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Nord Gartenimpressionen und Blütenpracht in Herrenhausen
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Gartenimpressionen und Blütenpracht in Herrenhausen
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17:27 30.06.2011
Die Blütenpracht bei den Lindaus in Herrenhausen soll am Wochenende zahlreiche Gäste erfreuen. Quelle: Schmidt
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Hier treffen Pflanzen auf ein großes Herz: Alles, was blüht, darf wachsen. Alke Lindau liebt Blumen und Rankgewächse, auch wenn sie farblich keinem von Menschen gemachten Konzept entsprechen. Lila, Rosa, Orange, Rot, Blau, Gelb und natürlich Grün wachsen im kleinen Innenhofgarten fröhlich durcheinander. „Die orangefarbene Lilie passt nicht wirklich gut“, sagt Alke Lindau, aber wo sie nun einmal da steht, darf sie auch bleiben – neben der Fetten Henne, dem gelben Felberich, der sich frech ausbreitet, dem zarten Frauenmantel, der blauen Dreimasterblume und den Pfingstrosen, die immer noch blühen, obwohl Pfingsten schon vorbei ist.

Alke Lindau und ihr Mann Werner haben sich nach einigem Überlegen entschlossen, sich dieses Mal an der Aktion „Offene Pforte“ zu beteiligen und am ersten Juliwochenende ihre Gartenpforte für Besucher zu öffnen. Denn das kleine grüne Paradies im Morgensternweg 10a ist von hohen Mauern umgeben, sodass niemand von außen hineinsehen kann.

Genau genommen ist es ein zweiteiliges Paradies, das das Paar angelegt hat – auch für die Kinder, wenn die mit ihrem Nachwuchs zu Besuch kommen. Da darf natürlich die Sandkiste in der Ecke nicht fehlen. In dem nur 48 Quadratmeter kleinen „grünen Garten“ bildet ein Quittenbaum das Zentrum. Rundherum ist ein bisschen Rasen, der von einigen Stauden gesäumt wird.

Der mit 60 Quadratmetern etwas größere zweite Garten ist den Blüten gewidmet. Selbst nach der Hauptblüte, die die Ziegelmauer einige Wochen lang in eine blauviolette Wolke verwandelt hat, trödeln einzelne Nachzügler der Glycinenblüten noch hinterher. Die einmal blühende Kletterrose hat schon dicke Hagebutten gebildet, die im Herbst knallrot werden. Eine blaue Clematis klettert an der Hauswand empor, die Stockrosenknospen werden täglich dicker, ebenso wie die knospigen Anemonen in einer etwas schattigeren Ecke.

Gegenüber der Sandkiste haben die Lindaus einen zweiteiligen Komposthaufen angelegt, auf dem eine Zucchinipflanze thront. Eine Tomatenpflanze hat sich daneben ausgesät und wird nun ebenfalls liebevoll gepflegt. Bald können die ersten Früchte geerntet werden. Und der Feigenbaum treibt wieder unten am Stamm aus, nachdem der Frost ihm arg zugesetzt hatte.

Zwischen all diesem kleinteiligen Sammelsurium haben Alke und Werner Lindau Fundstücke aus einer anderen Zeit aufgestellt. Dort, wo sie seit 1970 wohnen, befanden sich früher königliche Gärten – offensichtlich mit Steinskulpturen. Ein Kapitälchen wurde irgendwann beim Umgraben gefunden, ebenso ein großes Steinbecken, das nunmehr als Badeplatz für Vögel dient, sowie eine große abgeflachte Steinkugel, die nun als Podest für Blumentöpfe genutzt wird. Zugereist ist eine hübsche Steinputte an der Hauswand, die von einem Bremer Renaissancegiebel stammt.

Alke Lindau will die „Offene Pforte“ auch dafür nutzen, selbst gemachten Keramikschmuck für den Garten sowie aus Resten genähte Kinderkleidung auszustellen. Außerdem wird es Kuchen geben. Die Lindaus öffnen ihren Garten am Sonnabend und Sonntag, 2. und 3. Juli, jeweils von 11 bis 18 Uhr. Insgesamt laden bis zum Herbst 162 private Gärten Besucher ein. Die Broschüre zum Programm ist bei der Stadt, den Hannover-Tourismus-Service, in den Stadtbüchereien, im Rathaus und direkt beim Fachbereich Umwelt und Stadtgrün, Langensalzastraße 17, erhältlich. Außerdem kann sie auf der Internetseite der Stadt (www.hannover.de) heruntergeladen werden.

Karin Vera Schmidt

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