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Die holperige Zufahrt zu Bothfelds Schrebergärten wird zum Hoppelweg

Kleingartenvereine Die holperige Zufahrt zu Bothfelds Schrebergärten wird zum Hoppelweg

Von den Kleingärtnern wird er schon lange Hoppelweg genannt. Die Verwaltung sperrt sich gegen den Namensvorschlag für die mit Schlaglöchern übersäte Piste - aber der Bauausschuss beweist Humor.

Humor sprach nicht aus der Stellungnahme der Verwaltung. In der Beschlussdrucksache Nummer 1045/2011 empfahl die Verwaltung dem Rat, der Anregung des Stadtbezirksrats Bothfeld-Vahrenheide nicht zu folgen, die holperige Zufahrt zu den Kleingartenvereinen „Flora“ und „Neue Hoffnung“ in Hoppelweg zu benennen. Die Ratspolitiker aber scherte das nicht. Im Bauausschuss stimmten sie dem Vorschlag einmütig zu. Als eine „kreative Würdigung eines Missstandes“ bezeichnete Thomas Hermann (SPD) den Namen. Wilfried Engelke (FDP) sagte, man müsse den Vereinen dankbar sein: „Stoßdämpfer-Teststrecke wäre deutlicher gewesen, wegen des langen Straßenschilds aber auch teurer für die Stadt.“

Lange hatten die Kleingartenvereine darum gekämpft, die ungeteerte und mit Schlaglöchern übersäte Piste, die zu ihren Lauben führt, auch offiziell Hoppelweg nennen zu dürfen. Inoffiziell heißt er sowieso seit Jahren so. „Bei der Bushaltelle rechts rein in den Hoppelweg“, beschreiben die Laubenpieper Fremden den Weg – was fehlt, ist nur noch ein Straßenschild.

Die Schrebergärtner hatten es längst aufgegeben, bei der Stadt die Befestigung des Weges zu fordern. Mit dem Hinweis auf Kosten von rund 70 000 Euro lehnte die Stadt eine Asphaltierung stets ab. Nun fügen sich die Laubenpieper in dieses Schicksal, nehmen die Sache mit Humor, feiern seit acht Jahren im Herbst ein „Hoppelfest“ an dem Weg und wollen eigentlich nur noch ein Straßenschild. Aber nicht einmal das gönnte ihnen die Stadt.

Die Begründung der Verwaltung war folgende: Der Straßenname Hoppelweg „entspricht nicht dem Ratsbeschluss, wonach bei Neubennungen vorrangig weibliche Persönlichkeiten als Namensgeberinnen vorzusehen sind“. Der Name Hoppelweg ist der Verwaltung also zu männlich. Irgendwie. Außerdem fürchtet die Verwaltung Verwirrung, da es bereits eine Hoppestraße in Kleefeld gibt sowie eine Hoppenstedtstraße in der Südstadt. Der Hoppelweg könne Ortsfremde durcheinanderbringen – oder noch schlimmer: Polizei und Feuerwehr in Notfällen, hieß es in der Drucksache.

Nichts liegt jedoch den Kleingärtnern ferner, als Verwirrung zu stiften. Im Gegenteil. „Wichtig ist für uns vor allem, dass der Weg überhaupt einen offiziellen Namen bekommt“, sagt der Neue-Hoffnung-Vorsitzende Wolfgang Buhler. Denn über die bisherige postalische Anschrift der Kolonie, die General-Wever-Straße, gibt es für Fahrzeuge keine Zufahrt. Handwerker und Paketzusteller hätten sich deshalb schon oft in der Gegend verfranst, ehe sie die Zufahrt über den hoppeligen Feldweg gefunden hätten, berichtet der Kleingärtner.

Ob nun der Straßenname Hoppelweg zur Verwirrung von Besuchern führt oder eben diese verhindert, wird die Zukunft zeigen. Bleibt die Frage der Asphaltierung. Michael Dette (Grüne) fragte im Bauausschuss, ob denn die Benennung bedeute, dass der schlechte Zustand bleibe. „Maßstab ist die Verkehrssicherheit“, antwortete Stadtbaurat Uwe Bodemann trocken. Da der Hoppelweg bislang nicht als Unfallschwerpunkt gilt, kann die Aussage so gedeutet werden, dass der Weg auch weiterhin den Zustand spiegelt, der künftig auf dem Straßenschild zu lesen sein wird. Ganz offiziell.

Rüdiger Meise
Conrad von Meding

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