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Nord Braucht Herrrenhausen mehr Sicherheit und Ordnung?
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Braucht Herrrenhausen mehr Sicherheit und Ordnung?
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12:00 03.07.2018
Axel von der Ohe erläutert im Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken sein neues Ordnungskonzept. Quelle: Nadine Wolter
Herrenhausen-Stöcken

„Das wird heute der krönende Abschluss“, kündigte Stadtkämmerer Axel von der Ohe vor Beginn der Sondersitzung zum Thema Sicherheit und Ordnung in der Goetheschule in Herrenhausen an. Die Stadt, vertreten durch den 41-jährigen Von der Ohe, hat innerhalb der vergangenen sechs Monate bereits in den zwölf weiteren städtischen Bezirken ihr neues Sicherheitskonzept vorgestellt. An einem warmen Juniabend war nun Herrenhausen-Stöcken an der Reihe.

50 Stellen im Ordnungsdienst

Die versammelten Anwohner, Sachverständigen und der Bezirksrat waren geladen, Kommentare und Wünsche zu dem Vorhaben der Stadt abzugeben, die Von der Ohe zunächst erläuterte. 50 neue Stellen im Ordnungsdienst sollen geschaffen werden, 44 davon in Doppelbesatzungen in Streifen in der Stadt patrouillieren, vornehmlich zu Fuß, aber auch in Dienstwagen oder auf E-Bikes und Fahrrädern. Die Hälfte der Ordnungsdienstler wird in der Innenstadt tätig sein, die übrigen verteilen sich auf die äußeren Stadtbezirke. Der Ordnungsdienst soll die Themen Sicherheit in Zusammenarbeit mit der Polizei, aggressives Betteln und die Situation auf dem Raschplatz fokussieren und bei Ordnungswidrigkeiten wie dem Ablegen von Müll oder öffentlichem Urinieren tätig werden.

In der Goetheschule stießen die 4 Millionen Euro teuren Pläne der Stadt auf höfliche Begeisterung bis leicht ratlose Gesichter. Das mag daran liegen, dass der Herrenhäuser sich im Vergleich zu anderen Hannoveranern ohnehin recht sicher in seinem Bezirk fühlt. Über 90 Prozent gaben in einer Umfrage der Stadt an, dass sie sich tagsüber sicher bis sehr sicher fühlen, für abends gaben Dreiviertel der Teilnehmer die gleiche Antwort. Die Zahlen sind seit 1999 leicht gestiegen. Einige Anmerkungen haben die Zuhörer an diesem Abend allerdings schon. Hildegard Thimm aus der SPD-Bezirksratsfraktion bat darum, den Ordnungsdienst aufgrund von Lärm und Betrunkenen auch am Herrenhäuser, Stöckener und eventuell auch am Leinhäuser Markt vorbeizuschicken. „Wir vom Bezirksrat bekommen viele Hinweise, aber bei der Polizei geht keine Meldung ein“, sagte Thimm. Ihr Fraktionskollege Torsten Tegtmeier sprach ein weiteres Thema an: Die Bahnhöfe der Deutschen Bahn in Ledeburg und Leinhausen seien vermüllt und im Falle Leinhausens „nahezu unerträglich zugekotet von Tauben“, die Zusammenarbeit mit der Bahn gestalte sich seit Jahren problematisch. Auch andere Bürgern und Ratsmitglieder stören sich an wildem Müll im Stadtbezirk.

Wilder Müll in Parkanlagen

Ein Anlieger beschwerte sich über überquellende Mülleimer an der Schwarzen Heide, CDU-Ratsherr Wolfgang Neubauer erwähnte einen Handlungsbedarf bei dem wilden Müll in den Parkanlagen des Stadtbezirks. Auch wenn kurzzeitig andere Problematiken wie Falschparker am Stöckener Markt und in der Schwarzen Heide besprochen wurden – Verunreinigungen und wild abgelegter Müll blieben die bestimmenden Themen der Sondersitzung. Die Notwendigkeit eines neuen umfassenden Sicherheitskonzepts leuchtete daher nicht allen Anwesenden ein. „Wenn ich das Müllproblem mal herausnehme, tangiert uns das Konzept des neuen Ordnungsdienstes nicht“, erklärte Bernd Janischowsky von den Linken und bemängelte des Weiteren den mit ‚Sicherheit und Ordnung’ „martialischen Titel“ des Programms. Auch ein weiter Anwohner kritisierte das Sicherheitskonzept: „Wenn sie jemanden das Trinken in der Öffentlichkeit verbieten, dann zerschlagen sie auch sein Sozialleben, die Menschen treffen sich dort in ihrer Gruppe“. Von der Ohe konterte, dass die Stadt dies niemandem verbieten wolle, solange er Dritte nicht belästige.

Zum Ende der Sitzung sprachen Ratsmitglieder und Anlieger die Arbeitszeiten des Ordnungsdienstes an, dessen Arbeitsschluss um 22 Uhr erschien vielen als zu früh. „Da geht es bei uns auf dem Spielplatz erst los“, sagte ein Anwohner aus der Schwarzen Heide. „Wir wollen den Rahmen der Einsatzzeiten des Dienstes überprüfen und halten uns nicht daran fest“, sagte Ohe, der sich zu den Anmerkungen der Bürger und Ratsmitglieder Notizen gemacht hatte. Welche Änderungswünsche und Ergänzungen ihren Weg ins Konzept finden, könnten die Herrenhäuser in knapp sechs Monaten erfahren. Laut Bezirksbürgermeisterin Regine Bittdorf soll bereits Mitte Dezember eine zweite Sondersitzung zu dem Thema stattfinden.

Von Nadine Wolter

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