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Nord Eine Wundertüte namens Kino
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Eine Wundertüte namens Kino
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14:17 17.10.2014
Von Bärbel Hilbig
Gehören zum Team des Kinos im Sprengel: Imke Rathert (v. l.), Franz Isfort und Tanja Beck. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Es klang wie ein kleiner Hilferuf, als die Macher des Sprengel-Kinos kürzlich im Bezirksrat Nord ihr bewährtes und beliebtes Projekt vorstellten. Seit inzwischen 26 Jahren veranstalten die Kino-Enthusiasten ehrenamtlich ein engagiertes vielfältiges Programm, das wie eine bunte Tüte funktioniert. Die überraschende Mischung kann sehr vieles enthalten: Dokumentarfilme, Thriller, Zeichentrick, Künstler- und Musikerporträts, Experimentelles, Klamauk, Filmklassiker, asiatische Spaghettiwestern und nicht selten Reihen zu einem Regisseur. Oder auch Vorführungen mit Diskussionsgästen zu zeitgeschichtlichen Themen.

Preise gab es dafür zuhauf. Doch die Vereinsleute verlässt offenbar langsam der Mut. „Bundesweit haben wir einen Namen. Aber in Hannover fällt es schwer, die Unterstützung zu bekommen, die wir brauchen“, sagt Peter Hoffmann vom Kinoteam. Seit einigen Jahren muss die Gruppe ohne feste Mitarbeiter auskommen, weil es von der Arbeitsagentur geförderte Stellen wie ABM nicht mehr gibt. „Unser Büro ist nur noch sporadisch besetzt. Putzen, Reparaturen - wir müssen alles selbst machen“, berichtete Hoffmann im Bezirksrat. Höhere Kosten wegen neuer Gebühren, Digitaltechnik und gestiegener Mieten erschweren die Situation.

„Die Qualität ist gefährdet. Wir können schon jetzt vieles nicht mehr bieten“, sagt Hoffmann. Deshalb hat das Kino im Sprengel jetzt eine institutionelle Förderung bei der Stadt beantragt. Die Gruppe hofft, damit einige Tätigkeiten wie Öffentlichkeits­arbeit oder Programmlayout vergüten zu können. Doch die Signale aus den Ratsfraktionen sind bisher nicht ermutigend. Das Kinoteam hat deswegen den Bezirksrat gebeten, für das kleine Lichtspielhaus mit Ausstrahlung weit über den Stadtteil hinaus bei den Haushaltsberatungen ein gutes Wort einzulegen.

Rund 15 Aktive engagieren sich für das Kino auf dem Sprengelgelände an der Schaufelder Straße. Die Freiwilligen stellen das anspruchsvolle Programm zusammen, kümmern sich um Buchhaltung, Abendkasse, Vorführungen an zwei bis vier Tagen pro Woche und vieles mehr. Die Arbeit entspreche mindestens zwei Vollzeitstellen, schätzt Hoffmann. Wahrscheinlich ist das jedoch tiefgegriffen.

Ende September wurde die Arbeit - einmal mehr - mit einer bundesweiten Auszeichnung gewürdigt. Das Kino im Sprengel bekam vom Kinematheksverband den zweiten Preis in der Kategorie „Kommunales und soziales Engagement vor Ort“ sowie 1500 Euro. „Ein Stadtteilkino, das ohne Zuwendungen arbeitet, dessen Mitarbeiter alle ausschließlich ehrenamtlich tätig sind und das wegen zu geringen Umsatzes keine Digitalisierungsförderung erhalten hat, müsste an seiner schwierigen Situation verzweifeln“, schreibt die Jury. Und lobt dann das stetige politische und kulturelle Engagement für ein Programm jenseits des Gängigen.

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