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Jugendlicher in Hannover von Stadtbahn überrollt

Tödlicher Unfall Jugendlicher in Hannover von Stadtbahn überrollt

Ein 16 Jahre alter Jugendlicher ist in der Nacht zum Sonntag bei einem Unfall mit einer Stadtbahn in Hannover ums Leben gekommen. Das Fahrzeug erfasste den jungen Mann an der Haltestelle Appelstraße in der Nordstadt.

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Für den 16-Jährigen kam jede Hilfe zu spät.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Sein Leichtsinn ist einem 16-jährigen Schüler in der Nacht zu Sonntag zum tödlichen Verhängnis geworden. Der Jugendliche wollte in der Nordstadt zwischen zwei zusammengekuppelten Wagen einer Stadtbahn hindurch klettern. Die Bahn fuhr an, der Schüler geriet unter ein Drehkreuz, wurde fast hundert Meter mitgeschleift und tödlich verletzt. Der Unfall blieb zunächst unbemerkt. Erst 30 Minuten später bemerkte der Fahrer einer nachfolgenden Bahn den leblosen Körper im Gleisbett.

Was genau sich unmittelbar vor dem Unglück an der Haltestelle Appelstraße abspielte, ist bisher nicht bekannt. Nach derzeitigem Ermittlungsstand war der 16-jährige Hannoveraner in den frühen Morgenstunden zu Fuß an der Nienburger Straße unterwegs. Um 3.06 Uhr fuhr an der Haltestelle Appelstraße planmäßig eine Stadtbahn der Linie 5 mit Fahrtziel Anderten ein. Zwei Fahrgäste beobachteten durch ein Fenster, wie der 16-Jährige zunächst das parallel verlaufende Gleis überquerte und dann auf die Kupplung zwischen den beiden Wagen der grünen Stadtbahn vom Typ TW 6000 kletterte.

in 16 Jahre alter Jugendlicher ist in der Nacht zum Sonntag bei einem Unfall mit einer Stadtbahn in Hannover ums Leben gekommen.

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Als die Bahn kurz darauf anfuhr, war weder einer Ruck zu spüren, noch bemerkten die Fahrgäste oder der Fahrer irgendeine Auffälligkeit. Die Zeugen nahmen zunächst an, der Jugendliche sei unbeschadet davongekommen. Erst als die Stadtbahn bereits die Innenstadt erreicht hatte, entschlossen sie sich, dem Fahrer von dem jungen Mann zu berichten, den sie an der Appelstraße bei seinem waghalsigen Vorhaben beobachtet hatten. „Die Üstra hat daraufhin eine Streckenkontrolle veranlasst“, sagte am Sonntag Polizeisprecherin Anja Gläser. Doch noch bevor die Üstra-Mitarbeiter an der Nienburger Straße eintrafen, ging in der Leitstelle die Nachricht eines Fahrers ein, der mit einer Stadtbahn der Linie 4 in Richtung Roderbruch unterwegs war. Er hatte kurz hinter der Haltestelle Appelstraße den Leichnam im Gleisbett gesehen und die Bahn daraufhin gestoppt.

Am Sonntag deuteten an der Haltestelle nur noch die Kreidestriche der Polizei auf das tragische Unglück hin. Auf einer Strecke von knapp hundert Metern markierten die Beamten, auf welcher Höhe sie jeweils das Handy, die Tasche und einen Schuh des 16-Jährigen fanden.

Unklar ist, warum der Jugendliche überhaupt auf die Kupplung kletterte. Womöglich wollte er eine Abkürzung nehmen, um die Bahn noch pünktlich zu erreichen. In dem Fall wäre es von der Nienburger Straße aus aber eigentlich kürzer gewesen, beide Gleise an der dafür vorgesehenen Stelle zu überqueren und dann in den hinteren Teil der Bahn einzusteigen – es sei denn, der 16-Jährige kletterte vor dem Unglück bereits über den etwa 90 Zentimeter hohen Zaun, der die Haltestelle umgibt. Üstra-Sprecher Udo Iwannek sprach am Sonntag von einem „schrecklichen Vorfall“: „Wir warnen ausdrücklich vor einem so riskanten Verhalten. Der Fahrer kann nicht sehen, ob sich jemand im Kupplungsbereich aufhält.“ Hinweise zu dem Unfall nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0511-1091888 entgegen.

Gefahr auf den Gleisen

Die Gefahr, die davon ausgeht, Gleise an verbotenen Stellen zu betreten, wird immer wieder unterschätzt. Im November verlor ein 18-Jähriger beide Beine, nachdem er in der Station Lister Platz den unterirdischen Gleistunnel betreten hatte und in Richtung Sedanstraße gelaufen war. Der betrunkene Jugendliche geriet unter eine Stadtbahn, seine Beine wurden bei dem Unfall beide abgetrennt – das linke unterhalb und das rechte oberhalb des Kniegelenks.

Im Januar 2010 wurde eine 20-jährige Frau in Herrenhausen lebensgefährlich verletzt. Sie wollte eine Bahn in Richtung Innenstadt erreichen, die bereits in die Haltestelle Schaumburgstraße eingefahren war. Um den Weg abzukürzen, betrat die Frau die Trasse schon deutlich vor dem Haltestellenbereich. Beim Überqueren der Gleise übersah sie eine von links nahende Stadtbahn. Die Bahn erfasste die Frau und schleifte sie mit.

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Für den 16-Jährigen kam jede Hilfe zu spät.

Nach dem tödlichen Unfall eines 16-Jährigen unter einer Stadtbahn in der Nordstadt von Hannover bleibt der Hintergrund weiterhin unklar. Der Jugendliche wollte zwischen zwei zusammengekuppelten Wagen einer Stadtbahn hindurchklettern. Als die Bahn anfuhr, geriet der Schüler unter ein Drehkreuz, wurde fast hundert Meter mitgeschleift und dabei tödlich verletzt.

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Von Redakteur Vivien-Marie Drews