Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nord Alles im Fluss
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Alles im Fluss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 02.11.2013
Von Kristian Teetz
Das Wehr in Herrenhausen wird alle sechs Jahre geprüft und saniert. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
Herrenhausen

Da ist eine Lücke im Fluss. Normalerweise fließt die Leine aus Linden kommend durch das Wehr Herrenhausen und setzt ihren Weg dann in Richtung Letter und Marienwerder fort. Jetzt klafft ein Loch in Wehrfeld fünf. Aber wieso? Das Wasser- und Schifffahrtsamt Braunschweig muss das Wehr Herrenhausen alle sechs Jahre auf Schäden kontrollieren. „Das diktieren uns die Vorschriften“, sagt der Leiter des Außenbezirks Lohnde, Thorsten Wenig. Also haben die Mitarbeiter des Außenbezirks Lohnde seit dem Sommer nach und nach alle fünf Wehrfelder trockengelegt, abgeklopft und überprüft, kleinere Reparaturen sofort beseitigt und größere Mängel gemeldet.

Alle sechs Jahre muss das Wehr in Herrenhausen kontrolliert werden.

Das Wehr, das sich in unmittelbarer Nähe der Wasserkunst vom linken bis zum rechten Ufer der Leine erstreckt, ist in fünf Kammern eingeteilt – die Wehrfelder. Sie werden links und rechts von den Wehrpfeilern begrenzt. „Die Wehrfelder 1 bis 3 sind zehn Meter breit, 4 und 5 hingegen 25 Meter“, sagt Wenig.

Den Fluss befahrbar machen

Das Wehr Herrenhausen existiert seit 1913. Die Wehrsteuerung, Kraftstromversorgung und die einzelnen Antriebe für drei 10-Meter-Wehrkörper sind nach Auskunft der Bundesbehörde 1952 erneuert worden. „Die Funktion des Wehrs ist, das Wasser aufzustauen und damit den Wasserstand so zu erhöhen, dass Schiffe auf der Leine fahren können“, sagt Wenig. Zunächst galt dies vor allem für Güterschiffe, heute nutzen fast vorwiegend Fahrgastschiffe und Sportboote den Fluss. Ohne das Wehr könnten im Bereich Herrenhausen keine Wasserfahrzeuge fahren – der Wasserspiegel der Leine wäre zu niedrig. Deshalb staut das Wehr das Wasser im Oberlauf, also dem Bereich südöstlich der Wehrbrücke. „Die Sollstaustärke liegt bei 48,40 Meter über Normalnull.“ Das Wasser im Unterlauf ist dementsprechend flacher. Das Wehr dient darüber hinaus dem Hochwasserschutz. „Die Wehranlage gehört dem Bund“, sagt Wenig. „Für das Wasserkraftwerk, das hinter dem Wehrfeld 1 beginnt, wiederum zeichnen die Stadtwerke verantwortlich.“

Intensive Überprüfung

Bei der Kontrolle am vorvergangenen Dienstag hat sich ein Prüfer des Amts alle Teile des Wehrfelds 5 genau angeschaut. „Er kontrolliert zum Beispiel, ob der Korrosionsschutz noch in Ordnung ist, ob Steine locker sitzen und ob die Sicherheitsanlagen noch funktionieren“, erklärt Wenig. Um den gesamten Bereich genau inspizieren zu können, muss natürlich das Wasser weichen. „Im fünften Wehrfeld haben wir rund 750 Kubikmeter Wasser abgepumpt“, sagt Wenig. Es habe ungefähr vier bis fünf Stunden gedauert, die 750.000 Liter aus dem Teilbereich des Wehrs zu entfernen. Vollkommen trockengelegt kann dann dort alles, auch die Sohle, begutachtet werden.

Damit kein Wasser nachfließen kann, wurden vor dem Abpumpen im Oberwasser und Unterwasser des Wehrfelds sogenannte Nadeln aufgestellt. Sie bilden auf 25 Metern Länge, gestützt von zwei Mittelböcken, eine Stauwand, das sogenannte Nadelwehr. Diese Nadeln sind dicht aneinander stehende Stäbe. So wird das Wasser sowohl auf der Seite des Oberlaufs als auch auf der Seite des Unterlaufs daran gehindert, ins Wehrfeld zu fließen. 250 Nadeln an der einen, 250 Nadeln an der anderen Seite des Wehrfelds, so erklärt sich die kleine Lücke im Fluss. Mittlerweile sind die Arbeiten am Wehr beendet. „Wir haben die Inspektion planmäßig abgeschlossen und die Baustelle geräumt“, sagt Thorsten Wenig. Die nächste Kontrolle des Wehrs Herrenhausen steht 2019 auf der Agenda.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Schulchor der Grundschule Wendlandstraße hat beim jüngsten 96-Heimspiel live im Stadion gesungen. Musiklehrerin und Chorleiterin Nina Hilberink hatte mit den 85 Kindern sogar eine Choreografie vorbereitet.

Kristian Teetz 02.11.2013

An der Straße Rübekamp in Hainholz ist am Dienstagabend eine Gartenlaube komplett niedergebrannt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus und sucht nach Zeugen.

30.10.2013

Die Polizei Hannover sucht nach einem Mann, der gemeinsam mit fünf Komplizen einen 20-Jährigen zusammengeschlagen haben soll. Bereits am Samstagvormittag, 28. September, soll der Täter sein späteres Opfer an der Straße an der Strangriede in Höhe Engelbosteler Damm angesprochen haben.

25.10.2013