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Keine neuen Läden an der Bodestraße

Nordstädter Einzelhandel Keine neuen Läden an der Bodestraße

Der Einzelhandel am Engelbosteler Damm soll vor Konkurrenz beschützt werden. Die Bodestraße erhält deshalb einen neuen Bebauungsplan - ohne weitere Ladenflächen.

Wie lässt sich der bestehende Einzelhandel am Engelbosteler Damm am besten schützen? Die Stadt sieht in Ansiedlungen „in zweiter Reihe“ – also abseits der Geschäftszeile – eine Gefahrenquelle. So sollen an der Bodestraße keine neuen Ladenflächen mehr entstehen dürfen. Der entsprechenden Drucksache stimmte die SPD-Fraktion in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats nur zögerlich zu.

Die Sozialdemokraten waren zunächst anderer Meinung. „Wie wirkt es sich auf den nördlichen E-Damm aus, wenn an der Bodestraße kein neuer Einzelhandel zugelassen wird?“, fragte Fraktionschef Detlev Schmidt-Lamontain. Es gibt das „Nordstadt-Zentrum“ an der Bodestraße; mit Rewe-Markt, weiteren Geschäften und dem Polizeikommissariat Nordstadt. Daran wird auch nicht gerüttelt. Der Verwaltung geht es um die alten Industriehallen einer Metallbaufirma zwischen Geschäftshaus, Engelbosteler Damm und den Bahngleisen. Zwar existieren auch dort weitere Gewerbebetriebe, bislang aber weder Einzelhandel noch Spielhallen.

Damit das so bleibt, muss der Bezirksrat einem neuen Bebauungsplan der Stadt zustimmen. „Das ist eine schwierige Entscheidung“, sagte Schmidt-Lamontain. Neue Glücksspielbetriebe will zwar niemand im Bezirksrat; und aus Sicht der Stadt gibt es davon am E-Damm ohnehin zu viele. Doch die SPD erwog folgenden Gedankengang: Neue Einzelhandelsbetriebe an der Bodestraße könnten sowohl den dort angesiedelten Rewe-Markt stärken – und damit auch einen Auftrieb für den nördlichen Teil des E-Damms bedeuten. Seit Langem sorgen sich die Bezirksratspolitiker um die Geschäftswelt an der Stadtbahnhaltestelle Strangriede. „Dort gibt es Leerstände und weniger attraktive Anbieter“, sagte Schmidt-Lamontain.

Die Stadt hat indes im Februar dieses Jahres ein neues Einzelhandelskonzept für die Stadt aufgelegt. Darin hat sie wichtige Versorgungszentren aufgelistet, die von der Kommune gestärkt werden soll. Der E-Damm gehört dazu. „Würden wir ein neues Zentrum an der Bodestraße stärken, wäre das kontraproduktiv“, sagte Stadtplanerin Ulrike Roth. Alles, was im strittigen Gebiet hinter dem „Nordstadt-Zentrum“ Kaufkraft anzieht, schwächt den E-Damm weiter. Davon sind die Städteplaner überzeugt. „Jeglicher Einzelhandel muss zu der Haupteinkaufsstraße ausgerichtet sein“, fasste Roth das Ansinnen der Stadt zusammen.

Auch die SPD ließ sich letztendlich davon überzeugen. Der Bezirksrat stimmte dem neuen Bebauungsplan für die Bodestraße einmütig zu. Damit ist das Verfahren abgeschlossen; die Ratsgremien reden nicht mehr mit.

Marcel Schwarzenberger

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