Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nord Künstlergraffiti schützt Denkmal vor Vandalismus
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Künstlergraffiti schützt Denkmal vor Vandalismus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 14.09.2018
Der Turm der Grundschule Marienwerder wurde von einem Graffitikünstler gestaltet – den Schülern gefällt es. Quelle: Villegas
Marienwerder

Seit zehn Jahren steht die Grundschule Marienwerder unter Denkmalschutz. Das Gebäude aus dem Jahr 1965 sei ein ausgewiesenes Zeugnis der Bau- und Kunstgeschichte von Schulbauten aus den Nachkriegsjahren, heißt es in der Begründung. Konzipiert hat es der Architekt und Bildhauer Stefan Schwerdtfeger, der in Hannover unter anderem für das Mahnmal für die Synagoge in der Roten Reihe, an der Zufahrt zum Flughafen Langenhagen für die rote Stahlspirale „up and away“ und das Leibniz-Denkmal in der Georgstraße verantwortlich zeichnet.

Vandalen wurden nie gefasst

Den unbekannten Tätern, die die Grundschule Marienwerder in den vergangenen Jahren immer mal beschädigt oder beschmiert haben, war der historische Wert des Denkmals sichtlich egal. Erst seitdem die Schule und die Stadt mit Zustimmung des Denkmalschutzes einige Wände von einem Graffitikünstler haben gestalten lassen, ist es besser geworden mit dem Vandalismus.

Früher seien zumeist Fensterscheiben eingeschlagen und wilde Graffiti gesprüht worden, teilt eine Stadtsprecherin mit. In keinem Fall wurde der Schuldige ausfindig gemacht. Da die Schule teils schwer einsehbar sei, gebe es keine „soziale Kontrolle“ durch Bewohner des nahe liegenden Wohnviertels. Beschmiert worden waren besonders häufig die einem Park zugewandte Gebäudeseite, die Schulhofmauer und der Schornstein.

Mit Denkmalschutz abgestimmt

2015 – zum 50. Geburtstag der Schule – wurden die innere Seite der Schulhofmauer und die Wand eines Technikraums zur Sporthalle westseitig von einem Graffitikünstler gestaltet, und der Eingangsbereich, sowie später dann alle weißen Wandflächen bis auf die Garagengebäude wurden durch Langzeitsarbeitslose vom Stützpunkt Hölderlinstraße neu gestrichen. Wilde Schmierereien gab es hier seitdem nicht mehr. Allerdings haben die Graffiti des Künstlers wohl andere Sprayer animiert, dort auch ihre Tags zu hinterlassen. Die hat die Stadt bislang nicht entfernen lassen.

Im Oktober 2017 wurde auch der Turm von dem Graffitikünstler besprüht. Er hatte seinen ersten Entwurf nach Gesprächen mit dem Gebäudemanagement, der städtischen Denkmalpflege und der Schulleitung noch mal überarbeitet. Da dadurch das Erscheinungsbild und der Denkmalwert der Schule nicht beeinträchtigt worden seien, habe man dem zugestimmt, sagt eine Stadtsprecherin. Bei Schülern, Eltern und Lehrern sei die Künstleraktion positiv aufgenommen worden. „Grundsätzlich lässt sich sagen, dass gut gestaltete und ansprechende Räume, auch Außenräume, weniger anfällig für Vandalismus sind.“

Empfehlung für andere Schulen

Auch Salome Bokelmann, die Leiterin der Grundschule Marienwerder, hält die Aktion für nachahmenswert für andere Schulen: „Ich würde es weiterempfehlen.“ Die Gestaltung des Schornsteins käme bei den Schülern an, auch die Motive für die Mauern seien zuvor in Schülerarbeitsgemeinschaften erarbeitet und in allen Gremien abgestimmt worden.

Von Saskia Döhner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am Freitag, 14. September, findet der SportScheck-Run in der Innen- und Südstadt statt. Dadurch wird es zu Straßensperrungen und Verkehrsbehinderungen bis in die Nacht kommen.

16.09.2018

Beim Richtfest der Goetheschule in Herrenhausen war Oberbürgermeister Stefan Schostok zu Gast. Das Sanierungsprojekt ist mit 34 Millionen Euro eine der teuersten Schulsanierungen Hannovers.

12.09.2018

Ab sofort läuft das Kunst- und Kulturfestival Muse in der Nordstadt. An über 100 Orten zeigen Profis und Amateure zwei Wochen lang ihr Können mit Lesungen, Konzerten, Theater oder Ausstellungen.

09.09.2018