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Grundschule Marienwerder plant für den Ganztagsbetrieb

Sanierungsbedarf Grundschule Marienwerder plant für den Ganztagsbetrieb

In einem Jahr soll die Grundschule Marienwerder eine offene Ganztagseinrichtung werden. Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun. Durch umfangreiche Sanierungsarbeiten sollen neue Räume erschlossen werden.

Marienwerder. In dieser Woche beginnen Sanierungsarbeiten in der Sporthalle der Grundschule Marienwerder. Für rund 237 000 Euro werden die Sanitäranlagen erneuert. Jüngst hatte die Stadt zudem im Klassentrakt der Schule neue Fluchttüren eingebaut – für den Schulbetrieb sind damit neue Räume im Obergeschoss erschlossen worden. Damit ist der sogenannte B-Trakt seit Jahren erstmals wider voll nutzbar. „Und das ist das Minimum, was wir für den Ganztagsbetrieb brauchen“, sagte Rektorin Ilona Schneider dem Stadt-Anzeiger. In einem Jahr soll die Einrichtung eine offene Ganztagsschule werden; das hatte der Schulausschuss des Rates der Stadt Anfang Juni beschlossen.

Für die Grundschule, deren Schließung vor noch gar nicht so langer Zeit beinahe unausweichlich zu sein schien, ist die Aussicht auf den Ganztagsbetrieb ein gewaltiger Sprung. Aber es gibt auch Skepsis. Ein Jahr sei keine lange Vorbereitungsphase, warnte Wolfgang Neubauer, CDU-Fraktionsvorsitzender im Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken. Noch immer sei vieles, was die Schule bereits an Nachmittagsangeboten bereithalte, provisorisch.

Der Bezirksrat pocht darauf, dass die Stadtverwaltung ihre Pläne für das Schulgebäude rasch vorlegt. Wie berichtet, besteht Sanierungsbedarf; der komplette A-Trakt kann nicht genutzt werden. An einem Nutzungskonzept arbeitet die Verwaltung gerade. „Aber das sagt noch nichts über die Sanierung aus“, sagte Neubauer.

Elternsprecher Rainer Sauerland wurmt vor allem, dass die Verwaltung derzeit nur intern prüft, wie der Gebäudekomplex langfristig ausgelastet werden soll. „Das ist unbefriedigend, wir wollen beim Nutzungskonzept auch mitreden“, sagte er. Dennoch sehe er die weitere Entwicklung gelassen. Selbst wenn es bis zum August 2012 keine umfangreicheren Sanierungsarbeiten mehr gebe, könne der Ganztagsbetrieb pünktlich starten. So funktioniere die Mittagessenversorgung für 20 Schulkinder jetzt schon; auch eine doppelte Anzahl an Schülern könne dann teilnehmen. „Zur Not eben in zwei Schichten.“ Sauerland rechnet damit, dass etwa die Hälfte der rund 100 Schüler an Ganztagsangeboten teilnehmen werden.

„Es wäre gut, wenn wir auch im A-Trakt Räume nutzen könnten; zumal es da eine gut ausgestattete Küche gibt“, sagte Rektorin Schneider. Aber auch sie sieht den Ganztagsschulbetrieb nicht schon dadurch gefährdet, dass dieser Trakt womöglich noch nicht im nächsten Jahr saniert wird. Ideen für dessen Nutzung hatte der „Gesprächskreis Marienwerder“, in dem Bürger und Stadtteileinrichtungen über die Zukunft der Schule diskutieren, schon entwickelt.

Einen neuen Hort und einen Betriebskindergarten hat der Kreis unter anderem vorgeschlagen. Auch die Lebenshilfe Hannover, die schulpflichtige, behinderte Kinder betreut, hat Interesse angemeldet. „Wir suchen für zwei unserer Klassen Räume an einer Grundschule“, sagte Lebenshilfe-Geschäftsführerin Christine Lenssen. Inzwischen konzentriert sich die Grundschule in Marienwerder aber auf die außerschulischen Angebote, die sie aus eigener Kraft auf die Beine gestellt hat. Gut 15 Angebote, von der Schach AG bis zum Geräteturnen, gibt es dort. Weil die Schule keine Förderung aus dem städtischen Programm „Schule im Stadtteil“ bekommt, soll der Bezirksrat aushelfen. In seiner nächsten Sitzung wird das Gremium über einen Zuschuss an die Schule entscheiden.

Marcel Schwarzenberger

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