streitpunkt war die Frage, wo Parkmöglichkeiten in dem Bereich nahe der Voltmerstraße geschaffen werden sollen. Die Verwaltung plädierte für eine Stellfläche nordöstlich der Fichteschule. Dort wird jetzt auch gebaut. Ende September eröffnete Oberbürgermeister Stephan Weil das neue Kulturhaus in den Räumen der ehemaligen Alice-Salomon-Schule. Die Sanierung des Innen- und Außenbereichs hat 2,86 Millionen Euro gekostet.

2011: Im Frühjahr soll südlich des Kultur- und Bildungszentrums mit dem Bau des grünen Stadtplatzes sowie des Spiel- und Aktionsbands begonnen werden. Der Bereich nördlich des Kulturhauses wird voraussichtlich ab dem Herbst mit Sitzgelegenheiten und Fitnessgeräten ausgestattet. Außerdem steht der Neubau des Familienzentrums auf der Agenda. Den Architektenwettbewerb der Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover (GBH) hat das hannoversche Büro PK Nord gewonnen.

Der Sahlkamp wird saniert

2010: Das Zentrum des Sahlkamps wurde zum Sanierungsgebiet erklärt. Dieses erstreckt sich – grob gesagt – zwischen Kugelfangtrift im Norden, General-Wever-Straße im Osten, dem Eifelweg im Süden sowie Hägewiesen, Dornröschenweg, Odenwaldstraße und wieder Hägewiesen im Westen. Die Sanierungskommission nahm im September ihre Arbeit auf und wird fünfmal im Jahr tagen. Aus dem Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ sollen insgesamt rund zehn Millionen Euro in den Sahlkamp fließen. Allerdings hängt das von der Förderwilligkeit des Bundes ab, der auch in diesem Bereich sparen will.

2011: Das erste Sanierungsvorhaben für den Sahlkamp steht fest und nimmt bereits Formen an. Die Stadt will für Bauplanung und Umbau des Spielplatzes an der Odenwaldstraße rund 300 000 Euro investieren. Die Anlage wurde in den 1970er Jahren eingerichtet. Die Geräte sind veraltet, etliche wurden bereits abgebaut. Die gut 5500 Quadratmeter große Fläche mit ihrem Baumbestand soll wieder attraktiver werden. Auch der Bolzplatz wird modernisiert.

Idyllisch, aber leer - Bakterien verhinderten die Öffnung des Naturbads Hainholz

2010: Es war die unendliche Geschichte des Sommers: Die Betreiber des Naturbads Hainholz kämpften gegen die Belastung des Wassers durch Kolibakterien. Immer wieder gingen die Werte zurück, um gleich darauf wieder zu steigen. Eine Öffnung des Bades war deswegen lange Zeit nicht möglich. Die Sonne schien, aber die Kassen der Betreiber um die Bezirkspolitiker Detlev Schmidt-Lamontain, Wolfgang Kalesse und Thomas Klapproth blieben leer. Irgendwann stand das Wort Sabotage im Raum. Nachdem die Stadt die Betreiber mit einem Wachdienst unterstützte, blieben die Werte plötzlich konstant niedrig, und das Bad konnte zum Ende des Sommers doch noch öffnen. Die Betreiber sahen dennoch nach Gesprächen mit der Verwaltung Handlungsbedarf und gaben das Naturbad zurück in die Hände der Stadt.

2011: Ab diesem Jahr will die Stadt das Naturbad also wieder selbst betreiben. Eventmanager Klaus Timaeus hatte das immer wieder ausgeschlossen, handelte es sich bei der Abgabe des Bads durch die Stadt einst doch um ein Haushaltskonsolidierungsprogramm. Der diesjährige Sommer wird zeigen, ob sich das Naturbad Hainholz halten kann. Auch ins Stöckener Bad will die Verwaltung investieren und es zumindest mit einem verbesserten Angebot attraktiver gestalten. Eine Ende des Badbetriebs, das im Sommer 2010 im Raum stand, schließt Timaeus bis auf Weiteres aus.

Politiker wollen Frieden auf dem Gartenfriedhof

2010: Der Lärm ist einfach zu viel geworden: Mitte des Jahres beschwerten sich Anwohner des Gartenfriedhofs an der Marienstraße in Mitte massiv über grölende und sich lautstark unterhaltende Biertrinker. Diese halten sich Tag für Tag auf dem historischen Platz im Stadtteil Mitte auf. Auch der Pastor der Gartenkirche klagte. Herbert Naglatzki berichtete, dass diese Menschen an das Gotteshaus urinieren. Wenn er mit seiner Gemeinde Gottesdienst feiere, seien die Störer sogar in der Kirche zu hören. Die Verwaltung aber sah keinen Handlungsbedarf, verwies darauf, dass auf öffentlichen Plätzen kein Alkoholverbot auszusprechen sei und hoffte auf ein Ende des Streits mithilfe von Streetworkern. Im Bezirksrat Mitte November betonte eine Frau aus der Reihe der Trinker, dass die Gruppe einen Platz benötige und sich nicht verdrängen lassen wolle.

2011: In diesem Jahr soll der Konflikt möglichst schnell befriedet werden. Rot-Grün dringt auf eine Lösung. Die Grünen etwa lassen juristisch prüfen, ob die Verwaltung nicht auch für ehemalige Friedhöfe eine Satzung erlassen kann, die dem Ort angemessen ist. Der Bezirksrat Mitte hat noch im alten Jahr 2500 Euro für das Karl-Lemmermann-Haus, eine Wohnungslosen-Einrichtung der hannoverschen Diakonie, bewilligt. Die Diakonie-Mitarbeiter sollen zwei Wochen lang das Treiben der Trinkergruppe auf dem Gartenfriedhof beobachten und dann Vorschläge machen, wie der Konflikt gelöst werden kann. Das Karl-Lemmermann-Haus hat bereits zur Entschärfung einer ähnlichen Situation auf dem Schünemannplatz in Ricklingen beigetragen.

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