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Nord Erinnerung an ein farbenfrohes Wandbild
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Erinnerung an ein farbenfrohes Wandbild
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17:39 07.06.2015
Rosemarie Beuermann-Würth hält einen Bohrkern mit den verblassten Farben des Wandbilds. Quelle: Benjamin Behrens
Hannover

„Seit ich vor 35 Jahren hierher kam, hat das Bild uns begleitet“, sagt Kunstlehrer Franz Müller. Auch schon vor seiner Zeit haben Schüler der Lutherschule das Wandbild von Wilhelm Beuermann an ihrer Sporthalle in der Asternstraße bewundern können, 1974 war es aufgetragen worden. Doch bei der Sanierung der Halle im Jahr 2011 konnte das Relief mit blauschimmernden, vertikal angeordneten Bändern nicht mehr erhalten werden. Jetzt erinnert eine Gedenktafel an den 2006 in Hannover gestorbenen Künstler und seine Kunst am Bau.

Ohne Beuermanns farbenfrohes Werk in Weiß-Blau, Gelb, Orange, Rot und Lila hätte die Sporthalle wohl weniger einladend gewirkt. Die Farben wurden direkt auf die graue Betonwand gemalt. Sie verschönerten das Gebäude, standen auch für den Künstler. „Es war eine wichtige Phase in der Malerei meines Mannes“, sagt Witwe Rosemarie Beuermann-Würth. 70 bis 90 Gemälde, die sogenannten Bänder-Bilder, entstanden in dieser Schaffensperiode. Kunst am Bau hat Beuermann nicht nur an der Sporthalle in der Nordstadt betrieben. Ein Gebäude der Post in Laatzen hat er ebenfalls gestaltet. „Im Lichthof des Kunstvereins hatte er auch ein Wandbild, es ist leider sang- und klanglos verschwunden“, bedauert die 76-Jährige.

Das sollte nicht wieder passieren. An der Sporthalle war das Gemälde in seinem stark verblassten und verwitterten Zustand kaum noch zu erkennen. „Es war nicht mehr so präsent, dass es Kunst am Bau war“, sagt Gabriele Ciecior vom Kulturbüro. Als die Halle saniert wurde, stand eine Entscheidung an. Doch eine Reproduktion auf die mit Dämmplatten und Fenstern energetisch sanierte Fassade aufzutragen war keine Option. „Das wäre unmöglich, das Bild wäre kaputt“, sagt Rosemarie Beuermann-Würth. Die Fenster hätten die Bildwirkung zerstört, findet die Künstlerin.

Die neue Gedenktafel vor der Sporthalle gibt jetzt immerhin so gut wie möglich wieder, wie das Kunstwerk einst aussah. Jürgen Friede hat es anhand einer Fotografie der Außenfassade per Bildbearbeitung am Computer wiederhergestellt. „Mir war es wichtig, dass man erkennen konnte, wie es einmal war“, sagt der Bildhauer. Er kannte Beuermann seit den Achtzigerjahren, während seines Studiums wohnte er in unmittelbarer Nähe von Beuermanns Atelier. „Es war eine jahrzehntelange Freundschaft.“ Gabriele Ciecior bedauert, dass das Kunstwerk nicht zu erhalten war. „Aber jetzt haben wir eine Erinnerung daran.“ Neben der Bildmontage finden sich noch eine kurze Biografie Beuermanns und Informationen über das Gemälde auf der aus Stahl und Glas bestehenden Gedenktafel.

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