Die Verwaltung möchte die hannoverschen Wochenmärkte aufwerten, und besonders die notleidenden Märkte in den westlichen und nördlichen Stadtteilen sollen gestärkt werden. Flächendeckend möchte die Stadt den Internet-Auftritt verbessern und mit einer besseren Beschilderung – die Rede ist von fünf bis sechs Meter hohen Pylonen auf jedem Marktplatz – für mehr Aufmerksamkeit sorgen.
Zuvor sollen Kunden auf allen hannoverschen Wochenmärkten befragt werden, ob sie zufrieden sind mit Angebot und Präsentation und was möglicherweise verbessert werden könnte. Die Verwaltung scheut aber auch nicht davor zurück, besonders kleinen Märkten mit einem Umzug oder gar dem vollständigen Aus zu drohen. Beispiele dafür finden Sie in den unten aufgeführten Folgeartikeln.
Zurzeit gibt es in Hannover 28 Wochenmärkte, die die Stadt offziell als solche führt und die von 170 festen und 120 tageweise zahlenden Händlern bedient werden. Daneben existieren noch einige kleinere Märkte mit Sondernutzungs-Status – beispielsweise in Vahrenheide oder in Bothfeld – sowie private Märkte wie etwa in Anderten.
Während auf den Wochenmärkten in den südlichen und östlichen Stadtteilen das Lebensmittelangebot mit Obst und Gemüse sowie Fisch, Fleisch und Käse im Vordergrund steht, werden im Norden und Westen der Stadt auch viele „Non-Food“-Artikel präsentiert: Kleidung, Schuhe, Haushaltswaren oder Billigprodukte von Spielwaren bis zu Handy-Hüllen. Diese Märkte gelten als problematisch, da es hier nur wenige Lebensmittelshändler gibt und neue Anbieter das Revier meist schnell wieder verlassen; hier hat der Käsespezialist gegen den Klamottenhändler wenig Chancen. Auch sind oft Discounter in der Nähe angesiedelt, deren Niedrigpreise die Marktbeschicker kaum unterbieten können. Die Verwaltung hat die Wochenmärkte in drei Kategorien aufgeteilt.
- Die beliebten und gut funktionierenden Märkte (11): Hogrefestraße (Stöcken), Klagesmarkt (Mitte) am Sonnabend, Lindener Marktplatz dienstags und sonnabends, Wallensteinstraße (Oberricklingen), Moltkeplatz (List), Klopstockstraße (List), Lister Meile (Oststadt), Friedenskirche (Zooviertel), Stephansplatz (Südstadt) und Fiedelerplatz (Döhren).
- Die entwicklungsfähigen, aber gut angenommenen Märkte (12): Meldaustraße (Herrenhausen), Jahnplatz (Vahrenwald), Sahlkampmarkt, Pfarrlandstraße (Linden-Nord), August-Holweg-Platz (Ricklingen), Badenstedter Markt, Davenstedter Markt, Bussestraße (Groß-Buchholz), Roderbruch (Groß-Buchholz) dienstags und freitags, Kardinal-Galen-Schule (Misburg), Schaperplatz (Kleefeld).
- Die Märkte mit „hohem Entwicklungspotenzial“, also schlecht laufende Märkte(5): Rathausplatz Vinnhorst, Klagesmarkt (Mitte) am Dienstag, Grüner Brink (Ahlem), Mühlenberger Markt, Rübezahlplatz (Mittelfeld).
Die Abteilung für Marktwesen im Fachbereich Wirtschaft hat die Parole ausgegeben, das positive Image der Wochenmärkte in Hinblick auf Frische, Vielfalt und persönliche Beratung wieder herzustellen. „Der Wochenmarkt als Erlebnis und harmonische Ergänzung des Stadtteils wird den Käufer auf längere Sicht so überzeugen, dass der anonyme Einkauf im Supermarkt nachrangig wird“, heißt es hoffnungsvoll in einem Arbeitspapier. Im Mai soll eine Kundenbefragung auf den Märkten beginnen; eine Ausschreibung, um eine geeignete Agentur zu finden, wertet die Stadt derzeit aus. In der zweiten Jahreshälfte könnten dann verschiedene Verbesserungs-Ideen in die Tat umgesetzt werden:
- Die Präsentation jedes einzelnen Wochenmarktes auf einer Extra-Seite im Internet, einschließlich Foto und Karte,
- die Installation großer Werbe-Pylone auf jedem Marktplatz, mit einem Banner in luftiger Höhe und Angaben zu Öffnungszeiten und Angebot in Bodennähe,
- eine Pressekampagne in den Tageszeitungen, mit deren Hilfe die Attraktivität der Märkte per Anzeigen illustriert wird,
- das Anbringen gleichfarbiger Standverkleidungen – so genannter Schürzen – an den Tresen der Marktstände; hier hätten die Händler allerdings ein gewichtiges Wörtchen mitzureden, da sie diese Schürzen finanzieren müssten,
- das Verbannen von Non-Food-Händlern aus den Eingangsbereichen der Plätze, um zu vermeiden, dass Wochenmärkte allzu sehr an Flohmärkte erinnern; die dementsprechenden Verhandlungen mit den Händlern werden nach Einschätzung von Marktamt-Chef MichaelFlohr aber „nicht immer einfach“ sein.
2009 steht dem Fachbereich Wirtschaft zur Stärkung der Wochenmärkte ein – relativ geringfügiger – Etat von 65 000 Euro zu Verfügung. „Aber die Kampagne wird sicherlich nicht in diesem Jahr enden“, meint Flohr. Wichtig sei, jeden Stadtteil einzeln zu betrachten und die Mittel geschickt einzusetzen: „Denn es gibt sicherlich nicht nur die eine Strategie, die auf alle Märkte gleichermaßen anzuwenden ist.“
Wenn Sie Lob oder Kritik am Wochenmarkt in Ihrer Nachbarschaft loswerden möchten oder Verbesserungsvorschläge haben, können Sie uns unter dem Stichwort „Märkte“ einen Leserbrief schreiben an die Adresse Stadt-Anzeiger Nord, 30148 Hannover. Oder Sie schicken eine E-Mail an stadt-anzeiger@madsack.de.
von Michael Zgoll
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Kommentare
Evangelische Landeskirche reisst Spielplatz ab Michael Janssen , 26721 Emden – 06.05.09
Liebe Leserinnen und Leser,ich weiss ja nicht, ob diese unglaubliche Geschichte in Hannover irgendjemanden interessiert...
Margot Käßmann, Landesbischöfin der der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers, lässt für den neues Superintendenten Detlef Klahr ein neues Superbüro bei uns im Emden bauen.
Als Bauplatz hat sich Frau Käßmann den größten und schönsten Kinderspielplatz in der Emder Innenstadt ausgesucht.
Man hätte 2 Jahre nach einem geeigneten Baugrundstück gesucht.
Wer wundert sich da, wenn die Leute aus der Kirche austreten?