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Neues Leben auf altem Sorst-Gelände

Hainholz Neues Leben auf altem Sorst-Gelände

Hainholz entwickelt sich: Im kommenden Jahr sollen Arbeiten am Hainhölzer Markt beginnen. In den Marinebau ist ein chinesisches Restaurant eingezogen. Nun ist der Großteil in dem alten Gebäude vermietet.

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Der Marinebau ist das letzte erhaltene Gebäude des ehemaligen Sorst-Geländes.

Quelle: Schwarzenberger

Hainholz. Die Hainhölzer Gastronomie ist gewachsen: Am vergangenen Wochenende eröffnete das Beiwi-Buffet. Das Restaurant bietet viel Platz für bis zu 190 Gäste. Sein Einzug in den denkmalgeschützten Marinebau markiert einen weiteren Schritt zur Revitalisierung des ehemaligen Sorst-Geländes zwischen Schulenburger Landstraße und Voltmerstraße. Seit drei Jahren bemüht sich Investor Steffen Dreßler um Sanierung und Neubelebung des Marinebaus, dem einzigen historischen Überbleibsel des Werks, das einst Stahlschränke und Lochbleche produzierte und 1999 geschlossen wurde. „Wir haben jetzt gut 90 Prozent vermietet“, sagte Dreßler.

Sanierung im Jahr 2010

Der sogenannte Marinebau mit seiner klassischen Industriearchitektur und der Klinkerfassade beherbergte einige Jahre lang etliche Künstlerateliers. Deren letztes Stündchen hatte 2009 geschlagen, als Gutachter in der Gebäudesubstanz giftige polyzyklische aromatisierte Kohlenwasserstoffe entdeckten. Damals hatten die Künstler das Gebäude vom Sorst-Nachfolger Mevaco kaufen wollen, nahmen vom Vorhaben aber Abstand. Mit Aragon-Investor Dreßler fand sich 2010 aber ein Käufer, der gut drei Millionen Euro in die Sanierung investierte. Es folgten Verhandlungen zwischen Aragon und den Denkmalschützern, die möglichst viel vom ursprünglichen, mehr als 90 Jahre alten Gebäude erhalten wollten. Hohe Innenräume und aus der Fassade herausragende Stahlträger sind einige Elemente, die an die industrielle Vergangenheit des Marinebaus erinnern. Vor zwei Jahren zog die Fitness-Fabrik als erste Mieterin ein – mit Sport- und Wellness-Bereichen auf mehr als 2.000 Quadratmetern Fläche.

„Hainholz braucht gehobene Gastronomie“

Lange suchte Dreßler nach einem Restaurantbetreiber für das noch ungenutzte Erdgeschoss. „Hainholz braucht gehobene Gastronomie“, sagte der Investor. Das Konzept der Betreiber vom Beiwi-Buffet passe gut. „Alles wird frisch zubereitet.“ Der Name ist Programm: Das Team um Restaurantgeschäftsführerin Xiaofeng Zhou bereitet täglich Buffets mit chinesischen, japanischen und mongolischen Spezialitäten zu. An einem großen Grill können die Gäste den Köchen bei der Arbeit zuschauen.

Ein Teil des Erdgeschosses im Marinebau steht noch frei. Für 200 Quadratmeter sucht Dreßler noch Nutzer. Einzelhandel ist dort nicht erlaubt; die Stadt will nahe liegende Geschäfte und vor allem den geplanten Hainhölzer Markt vor Konkurrenz bewahren. Büros wären möglich. „Aber nicht sehr realistisch“, sagte Dreßler. Am liebsten wäre ihm, wenn auch diese Fläche für Gastronomie genutzt würde. „Ein Café mit Backshop vielleicht. Auch ein Eiscafé würde gut passen.“

Der Marinebau ist indes nicht das einzige gewerbliche Projekt in Hainholz, das seiner Vollendung harrt:

  • Südliches Sorst-Gelände: 1998 verschmolz Sorst mit dem Konkurrenten Seidl+Meier zum neuen Unternehmen Mevaco mit Sitz in Göppingen. Den größten Teil des Hainhölzer Werksgeländes verkaufte Mevaco nach dessen Stilllegung und behielt nur einen Teil im Süden. Seit Jahren plant Mevaco dort den Bau eines Alten- und Pflegeheims und sucht nach einem Betreiber. „Da ist leider noch nichts spruchreif“, sagte Bezirksbürgermeisterin Edeltraut-Inge Geschke. „Seniorenwohnungen plus Arztpraxen - das würde gut passen“, sagte sie. Das nördliche Sorst-Areal hatte das baden-württembergische Familienunternehmen Mutschler zu einem Fachmarktzentrum entwickelt und 2012 an einen süddeutschen Betreiber verkauft.
  • Hainhölzer Markt: Der Standort soll in zwei Teilen entwickelt werden. Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft GBH will fünf Millionen Euro in den nördlichen Teil der Fläche investieren. Ein Neubau soll barrierearme Wohnungen für Senioren und Familien sowie eine Filiale der Sparkasse aufnehmen. Dafür muss ein Haus an der Voltmerstraße 57 abgerissen werden. Mit den Bauarbeiten sollte noch in diesem Jahr begonnen werden. Aber Kaufverhandlungen hätten sich länger als geplant hingezogen, sagte GBH-Sprecher Frank Ermlich. „Wir planen nun für 2014.“ Auf der Südseite des „Hainhölzer Markts“ ist seit 2008 ein Geschäftszentrum mit einem Nahversorger geplant. Noch gibt sich die Stadt bedeckt, was die Suche nach einem Investor angeht. „Aber die Verwaltung will uns dazu bald etwas präsentieren“, sagte Geschke. Womöglich auf einer Sitzung der Sanierungskommission Hainholz im Dezember oder Januar.

Marcel Schwarzenberger

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