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Kuppel des Wasserturms erhält neue Stahlhaut

Leinhausen Kuppel des Wasserturms erhält neue Stahlhaut

In Leinhausen steht Hannovers wohl niedlichster Wasserturm. Der rote Ziegelbau mit seiner Stahlkuppel obendrauf und der „Halsbinde“ aus grünem Holz dazwischen misst nur etwa 30 Meter. Jahrzehntelang hat sich niemand um ihn gekümmert, die zentimeterdicke Stahlhaut seines Wasserbassins ist an etlichen Stellen durchgerostet.

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Luftiger Arbeitsplatz: In 30 Metern Höhe schweißt Wolfgang Bähnck von der Firma Gundlach Stahlbau die zentimeterdicken Metallplatten ins Dach. Dazu ist die Kuppel eingerüstet worden.

Quelle: Hagemann

Leinhausen. Jahrzehntelang hat sich niemand um den Wasserturm in Leinhausen gekümmert. An etlichen Stellen ist die zentimeterdicke Stahlhaut durchgerostet. Jetzt brennt Stahlschweißer Wolfgang Bähnck neue Platten in das Dach.

Wenn alles dicht ist, könnten Ateliers oder Loftwohnungen in dem Turmbau entstehen – wenn die Stadt mitspielt. Es ist ein verwunschenes Areal an der Einbecker Straße. In dem alten Bahnausbesserungswerk wurden schon Dampfloks gewartet und die alten Waggons der Reichsbahn repariert und geschmiert. Seit Jahren aber ist das Gelände stillgelegt, nur noch in einigen Büros brennt Licht. Der Hannoveraner Axel Stelter hat das gesamte Areal vor zwei Jahren für knapp eine Dreiviertelmillion Euro gekauft – und hat alle Hände voll zu tun, den Verfall zu stoppen. „In wenigen Tagen sind alle Dächer dicht“, sagt er stolz. Einer der großen Magazinbauten, die in der Architekturtradition der „Hannoverschen Schule“ mit ihrer Ziegeloptik das Gelände zieren, erhält derzeit einen komplett neuen Dachstuhl. „Das war unterm Strich billiger, als Stück für Stück zu flicken“, sagt Stelter.

Doch beim Wasserturm hilft nur Flickwerk – allerdings in Form echten Handwerks. „Stahlplatten in dieser Stärke und mit exakt diesem Radius herstellen zu lassen, ist heutzutage kaum zu finanzieren“, sagt Stelter. Immerhin stammt die Kuppel etwa aus dem Baujahr der Titanic und ist auch mit identischer Nietentechnik verbunden. Deshalb wird kreativ ausgebessert: Die Mitarbeiter der Gundlach-Stahlbausparte haben aus dem unteren Bereich des Bassins, das von außen ohnehin nicht sichtbar ist, große Platten herausgetrennt, die nun oben passgenau wieder eingefügt werden. So soll das charmante Bauwerk am Ende wasserdicht und zumindest optisch wieder im Originalzustand sein.

Die durchgerostete Kuppel des Leinhäuser Wasserturms erhielt am Mittwoch neue Platten für das Dach.

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Die Pläne für den Turm stammen aus dem Jahr 1909, kurz darauf dürfte er errichtet worden sein. Fortan versorgte er die kleine Bahnsiedlung ringsherum mit Wasserdruck aus seinem knapp zwölf Meter hohen, taillierten Bassin. Was genau später im Inneren passieren wird, darüber hat Stelter bisher noch keine Klarheit. „Die Stadt hat leider noch nicht begonnen, einen Bebauungsplan aufzustellen“, sagt der studierte Architekt. Ihm schweben loftartige Atelierwohnungen auf dem Gelände vor. „Hier lassen sich Wohnen und Arbeiten erstklassig verbinden“, sagt er. Allerdings müssen Regelungen getroffen werden, um das Gelände vor Lärm abzuschirmen: Nebenan liegen die Reparaturwerkstätten der S-Bahn, dahinter ist der Stadtbahn-Betriebshof Leinhausen. Im Moment ist es dort idyllisch ruhig, doch könnte bei veränderter Nutzung später einmal Lärmemissionen von dem Areal ausgehen.

Stelter ist zuversichtlich, solche Probleme lösen zu können. Er hat unter anderem den alten Leinhäuser Bahnhof zum Veranstaltungszentrum ausgebaut. „Auch damals gab es anfangs viele Vorbehalte“, sagt er: „Aber Probleme sind zum Lösen da.“ Dem Stadtteil ringsherum, glaubt er, würde ein besonderes Wohngebiet guttun: „Stöcken und Leinhausen brauchen Veränderungen.“

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