Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nord Am Güterbahnhof soll es keinen Einzelhandel geben
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Am Güterbahnhof soll es keinen Einzelhandel geben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 12.02.2018
Quelle: Philipp von Dittfurth
Anzeige
Nordstadt

 Das neue Freizeit- und Gewerbezentrum am ehemaligen Hauptgüterbahnhof nimmt langsam Gestalt an. Die Arbeiten an der Hallenfassade laufen auf vollen Touren. Und der Bezirksrat Nord hat in seiner jüngsten Sitzung den Bebauungsplan für den nördlichen Abschnitt einstimmig durchgewunken. Einzelhandel sowie Wettbüros und Ähnliches (Vergnügungsstätten) wird es dort nicht geben. „Geschäfte schließen wir aus, weil wir den Engelbosteler Damm als Versorgungszentrum schützen wollen“, erklärte Stadtplanerin Gerlinde Hublitz. 

Anders als von den Politikern gewünscht, lassen sich kirchliche Einrichtungen mit einem einfachen Bebauungsplan allerdings nicht verhindern. „Es ist aber auch im Sinne des Eigentümers, solche Nutzungen nicht zuzulassen“, betonte Stadtplanerin Gerlinde Hublitz. Sie berichtete, die Aurelis GmbH bereite aktuell einen Masterplan vor, der auch dieses Thema einschließe. Der Bezirksrat legt auf die Frage wert, da sich rund um den Weidendamm bereits zahlreiche religiöse Gemeinschaften angesiedelt haben.

Mit dem Bebauungsplan werden die Trassen auf dem Gelände von Privat- zu Verkehrsstraßen. Die Altlasten auf dem Areal werden an etlichen Stellen nicht abgetragen, sondern versiegelt und gekennzeichnet. Im nördlichen Bereich will der Abfallentsorger Aha seinen neuen Betriebshof ansiedeln. Der Bauantrag steht kurz vor der Genehmigung. „Wenn alles gut geht, ist im März Baubeginn“, sagt Hublitz. Bisher betreibt Aha in direkter Nähe an der Sandstraße den Wertstoffhof Nordstadt sowie eine Betriebsstätte der Straßenreinigung. Der neue Betriebshof ersetzt beide Einrichtungen. 

Über den Bebauungsplan für das südliche Gelände mit der Bahnhofshalle an der Arndtstraße stimmte der Bezirksrat noch nicht ab, die Grünen wollen sich noch beraten. Die Stadt sieht auch hier Gewerbefläche vor. Ausnahme ist eine Sonderfläche in der Halle für den italienischen Feinkosthändler Andronaco, der ab Herbst Weine und Lebensmittel anbieten sowie ein Bistro betreiben will. Die Verkaufsfläche ist auf rund 960 Quadratmeter im Erdgeschoss beschränkt. Insgesamt mietet das Hamburger Unternehmen 2600 Quadratmeter. Falls Andronaco eines Tages wieder gehen sollte, sind auf der Sonderfläche auch Sport oder Kultur erlaubt.

„Was ist mit anderen gewerblichen Nutzern wie Fitnessclubs? Verkaufen die vielleicht Getränke oder Sportgeräte?“, fragte Grünen-Fraktionschef Stefan Winter nach. Stadtplanerin Hublitz betonte, auch in der Halle sei Einzelhandel grundsätzlich ausgeschlossen. Für die einzelnen Betreiber lasse die Stadt aber ein „Handwerkerprivileg“ zu. Sie dürften ihren Kunden in geringem Umfang Dinge wie ein Handtuch verkaufen. „Es ist aber nicht üblich, dass solche Anbieter die Gelegenheit nutzen und einen Laden aufmachen“, schätzt Hublitz. Neben dem Feinkosthändler hat Aurelis bisher mit der Nordwand Klettern GmbH einen Vertrag geschlossen, die eine Boulderhalle plant, in der Sportler ohne Seil in Absprunghöhe klettern. 

An der Nordostseite der Halle sehen die Pläne ein neues Parkhaus vor, das aufgrund seiner Lage an den Gleisen beträchtliche Werbewirkung bei Bahnreisenden erzielen dürfte.  Stadt sowie Aurelis wollen per Vertrag die Außenwerbung an den Gebäuden regeln. „Wir wollen ein klares Konzept für diese gigantischen Flächen“, erläutert Hublitz. Für das Parkhaus sind einheitlich gestaltete weiße Buchstaben vorgesehen, die auf Angebote wie „Fitness“, „Café“ oder Firmennamen verweisen. Firmenlogos sind tabu. An der Fassadenfront der Bahnhofshalle wird ähnlich, aber etwas weniger streng verfahren. Das Hochhaus am Eingangsbereich Arndtstraße darf nur ein Logo für das Gesamtareal Hauptgüterbahnhof tragen.

Von Bärbel Hilbig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Bahnhöfe Leinhausen und Ledeburg sind täglich stark verdreckt mit Taubenkot. Auf diverse Beschwerden von Anwohnern hin, hat der Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken die Bahn zur Reinigung der Bahnhöfe aufgefordert. Diese ist sich der Situation seit längerem bewusst. 

08.02.2018

Der TB Stöcken bietet ein Inklusions-Hanball-Projekt an. Die beeinträchtigten jungen Sportler trainieren einmal in der Woche gemeinsam und haben dabei viel Spaß. Dank ihrer Schirmherren, den Recken, durften sie sogar schon ein Bundesligaspiel besuchen. 

05.02.2018

In einem Bürogebäude am Alten Flughafen verbirgt sich einer von zwei Hindutempeln Hannovers, der vor zwei Jahren gegründet wurde. Bei einem Rundgang, initiiert vom Haus der Religionen und dem Kulturtreff Hainholz, erzählt Führerin Rajing Kumavaiah viel über den Hinduismus.

03.02.2018
Anzeige