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Lücke an Schulenburger Landstraße wird geschlossen

Hainholz Lücke an Schulenburger Landstraße wird geschlossen

Über viele Jahre bot die Brachfläche an der Schulenburger Landstraße 18/20 ein wenig ansehnliches Bild. Die Hainholz Bauinvest GmbH aus Peine plant ein fünfgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage und Aufzug und investiert dafür 3,5 Millionen Euro.

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Ein Wohn- und Geschäftshaus soll die Lücke an der Schulenburger Landstraße schließen.

Quelle: Nova Bauplanung

Hannover. Über viele Jahre bot die Brachfläche an der Schulenburger Landstraße 18/20 ein wenig ansehnliches Bild. Eine niedrige Mauer, die das Grundstück zur Straße hin abgrenzte, war halb verfallen, das Gelände verwahrlost und oft mit Müll übersät. Im Kontrast zu den zwei adretten Doppelhäusern im Hintergrund wirkte die Fläche davor umso trostloser.

Alle Zeichen deuten darauf hin, dass die Baulücke direkt an der Stadtbahnhaltestelle Fenskestraße nun bald geschlossen wird. Die Hainholz Bauinvest GmbH aus Peine plant ein fünfgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage und Aufzug und investiert dafür 3,5 Millionen Euro. Vorgesehen sind 16 Mietwohnungen in der ersten bis vierten Etage sowie bis zu vier Geschäfte im Erdgeschoss. Der Bauantrag soll inzwischen nach langer Vorbereitungszeit kurz vor der Genehmigung stehen. „Es war nicht ganz einfach, alles mit Sanierungsbehörde, Stadtentwicklung und Bauamt abzuklären. Und sie waren nicht immer einer Meinung“, sagt Geschäftsführer Wilfried Grobe. Erworben hatte die Gesellschaft das Grundstück vor knapp zwei Jahren.

„Es ist abenteuerlich, da zu bauen. Dabei heißt es ja, dass in Hannover Wohnraum benötigt wird“, sagt André Fiebig von der Hainholz Bauinvest. Das rund 960 Quadratmeter große Grundstück an der Schulenburger Landstraße weist tatsächlich einige Tücken auf. Die zwei Doppelhäuser in zweiter Reihe stehen dicht am vorderen Gelände, dürfen aber nicht zu stark verschattet werden. Der Neubau wird deshalb nur zur Straßenseite hin eine geschlossene Front bilden. Für die Rückseite hat Architekt Shahin Noshad von der Nova Bauplanung GmbH eine begrünte Dachterrasse vorgesehen. Im Innenhof sind Grünflächen mit einer Spielecke für Kleinkinder geplant, außerdem eine Rampe zur Tiefgarage und vier Parkplätze für die Bewohner der Reihenhäuser.

Die schwierigen Bedingungen für die Bebauung sollen bei der Vorbesitzerin den Ausschlag gegeben haben, das Gelände wieder zu verkaufen. Mit einer Teilgenehmigung konnte die Hainholz Bauinvest erste Arbeiten bereits vornehmen lassen. Dazu gehörten Testbohrungen nach Sprengkörpern aus dem Zweiten Weltkrieg, speziell dort, wo später Spundwände für die Tiefgarage gesetzt werden. Wegen des hohen Grundwasserspiegels muss die Kellerebene in eine Art Wanne gesetzt werden. Die Kampfmittelbeseitigung wird später auch die Ausbaggerung begleiten.

Größere Probleme bereiten auch die vorhandenen Wasser- und Gasleitungen unter dem Bürgersteig. „Sie verlaufen sehr dicht an unserer Grundstücksgrenze. Wir mussten sie vorsichtig in Handarbeit mit Schaufel freilegen lassen“, berichtet André Fiebig. Das nahm mehrere Wochen in Anspruch, die bisherigen Pläne gaben die Lage nicht korrekt wieder. „Wir haben gekämpft, um die vorhandenen Versorgungsleitungen zu finden und einzuzeichnen“, bestätigt Architekt Noshad.

Für die Fassade hat Noshad rote Klinker in verschiedenen Schattierungen sowie anthrazitfarbene Fenster ausgewählt. „Das Ziegelgebäude lehnt sich an die Industriegeschichte von Hainholz an“, erläutert die städtische Planerin Uta Schäfer. Im Erdgeschoss können auf 353 Quadratmeter ein bis vier Geschäfte einziehen. In den vier Obergeschossen sind Zwei-, Drei- und Vierzimmermietwohnungen jeweils mit Fußbodenheizung und Balkon auf 77 bis 112 Quadratmetern Fläche geplant. Die Fenster sind zum Lärm- und Wärmeschutz dreifach verglast. Zwei der Wohnungen werden behindertengerecht mit breiteren Türen ausgestattet. Der Aufzug ist ebenfalls größer als üblich bemessen.

„Wir wollen das Gebäude langfristig im Bestand behalten und vermieten“, betont Fiebig. Die Hainholz Bauinvest ist eigens für Bau und Betrieb des Hauses gegründet worden. Die Firma gehört zur Elfi Verwaltungs GmbH, die das Vermögen aus dem Verkauf eines metallverarbeitenden Betriebs in Peine verwaltet. Der Gruppe gehört bereits das Ärztehaus Hainholz in der Bohnhorststraße/ Ecke Schulenburger Landstraße.

Die Familien in den vier Häusern in zweiter Reihe hatten vor rund acht Jahren gebaut - und wohl still gehofft, dass auf dem vorderen Grundstück auch weiterhin nichts passiert. „Ich persönlich bin überhaupt nicht begeistert und würde sofort ausziehen“, sagt Hatice Ince. Ihr Ehemann betreibt mit seinen Brüdern die Patisserie „Efendi Bey“ in der Münzstraße. Die Nachbarinnen, die zugleich Schwägerinnen der 43-Jährigen sind, betonen, dass die Familien über die Situation informiert waren. „Wir hatten anfangs versucht, auch das vordere Grundstück zu kaufen. Das hat damals leider nicht geklappt“, bedauert Hatice Ince.

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