Stöcken. Im nächsten Jahr sollen die beiden Hochbahnsteige „Hogrefestraße“ und „Weizenfeldstraße“ gebaut werden. Letztere Haltestelle – gleich neben dem Stöckener Markt – sorgt bereits jetzt für Diskussionen um den endgültigen Standort. Der steht noch nicht fest; der Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken hat seinen Favoriten aber bereits gefunden. „Der derzeitige Standort bietet zahlreiche Vorteile“, sagte SPD-Fraktionschef Holger Diener in der jüngsten Bezirksratssitzung. Die alte soll demnach auch die neue Haltestelle werden – das hat der Bezirksrat einmütig auf Antrag der Sozialdemokraten gefordert.
Eine Alternative, über die derzeit bei der Region Hannover als Entscheidungsträger nachgedacht wird, ist ein Standort neben dem Freizeitheim Stöcken. Das aber würde Verkehr und Wegeverbindungen für Fußgänger empfindlich stören, sagte Diener. Mehr Menschen müssten dann die Eichsfelder Straße überqueren. Weil aber der „Penny“-Markt und viele Geschäfte auf der Nordseite der Eichsfelder Straße lägen, solle auch der neue Hochbahnsteig direkt daneben errichtet werden, finden die Stadtteilpolitiker. Ein Hochbahnsteig direkt vor dem Freizeitheim würde – wegen der geringen Abstände – einige Räume dort verschatten, betonte Diener. Außerdem hofft das Gremium noch auf umfangreiche Bauarbeiten am sanierungsbedürftigen Freizeitheim. Ein Hochbahnsteig stünde einem solchen Vorhaben schlicht im Weg, befürchtet Diener.
Es gibt bereits einen Zebrastreifen und einen gesicherten Gleisübergang, der das Viertel westlich der Hogrefestraße mit dem Stöckener Markt, aber auch mit der Haltestelle verbindet. Auch diesen Weg will der Bezirksrat erhalten. Der Stöckener Klaus Schnabel hält den Übergang allerdings für verbesserungswürdig: „Rollstuhlfahrer haben beim Überqueren der Gleise große Mühen“, sagte er dem Stadt-Anzeiger. So habe er kürzlich beobachtet, wie ein Mann im Rollstuhl die Drängelgitter und die mit Steinfliesen gepflasterten Gleisstränge passierte. „Ich hatte den Eindruck, er musste sich ziemlich quälen. Hier sollte es eine Verbesserung geben“, sagte Schnabel. Vielleicht sogar im Zuge des Hochbahnsteigbaus. „Eine sichere Überquerung ist immer ein wichtiges Thema“, bestätigte Hannovers Behindertenbeauftragte Andrea Hammann auf Nachfrage. Eine Anlage, wie es sie auch an der Weizenfeldstraße auf Höhe der Haltestelle gibt, sei aber stadtweit eine recht problemlose Einrichtung. „Wegen der Drängelgitter oder den Steinfliesen habe ich bislang noch von keinen Problemen gehört“, sagte sie. Für sie zähle eher, dass zügig Hochbahnsteige gebaut würden. Die seien barrierefrei zugänglich.
- Hochbahnsteig Herrenhäuser Markt: Der Bezirksrat zeigte sich unzufrieden mit den kurzen Grünphasen an der neuen Fußgängerampel, die es seit der Eröffnung des Bahnsteigs am Herrenhäuser Markt im vergangenen November gibt. Wie berichtet, klagten nach Inbetriebnahme etliche Anwohner über zu wenig Zeit zum Überqueren der Stöckener Straße. Lediglich fünf Sekunden dauerte eine Grünphase. Die SPD fragte jüngst nach Verbesserungsvorschlägen bei der Verwaltung. „Die Grünzeiten wurden verlängert“, antwortete Bezirksratsbetreuer Darius Pilarski. Die Stadt habe die Grünphase für Fußgänger zunächst auf acht, später auf zehn Sekunden verlängert.
Marcel Schwarzenberger
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