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Erster Netzwerktag für Senioren

Seniorenarbeit Erster Netzwerktag für Senioren

Vor der Marktkirche haben sich die 13 Netzwerke für Seniorenarbeit der nördlichen Stadtteile vorgestellt. Die Besucher waren beeindruckt vom breiten Freizeitangebot für Rentner.

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Beim Netzwerktag konnten die Senioren selbst dokumentieren, was sie für ein selbstbestimmtes Alter benötigen.

Hannover Nord. Liselotte Hartje weiß genau, wie sie auch mit ihren 87 Jahren noch gut allein zurecht kommt: Ein vertrautes Wohnumfeld hilft ihr dabei genauso wie eine sinnvolle Aufgabe und Bewegung. „Das brauche ich persönlich am meisten“, sagt sie und lässt die drei bunten Bälle in ihrer Hand in die dafür vorgesehenen Säulen fallen. Die zwei Säulen „soziale Kontakte“ und „Pflege“ lässt sie links liegen. Nicht, dass Lieselotte Hartje diese beiden Themen unwichtig findet. Aber sie hat eben nur drei Bälle. Und die lässt sie am Stand der Altenhilfe Bethel lieber in die Säulen mit der Aufschrift „Wohnumfeld“, „Sinnvolle Aufgabe“ und „Bewegung“ fallen.

Beim ersten Netzwerktag für Senioren, der vor Kurzem an der Marktkirche stattfand, konnten die Besucher die 13 Stadtbezirks-Netzwerke für Senioren kennenlernen. In diesen Netzwerken finden regelmäßig Vertreter verschiedener Gruppen und Einrichtungen, die sich in der Seniorenarbeit engagieren, zusammen. Vor der Marktkirche präsentierten sie sich begleitet von Clowns, Spielen und vielen Informationen. Dabei stellten sie Sportangebote in ihrem Stadtteil, Selbsthilfegruppen sowie Möglichkeiten für die Senioren vor, sich ehrenamlich zu engagieren. „Unser Ziel ist es, ausführlich über die Seniorenarbeit in den einzelnen Stadtbezirken zu informieren und ehrenamtliche Arbeit anzubieten“, sagte Dagmar Vogt-Janssen, Bereichsleiterin des Kommunalen Seniorenservice Hannover (KSH). „Wir wollen den Menschen ein anderes Bild vom Altsein vermitteln. Alt zu sein heißt nicht gleich krank und pflegebedürftig zu sein. Das ist unsere Botschaft.“

Wie wichtig ehrenamtliche Arbeit für Senioren ist, wurde bei diesem Netzwerktag besonders deutlich. Ohne Menschen wie Uwe Apitius wäre das Dasein vieler Senioren trister. Schon seit 16 Jahren führt er ehrenamtlich eine Modelleisenbahngruppe, die er mithilfe des KSH gegründet hatte. „Einmal die Woche treffen wir uns. Bald werden wir zusammen ins Eisenbahnmuseum fahren.“

Auch die Polizeidirektion Hannover beteiligte sich am Netzwerktag. Polizeibeamte klärten die älteren Menschen über die neuesten Tricks von Betrügern, etwa an Geldautomaten, auf. Am Stand der Barmer Krankenkasse stapelten Besucher beim Spiel „Speed Stacking“ in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Becher aufeinander. Der Turnklub Hannover (TKH) bot Nordic Walking rund um die Marktkirche an. Beim Schach konnten Spieler ihre Konzentration auf die Probe stellen oder „Shuffleboard“ ausprobieren, ein Spiel, bei dem die Senioren eine Scheibe in verschiedene Felder stoßen mussten. Wer lieber malen wollte, konnte dies im „Lions Malstudio“ im großen Zelt tun. Hier präsentierten sich auch die Arbeiterwohlfahrt, die Diakonie, der Paritätische Wohlfahrtsverband und das Deutsche Rote Kreuz.

Für die richtige Stimmung sorgte Charly’s Blues- und Boogieband, die regelmäßig auch bei der „Seniora“, einer Erlebnismesse für Senioren, spielt. Bei swingender Blues-Musik konnten auch kurze Regenschauer die gute Stimmung nicht verderben. „Mir gefällt es hier sehr gut“, sagte die 84-jährige Martha Lübbe. „Ich finde es toll, dass man einen Überblick bekommt, was man als Rentnerin so alles machen kann.“ Lübbe arbeitet selbst seit zwölf Jahren ehrenamtlich im Stadtbezirk Nord. Vor ein paar Wochen hat Oberbürgermeister Stephan Weil ihr dafür im Rathaus eine Ehrennadel verliehen.

Lena Ende

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