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Initiative „Jedes Kind zählt“

Mehr Bewegung für Kinder in Hainholz

Von Kristian Teetz

Ein Stadtteil kommt in Schwung: Die Initiatoren des Projekts „Jedes Kind zählt“ wollen eine Bewegungsoffensive für Kinder in Hainholz starten. Zum Projektauftakt können Eltern und Kinder am morgigen Freitag im Kulturhaus verschiedene Spiele und Übungen kennen lernen.
Die Hainhölzer Initiative richtet sich neben Familien an Erzieherinnen und Lehrer, die als Multiplikatoren Kinder zu mehr Bewegung motivieren sollen.

Die Hainhölzer Initiative richtet sich neben Familien an Erzieherinnen und Lehrer, die als Multiplikatoren Kinder zu mehr Bewegung motivieren sollen.

© dapd (Symbolbild)

Hainholz. Mit einer Bewegungsoffensive soll der Stadtteil Hainholz in Schwung gebracht werden. „Wir haben festgestellt, dass dort viele Kinder Bewegungsdefizite aufweisen“, sagt Carmen Rautenberg vom Projektteam „Jedes Kind zählt“. Das soll sich nun ändern. „Wir wollen Eltern, Lehrer, Kindergärtnerinnen, Einrichtungen und Netzwerke im Stadtteil sowie weitere Multiplikatoren davon überzeugen, wie wichtig Bewegung für Kinder ist“, so Rautenberg weiter. Die Initiative wird wissenschaftlich von der Fachhochschule Hannover begleitet.

Familien können am morgigen Freitag mit ihren Kindern zwischen 14 und 18 Uhr im Kulturhaus in der Voltmerstraße 36 diverse Übungen und Spiele kennenlernen. „Es existieren zwar schon etliche Projekte in Hainholz. Aber auf Bewegung wird selten ausreichend geachtet“, betont Rautenberg. Am morgigen Bewegungstag soll nicht nur Kindern Spaß an der Bewegung vermittelt werden, sondern es werden auch gezielt Multiplikatoren angesprochen, die in Zukunft Übungen und Spiele vermitteln sollen. Dazu gehören Kindergärtnerinnen, Lehrer, Eltern und andere, die sich engagieren wollen. „Wir werden diese Vermittler anschließend ausbilden“, kündigt Rautenberg an. So soll die Nachhaltigkeit des Projekts gesichert werden. „Die Inhalte werden anschließend von den Ausgebildeten in die Familien und Einrichtungen getragen.“ Familiennachmittage und andere Aktionen seien weitere Möglichkeiten, „Bewegung in den Stadtteil zu bringen“.

Zielgruppe der Bewegungsinitiative sind Kinder zwischen null und zehn Jahren. „Man kann schon mit einfachen Spielen und Übungen zu guten Ergebnissen kommen“, sagt Rautenberg. So wird Kindern bis zu drei Jahren gezeigt, wie sie mit Alltagsgegenständen spielen können. Kindergartenkinder bewegen sich zu Reimen und Fantasiespielen. „Bei Grundschülern, vor allem bei Erstklässlern, ist es wichtig, dass sie Pausen beim Lernen eingelegen. Die Kinder haben in diesem Alter einen ausgeprägten Bewegungsdrang“, sagt Rautenberg. „Dann kommen sie in die Schule und sollen den ganzen Vormittag still sitzen. Das entspricht nicht der Entwicklung des Kindes“, ergänzt die Heilpädagogin. „Man sagt, nach 20 Minuten kann kein Kind mehr stillsitzen.“ Deswegen empfehlen die Initiatoren von „Jedes Kind zählt“, das von der FH-Professorin Dörte Detert geleitet wird, kleine Entspannungsübungen im Unterricht sowie Pausenspiele. Wichtig sei ein ganzheitlicher Ansatz. Dazu gehörten auch gesundes Essen und entsprechende Möbel im Klassenzimmer. „Die Fridtjof-Nansen-Grundschule arbeitet auf diesem Gebiet sehr vorbildlich“, sagt Rautenberg.

Dem morgigen Bewegungstag sind bereits Aktionen vorangegangen. In der Auftaktveranstaltung „Bewegte Eltern-Kind-Freizeit“ war der Wunsch nach einem „Waldtag“ geäußert worden, der dann am 5. November des Vorjahres in der Eilenriede angeboten wurde. „58 Menschen verschiedenen Alters und verschiedener Nationalität nahmen daran teil“, erzählt Rautenberg.

Die Idee für das Projekt „Jedes Kind zählt“ ging aus dem Fachbereich Bildung und Qualifizierung der Landeshauptstadt Hannover hervor. Die Leitung wurde der dort zugehörigen Bildungsoffensive Hainholz übertragen. „Es ist unser Traum, das Angebot auf andere Stadtteile auszuweiten, wenn sich unser Vorgehen bewährt“, sagt Rautenberg. Fünf Einrichtungen aus dem Stadtteil beteiligen sich an dem Projekt: die evangelisch-lutherische Kindertagesstätte, die Tagesgruppe Stephansstift, das Familienzentrum, die Grundschule Fichteschule und der Kulturtreff Hainholz. Dort werden morgen die Räume im Erd- und Untergeschoss genutzt. Angeboten werden unter anderem eine „Bewegungsbaustelle“, eine Rückenschule, Kreisspiele, Spielen mit Alltagsmaterialien und Entspannungstraining. Ein Café und Infostände – etwa vom VfV Hainholz – runden das Angebot ab. Der Eintritt ist frei.

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