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Großvaters ICE auf Rekordkurs
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Vahrenwald Großvaters ICE auf Rekordkurs

Der Eisenbahnfreund Hans-Heinrich Kirchhoff hält im Rahmen der Geschichtswerkstatt Vahrenwald einen Vortrag und schlägt den Bogen von der Jungfernfahrt nach Lehrte bis hin zum aktuellen Austausch von Brücken auf der 1909 gebauten Güterumgehungsbahn.

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230 km/h: Der Schienenzeppelin wurde im Ausbesserungswerk Leinhausen gebaut und schaffte 1931 einen Geschwindigkeitsweltrekord.

Vahrenwald. Bald 170 Jahre ist es her, dass die Stadt Hannover ihren erste Eisenbahnfahrt erlebte. Der erste Zug fuhr am 22. Oktober 1843 nach Lehrte. Dieser Tag ist Ausgangspunkt eines Vortrags von Hans-Heinrich Kirchhoff über „Eisenbahn in Hannover“, den er am 28. Januar im Rahmen der Geschichtswerkstatt Vahrenwald halten wird.

Kirchhoff wird dann einen Bogen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis hin zum aktuellen Austausch von Brücken auf der 1909 gebauten Güterumgehungsbahn schlagen. „In meinem Vortrag werde ich unter anderem Karten vom Ausbau der Eisenbahnstrecken in unserer Region, Bilder von den Personen- und Güterbahnhöfen der Stadt, von Lokomotiven und Zügen, aber auch vom Bau des Schienenzeppelins in Leinhausen zeigen“, sagt Kirchhoff.

Dieser Schienenzeppelin schaffte es, 1931 sogar einen Weltrekord aufzustellen. Am 21. Juni fuhr er zwischen Hamburg-Bergedorf und dem Lehrter Bahnhof in Berlin. „Die 257 Kilometer lange Strecke wurde in 98 Minuten zurückgelegt, der ICE benötigt heute 86 Minuten“, berichtet Kirchhoff. Zwischen den Orten Karstädt und Dergenthin erreichte der Schienenzeppelin eine Spitzengeschwindigkeit von 230,2 Kilometer pro Stunde Ein paar Wochen zuvor, am 10.Mai 1931, hatte der knapp 26 Meter lange Zug zwischen Plockhorst und Lehrte erstmals die 200-km/h-Marke geknackt.

Vater dieses Schnellzugs mit Propellerantrieb war Franz Kruckenberg. „Man wollte damals der sich abzeichnenden Automobilisierung, bei der die USA Vorreiter waren, mit einem attraktiven Schnellbahnsystem begegnen“, sagt Kirchhoff. Gebaut wurde der „Schienenzepp“, wie die Kurzform lautet, im Ausbesserungswerk Leinhausen. „Dieses war damals nicht mehr voll ausgelastet und bot sich für ein solches Projekt an“, sagt Kirchhoff.

Der gebürtige Leinhäuser ist selbst kein Eisenbahner. „Aber mein Großvater wechselte 1880 als Schmied von der Hanomag zur 1878 eröffneten Königlich Preußischen Hauptwerkstatt nach Leinhausen“, erzählt Kirchhoff. „Er war 1887 einer der Gründer der Leinhäuser Werksfeuerwehr. Insofern bin ich mit der Eisenbahn seit der Kindheit verbunden.“ Kirchhoff wohnt seit 80 Jahren in der Elbestraße gegenüber der früheren „Colonie Leinhausen“, die zum einst größten Ausbesserungswerk der Reichsbahn gehörte.

Intensiv beschäftigt sich Kirchhoff mit der Materie, seitdem er Ende der neunziger Jahre gefragt wurde, ob er sich an der Geschichtsausstellung „Die Fahrtrichtung stimmt“ anlässlich der Expo 2000 in der damaligen Gustav-Adolf-Kirche in Leinhausen beteilige. Diese sollte an die Wurzeln des Stadtteils in dem damals schon stillgelegten Werk erinnern sollte.

Seitdem beschäftigt er sich verstärkt mit der Eisenbahngeschichte der Stadt und sammelt Bilder und Unterlagen. Einen Teil davon hat Kirchhoff zusammengestellt und wird sie im Rahmen seines Vortrags zeigen. Der Vortrag beginnt am Montag, 28. Januar, um 16 Uhr und dauert etwa zwei Stunden. Der Eintritt zu der Veranstaltung im Freizeitheim Vahrenwald in der Vahrenwalder Straße 92 ist frei.

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HAZ-Redakteur/in Kristian Teetz

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