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Nord Ledeburg erhält offenen Bücherschrank
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Ledeburg erhält offenen Bücherschrank
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13:32 11.11.2010
Bürger und Politiker räumen zur Eröffnung des offenen Bücherschranks in Ledeburg Bücher ein. Quelle: Schmidt
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„Na Karl-Heinz, hast Du Karl May ausgeräumt?“, begrüßt die Bezirksbürgermeisterin Margrit Heidi Stolzenwald einen Bekannten, der eine augenscheinlich schwere Tüte dabei hat. Er ist nicht der einzige, der an diesem Nachmittag gut bepackt gekommen ist. Trotz Nieselregens haben viele Ledeburger die Einladung angenommen, den stadtweit 18. offenen Bücherschrank an der Ecke Immelmannstraße / Am Fuhrenkampe erstmalig zu befüllen.

Der braune Vitrinenschrank wurde wie seine Vorgänger vom Werkstatt-Treff Mecklenheide gebaut und ist wasserfest. Die Ledeburger Bücherfans sind es auch: Kaum ist der Schrank enthüllt, füllen sich die Regale auch schon: Krimis, Ratgeber, Fachbücher und Romane satt. „Das geht ja ruckzuck“, freut sich Ronald Brantl, Diakon an der benachbarten Bodelschwinghkirche. Von dort war die Idee für einen offenen Bücherschrank in Ledeburg gekommen.

„Wir wurden so oft von Erwachsenen gefragt, warum bei uns nur Kinderbücher auszuleihen sind“, erzählt Brantl. Seit 1995 schon existiert in der Gemeinde eine Kinderbücherei. Junge Leseratten haben diese Einrichtung gerettet. Aber als die städtische Fahrbücherei vor ein paar Jahren Ledeburg aus dem Fahrplan strich, fiel für Erwachsene die öffentliche Versorgung mit Büchern weg – bis der Vorsitzende des Gemeindebeirats Reinhardt Passuth die Idee vorbrachte, dass auch in Ledeburg gut ein offener Bücherschrank stehen könne.

Jetzt steht er. Und zwar so, dass es auch nachts nicht zu dunkel um den Schrank wird. Ursprünglich hatten die Initiatoren von der Bodelschwinghkirche vorgehabt, den Schrank auf dem Kirchenvorhof zu platzieren. Doch diese Idee wurde verworfen, weil dort abends Licht fehlt. Außerdem wollte man Menschen mit Berührungsängsten nicht abschrecken. An der Straßenkreuzung werfen jetzt mehrere Laternen Licht auf den Schrank. Trotzdem wollen die Initiatoren von der Bodelschwinghkirche zusätzlich ein Auge auf den Schrank haben und seinen Inhalt gelegentlich überprüfen.

Übrigens ist es so gut wie beschlossene Sache, dass weitere Möbel an der Kreuzung aufgestellt werden. „Wir brauchen ein oder zwei Bänke, wie soll man denn sonst gemütlich stöbern?“, sagt ein Passant, und viele der Versammelten nicken. Fehlt nur noch ein Sponsor. Bezirksbürgermeisterin Margrit Heidi Stolzenwald will sich darum kümmern.

Karin Vera Schmidt

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