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Geschäfte auf dem E-Damm stehen leer

Nordstadt Geschäfte auf dem E-Damm stehen leer

"Zu hohe Mieten" sagen die Geschäftsleute, "ganz normale Fluktuation" sagen die Politiker: Vier Geschäftsräume auf der Einkaufsmeile Engelbosteler Damm in der Nordstadt sind ungenutzt.

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Geschlossen: Der portugiesische Spezialitätenladen „Gostoso“ ist zu, die Läden daneben auch. Jetzt stehen vier Läden nebeneinander auf dem Engelbosteler Damm leer.

Quelle: Insa Hagemann

Der Engelbosteler Damm gilt mit seinen vielen kleinen Geschäften, Bistros und Cafés als Lebensader und Einkaufsmeile der Nordstadt. Doch jetzt klafft eine Lücke in der Reihe der Läden. Unweit der Christuskirche stehen gleich vier Geschäfte hintereinander leer, eines davon ist der portugiesische Spezialitätenladen „Gostoso“, der dort erst vor Kurzem eröffnet hatte. Während Politiker keinen Anlass zur Sorge sehen, ist Heiko Heybey, Chef des Restaurants „Spandau“, skeptisch. „Ich befürchte, dass der eine oder andere Laden länger leer bleiben wird“, sagt er. Und das liege keinesfalls daran, dass es zu wenig Interessenten gibt.

Heybey kritisiert, dass oft hohe Mieten die Geschäftsleute in die Knie zwingen. „Man kann auf dem Engelbosteler Damm nicht solche Preise wie für eine Eins-A-Citylage verlangen“, sagt er. Zwar habe der Einkaufsboulevard in den vergangenen Jahren einen rasanten Aufschwung erlebt, aber gerade die bei den Nordstädtern so beliebten kleinen Läden könnten hohe Mietpreise wirtschaftlich kaum verkraften. „Interessenten gibt es genug, auch für die jetzt leerstehenden Geschäfte“, sagt Heybey. Aber die Eigentümer sollten auch Entgegenkommen zeigen.

Politiker aus dem Bezirksrat geben sich gelassen. Als „ganz normale Fluktuation“ bewertet der SPD-Fraktionsvorsitzende Detlev Schmidt-Lamontain die Entwicklung im Süden des Engelbosteler Damms. Ins ehemalige „Gostoso“ ziehe demnächst ein neues Café, hat er erfahren. Das flache Gebäude gleich nebenan sei dagegen an Privatleute verkauft worden und soll abgerissen werden. „Die Baulücke wird dann wieder gefüllt“, sagt Schmidt-Lamontain. In dem Flachbau waren zuvor zwei Geschäfte untergebracht. Eine Ladeninhaberin bedruckte dort T-Shirts, zog dann aber nach Berlin, im anderen Geschäft wurden liebevolle Accessoires für Fans von Punk- und Rockabilly-Mode angeboten. Jetzt sind dort nur leere Fensterscheiben zu sehen. „Ich bezweifele, ob Abriss und Neubau so schnell über die Bühne gehen“, sagt „Spandau“-Chef Heybey. Für den vierten leeren Laden gleich neben dem verkauften Gebäude sucht man offenbar schon seit mehreren Jahren einen Mieter. „Was dort passiert, ist unklar“, sagt Schmidt-Lamontain.

Auch Bezirksbürgermeisterin Edeltraut-Inge Geschke (SPD) sieht keinen Grund zur Sorge. „Ich mache mir viel mehr Gedanken um den nördlichen Teil der Straße“, sagt sie. In Höhe der Stadtbahnhaltestelle Strangriede sei es um die Geschäftswelt sehr viel schlechter bestellt. Dort musste eine Eisdiele schließen und wurde durch einen weiteren Kiosk ersetzt. Insgesamt drei Trinkhallen, alle bis weit in die Nacht geöffnet, reihen sich nun am Ende des Engelbosteler Damms aneinander. Da sei es nicht verwunderlich, sagt Geschke, dass der Bahnsteig gleich gegenüber oft verschmutzt ist.

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