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Nord Mädchenzentrum Xana feiert 25-jähriges Bestehen
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Mädchenzentrum Xana feiert 25-jähriges Bestehen
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12:00 25.09.2018
Das Mädchenzentrum Xana feiert 25-jähriges Bestehen. Quelle: Moritz Frankenberg
Nordstadt

Ein Tisch reicht kaum aus für die Blumensträuße, die Tamara Dietrich und ihre Kolleginnen vom Xana entgegennehmen. Die Jungendarbeit, die sie im Mädchenzentrum leisten, ist vielerseits geschätzt. Wer nicht persönlich an der Jubiläumsfeier teilnehmen kann, schickt eine Videobotschaft, die die Veranstalter zum Auftakt der Feier zeigen. „Ihr seid ein Leuchtturm der Mädchenarbeit“, lobt darin die Landesarbeitsgemeinschaft Mädchenpolitik. „Es war klasse, wie ihr meine Tochter bei ihrem Coming-out unterstützt habt“, bedankt sich eine Frau und gratuliert zum 25-jährigen Bestehen.

Für viele der Jubiläumsgäste wurde das Xana ein prägender Teil ihres Lebens. Zum Beispiel für Michelle und Hadschrah. Die Freundinnen sind zusammen zur Feier gekommen. Sie lernten sich 1999 im Xana kennen. „Heute ist Hadschrah die Patentante meiner Tochter“, sagt Michelle strahlend. Auch Jaco war zum ersten Mal vor fast 20 Jahren im Mädchenzentrum. Jeden Mittwoch besuchte sie die lesbische Mädchengruppe „Girl meets girl“ und brachte eine Freundin mit, die es schwer hatte mit dem Queersein. „Wir waren eine coole Gruppe und haben gemeinsam gekocht, uns unterhalten und Filme geschaut“, erinnert sich Jaco. Die 33-Jährige arbeitet heute fest im Xana und bringt Mädchen das Skaten bei.

Die drei jungen Frauen sind sehr dankbar für ihre Zeit im Mädchenzentrum. Das Xana bot ihnen ein vielseitiges Programm, das heute ständig erweitert wird: Neben täglichen Treffen gibt es im Mädchenzentrum Kinoabende, Hilfe bei der Suche nach Ausbildungs- und Praktikumsplätzen, Wen-Do-Trainingsstunden und andere gemeinsame Events. Straßenbahnfahrer Stefan Müller erinnert sich belustigt an einen Ausflug, den er mit dem Mädchenzentrum organisierte: „Es war ganz schön anstrengend, einer Gruppe von 80 Mädchen alte und neue Straßenbahnen zu zeigen.“ Der selbst ernannte Feminist ist seit über zehn Jahren Mitglied im Förderverein des Mädchenzentrums. Er ist begeistert von der Idee des Xana.

„In Jugendzentren waren damals fast nur Jungs. Das Xana sollte ein Jugendangebot schaffen, das sich speziell an den Bedürfnissen der Mädchen ausrichtet“, erklärt Tamara Dietrich. Seit 20 Jahren arbeitet sie im Mädchenzentrum. Zur Eröffnung der Jubiläumsfeier erzählt sie vom Werdegang des Xana und dessen heutiger Bedeutung für Hannover. „Wir feiern unlügbare Girlpower“ – für die Sozialpsychologin heißt das, gemeinsam Spaß zu haben, aber auch Probleme zu bekämpfen. „Es hat sich seit der Gründung einiges verändert. Heute sind hier im Umkreis viel mehr Mädchen von extremer Armut betroffen. Außerdem kommen Mädchen und junge Frauen mit Fluchterfahrungen zu uns.“

Auf diesen Wandel reagiert das Team im Mädchenhaus. Während der Jubiläumsfeier werden neue Projekte vorgestellt. „Speak Up“ ist eines davon. In einem zwölfwöchigen Workshop kommen Mädchen und junge Frauen einmal wöchentlich zu einem Sprachbildungstreffen zusammen. „Wir wollen den Teilnehmerinnen die Sprache spielerisch nahebringen. Unser Ziel ist es, ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Das erleichtert die Integration ungemein“, erklären die Kursleiterinnen Duygu und Elena.

In die Zukunft blickt man im Xana gleichermaßen mit Stolz und Sorge: „Unsere Resonanz ist fantastisch. Mit 3000 Mädchenkontakten im Jahr hat sich die Nachfrage seit 2012 verdoppelt. Leider mangelt es uns an Personalbudget. Unser Angebot nach den Bedürfnissen auszurichten, wird immer schwieriger“, resümiert Dietrich. Trotzdem feiert sie ausgelassen bei Kaffee und Kuchen mit den Gästen. „Diese schönen und gemeinsamen Momente motivieren uns, weiterzumachen.“

Von Jacqueline Hadasch

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