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Nord Evangelische Gemeinde will katholisches Gotteshaus kaufen
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Evangelische Gemeinde will katholisches Gotteshaus kaufen
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14:08 08.10.2011
2006 schlossen sich die Corvinus- und die Bodelschwinghgemeinde - unter der Leitung der Pastoren Eva Hadem und Mathias Reh - zusammen. Quelle: Karin Blüher (Archiv)
Hannover

Die Gemeinde war vor fünfeinhalb Jahren aus der Fusion der Corvinus- und der Bodelschwingh-Gemeinde entstanden. Neuer Standort soll das Gemeindezentrum von St. Christophorus am Stöckener Markt werden. Einen entsprechenden Beschluss hat der Kirchenvorstand vor Kurzem gefasst. Die derzeit noch katholische Christophoruskirche wird vom Bistum zum Jahresende aufgegeben, das gesamte Areal mit Pfarrhaus und Pfarrheim soll verkauft werden.

Zwischen den Katholiken und den Protestanten hat es bislang allerdings noch keine offiziellen Verhandlungen, sondern lediglich Vorgespräche gegeben. Beide Seiten vermitteln aber den Eindruck, dass die Gespräche erfolgreich verlaufen werden und noch bis zum Jahresende eine Einigung erzielt wird. Die Kosten für das Areal seien von einem Gutachter auf rund eine halbe Million Euro geschätzt worden, sagte der katholische Propst Martin Tenge. „Das Grundstück liegt sehr günstig, und die Gebäude sind in einem sehr guten Zustand“, meinte er. Zwar sei die Schließung für die katholische Kirche ein Verlust. „Aber wenn es eine christliche Kirche bleiben kann, dann bin ich sehr froh“, sagte Tenge.

Pastor Lüder Meyer-Stiens von der Kirchengemeinde Ledeburg-Stöcken meinte, die Kirche müsse so umgestaltet werden, dass die evangelische Gemeinde sie auch als ihren Raum für Gottesdienste akzeptiere. Beispielsweise müssten Beichtstühle oder Kreuzwege entfernt werden. „Um den Innenraum mache ich mir aber die wenigsten Sorgen“, sagte er. Im Pfarrheim müsse allerdings eine Menge renoviert werden, sodass nach einem möglichen Kauf rund ein Jahr bis zur Einweihung der neuen Kirchengebäude vergehen könnte.

Wie die beiden bisherigen Kirchen und Gemeinderäume künftig genutzt werden, ist noch unklar, sagte Meyer-Stiens. Beide Gebäudekomplexe entstanden, genauso wie das Christophorus-Gemeindezentrum, nach seinen Angaben Anfang der sechziger Jahre. Sowohl für die Bodelschwingh- als auch für die Corvinuskirche hatte sich ein Einzelhandelsunternehmen interessiert, wie Meyer-Stiens berichtete. Eine solche Nutzung auf dem derzeitigen Kirchengelände komme aber weder für die Kirchengemeinde noch für die Stadt in Betracht. Und Anfragen einer muslimischen Gemeinde hätten keine Aussicht auf Erfolg, weil die Landeskirche das nicht wolle. Interessiert sei auch eine Gemeinde mit aus Afrika stammenden Hannoveranern, die jedoch kein Geld für einen der Gebäudekomplexe habe.

Die früher eigenständigen Kirchengemeinden hatten sich aus Kostengründen zum 1. April 2006 zusammengeschlossen. Ebenfalls aus finanziellen Gründen soll nun die Arbeit auf einen Gebäudekomplex konzentriert werden.

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