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Nord Investor will Wohnungen in Bahn-Siedlung bauen
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Investor will Wohnungen in Bahn-Siedlung bauen
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13:45 13.09.2010
Von Conrad von Meding
Verkauft mit der Siedlung: Der historische Wasserturm in Leinhausen. Quelle: Nancy Heusel

Ateliers, nicht-störendes Gewerbe und interessante Wohnungstypen könnten in der Siedlung aus dem vorletzten Jahrhundert entstehen. Über eine mögliche Wohnnutzung wird er allerdings hart mit der Stadt verhandeln müssen: Sie will wegen befürchteter Lärmprobleme eigentlich keine Wohnungen zulassen.

Das Mindestgebot lag bei knapp 600. 000 Euro, am Ende erhielt Stelter den Zuschlag bei 735 .000 Euro – nicht viel Geld angesichts des großen Grundstücks mit den architektonisch einmaligen Gebäuden. Allerdings wird er einen deutlichen Millionenbetrag in Sanierung und Entwicklung der Fläche stecken müssen. Zur erwarteten Höhe der Investition wollte Stelter sich noch nicht äußern: Die Summe hänge davon ab, was mit dem Planungsrecht vereinbar sei.

Er sei sicher, dass er von seinen Erfahrungen im Bahnhof Leinhausen profitieren werde. „Das Gebäude steht ebenfalls unter Denkmalschutz, die Behörden haben behutsame Eingriffe erlaubt“, sagt Stelter. Er hatte den Bahnhof 1999 gekauft und betreibt darin mit Erfolg ein großes Veranstaltungszentrum. Mit seiner Buchholzer Beteiligungsgesellschaft mbH hat er derweil noch mehr Gebäude saniert.

Mit seinem Engagement in der Siedlung Leinhausen will Stelter auch etwas für das Image des Umfelds tun. „Der Nordwesten der Stadt ist etwas stiefmütterlich weggekommen“, findet Stelter. Während die List, Linden und andere Stadtteile eigene Identitäten entwickelt hätten, fehle rund um Leinhausen etwas mit Alleinstellungsmerkmal. „Der Stadtteil hat es verdient, dass dort etwas passiert.“ Für die Sanierung schwebt ihm eine behutsame Modernisierung vor, wie sie das Ahrbergviertel am Deisterkreisel erfahren hat. Stelter selbst hat Architektur studiert: „Ich weiß, worauf ich mich einlasse.“

Zunächst will er jetzt dafür sorgen, dass die Gebäude winterfest gemacht werden. „Es ist eine Schande, wie die Immobilien in den vergangenen Jahren verwahrlost sind“, sagt Stelter. Unter anderem regnet es in die Stahlkuppel des markanten Wasserturms hinein, auch die beiden großen Magazingebäude und das alte Signalmeisterhaus leiden unter Feuchtigkeit. An einem Erhalt der Gebäude sei er interessiert, sagt Stelter: „Die großen, lichtdurchfluteten Räume machen den Charme aus.“ Zudem erlaube die Bauweise, auch in oberen Stockwerken schwere Anlagen aufzustellen. Wenn die Verhandlungen mit der Stadt zu künftigen Nutzungen erfolgreich verliefen, wolle er im kommenden Jahr mit dem Umbau beginnen und „möglichst in weniger als fünf Jahren fertig sein“.

An der Versteigerung des Areals hatten zuletzt nur zwei Bieter mitgewirkt, auch Stelters Konkurrent soll aus Hannover kommen. Mehr als 60 Exposés hatte Auktionator Mark Karhausen verschickt, etwa zehn Interessenten zuletzt noch die etliche Zentimeter dicken Vertragsunterlagen zugestellt. „Es lagen mehrere schriftliche Angebote vor, die aber kurz vor Auktionsbeginn wieder zurückgezogen wurden“, sagt Karhausen. Die Entwicklung des Geländes gilt wegen unklaren Baurechts, komplizierter Vertragsrechte mit der Bahn, komplexen Leitungssystemen und teilweise auch Kontaminationen im Untergrund als riskant. Mit dem Ergebnis sei er zufrieden, sagt der Auktionator. Der neue Eigentümer Stelter, der erst kurz vor der Auktion durch den Bericht der HAZ von dem Projekt erfahren hat, ist es auch: „Es wird eine echte Lebensaufgabe.“

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