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Ende der Käfer-Krise im Berggarten nicht in Sicht

Herrenhausen Ende der Käfer-Krise im Berggarten nicht in Sicht

Der Juchtenkäfer hält die morschen Linden in der Berggarten-Allee weiter besetzt. Die Käfer fühlen sich anscheinend wohl, tief im Mulm der Bäume. Weniger wohl zumute ist den Politikern des Bezirksrats Stöcken-Herrenhausen beim Anblick der grauen Bauzäune um das improvisierte Naturschutzgebiet

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Die Lindenallee im Berggarten ist mit Metallgittern abgesperrt: Hier ist – noch – der Juchtenkäfer zu Hause.

Quelle: Rainer Droese

Herrenhausen. Es hat etwas von einem Schildbürgerstreich. Der Juchtenkäfer hält die morschen Linden in der Berggarten-Allee weiter besetzt. Die Käfer fühlen sich anscheinend wohl, tief im Mulm der Bäume. Weniger wohl zumute ist den Politikern des Bezirksrats Stöcken-Herrenhausen beim Anblick der grauen Bauzäune um das improvisierte Naturschutzgebiet. „Wir haben bereits mehrfach eine attraktivere Einzäunung gefordert“, sagt SPD-Bezirksratsherr Ufuk Deniz Ciynakli verärgert. Aus seiner Sicht verschandeln die Metallgitter den Blick auf eine Haupttouristenattraktion.

Bereits mehrfach scheiterte der Bezirksrat mit Anträgen an die Verwaltung, gegen Zaun und Bäume vorzugehen. Stets bekam er die Antwort, dass zuerst eine erfolgreiche Umsiedlung der Käfer erfolgen müsse. In seinem jüngsten Versuch, den Zaun loszuwerden, versuchte der Bezirksrat, die Verwaltung mit deren eigenen Mitteln zu schlagen. „Geht womöglich vom Zaun eine zusätzliche Gefahr aus, wenn er vom Sturm durch die Gegend gewirbelt wird?“, wandte sich die CDU-Fraktion an die Verwaltung. „Die Zäune wurden fachgerecht aufgestellt“, lautete die knappe Antwort.

Eine Lösung der Käfer-Krise ist auch nach Monaten nicht in Sicht. „Wir arbeiten weiter daran“, verkündete zuletzt eine Sprecherin der Stadt in der Februar-Sitzung des Bezirksrats. Trotz „europaweiter Recherche“ habe man bisher keine Verfahren in Erfahrung bringen können, mit denen der Käfer schadlos umgesiedelt werden kann. Die Bauzäune bleiben demnach auf unabsehbare Zeit stehen. „Es gibt vage Ideen, andere Zäune aufzustellen und ein Naturschutzprojekt einzurichten“, sagt die Stadtsprecherin.

Ähnliche Vorschläge gab es bereits zuvor. Im vergangenen September schlug die CDU-Fraktion sogar Führungen um die umzäunten Bäume vor. Das Zaun-Baum-Ensemble könnte auf diese Weise in die Natur-Erlebniswelt des Berggartens integriert werden. „Wir sind ja nicht gegen den Juchtenkäfer. Wir wollen den Zaun weghaben“, sagt der stellvertretende Bezirksbürgermeister Karlheinz Mönkeberg.

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Die Lindenallee gehört zu den bedeutenden Sehenswürdigkeiten des Berggartens. Seit einem Jahr sind die Baumreihen jedoch abgesperrt, weil die morschen Stämme umzufallen drohen. Die Stadt will die Allee für Besucher öffnen, doch ein seltener Käfer macht die Sache kompliziert.

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