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Am Güterbahnhof soll es keinen Einzelhandel geben

Nordstadt Am Güterbahnhof soll es keinen Einzelhandel geben

Der Bezirksrat Nord hat wieder einmal über die Bebauungspläne für den Hauptgüterbahnhof beraten und entschieden, dass es dort keinen Einzelhandel und keine Wettbüros oder ähnliches geben soll.

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Quelle: Philipp von Dittfurth

Nordstadt.  Das neue Freizeit- und Gewerbezentrum am ehemaligen Hauptgüterbahnhof nimmt langsam Gestalt an. Die Arbeiten an der Hallenfassade laufen auf vollen Touren. Und der Bezirksrat Nord hat in seiner jüngsten Sitzung den Bebauungsplan für den nördlichen Abschnitt einstimmig durchgewunken. Einzelhandel sowie Wettbüros und Ähnliches (Vergnügungsstätten) wird es dort nicht geben. „Geschäfte schließen wir aus, weil wir den Engelbosteler Damm als Versorgungszentrum schützen wollen“, erklärte Stadtplanerin Gerlinde Hublitz. 

Anders als von den Politikern gewünscht, lassen sich kirchliche Einrichtungen mit einem einfachen Bebauungsplan allerdings nicht verhindern. „Es ist aber auch im Sinne des Eigentümers, solche Nutzungen nicht zuzulassen“, betonte Stadtplanerin Gerlinde Hublitz. Sie berichtete, die Aurelis GmbH bereite aktuell einen Masterplan vor, der auch dieses Thema einschließe. Der Bezirksrat legt auf die Frage wert, da sich rund um den Weidendamm bereits zahlreiche religiöse Gemeinschaften angesiedelt haben.

Mit dem Bebauungsplan werden die Trassen auf dem Gelände von Privat- zu Verkehrsstraßen. Die Altlasten auf dem Areal werden an etlichen Stellen nicht abgetragen, sondern versiegelt und gekennzeichnet. Im nördlichen Bereich will der Abfallentsorger Aha seinen neuen Betriebshof ansiedeln. Der Bauantrag steht kurz vor der Genehmigung. „Wenn alles gut geht, ist im März Baubeginn“, sagt Hublitz. Bisher betreibt Aha in direkter Nähe an der Sandstraße den Wertstoffhof Nordstadt sowie eine Betriebsstätte der Straßenreinigung. Der neue Betriebshof ersetzt beide Einrichtungen. 

Über den Bebauungsplan für das südliche Gelände mit der Bahnhofshalle an der Arndtstraße stimmte der Bezirksrat noch nicht ab, die Grünen wollen sich noch beraten. Die Stadt sieht auch hier Gewerbefläche vor. Ausnahme ist eine Sonderfläche in der Halle für den italienischen Feinkosthändler Andronaco, der ab Herbst Weine und Lebensmittel anbieten sowie ein Bistro betreiben will. Die Verkaufsfläche ist auf rund 960 Quadratmeter im Erdgeschoss beschränkt. Insgesamt mietet das Hamburger Unternehmen 2600 Quadratmeter. Falls Andronaco eines Tages wieder gehen sollte, sind auf der Sonderfläche auch Sport oder Kultur erlaubt.

„Was ist mit anderen gewerblichen Nutzern wie Fitnessclubs? Verkaufen die vielleicht Getränke oder Sportgeräte?“, fragte Grünen-Fraktionschef Stefan Winter nach. Stadtplanerin Hublitz betonte, auch in der Halle sei Einzelhandel grundsätzlich ausgeschlossen. Für die einzelnen Betreiber lasse die Stadt aber ein „Handwerkerprivileg“ zu. Sie dürften ihren Kunden in geringem Umfang Dinge wie ein Handtuch verkaufen. „Es ist aber nicht üblich, dass solche Anbieter die Gelegenheit nutzen und einen Laden aufmachen“, schätzt Hublitz. Neben dem Feinkosthändler hat Aurelis bisher mit der Nordwand Klettern GmbH einen Vertrag geschlossen, die eine Boulderhalle plant, in der Sportler ohne Seil in Absprunghöhe klettern. 

An der Nordostseite der Halle sehen die Pläne ein neues Parkhaus vor, das aufgrund seiner Lage an den Gleisen beträchtliche Werbewirkung bei Bahnreisenden erzielen dürfte.  Stadt sowie Aurelis wollen per Vertrag die Außenwerbung an den Gebäuden regeln. „Wir wollen ein klares Konzept für diese gigantischen Flächen“, erläutert Hublitz. Für das Parkhaus sind einheitlich gestaltete weiße Buchstaben vorgesehen, die auf Angebote wie „Fitness“, „Café“ oder Firmennamen verweisen. Firmenlogos sind tabu. An der Fassadenfront der Bahnhofshalle wird ähnlich, aber etwas weniger streng verfahren. Das Hochhaus am Eingangsbereich Arndtstraße darf nur ein Logo für das Gesamtareal Hauptgüterbahnhof tragen.

Von Bärbel Hilbig

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