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Ein Stadtteil wird zu Galerie und Konzertraum

Nordstadt Ein Stadtteil wird zu Galerie und Konzertraum

Beim Kunst- und Musikfestival „Muse“ in der Nordstadt gehen Künstler in Läden, Imbissbuden und auf die Straße. An 40 Orten in der Nordstadt laufen aktuell kleine und auch größere Ausstellungen, Konzerte und Filme. Zahlreiche Läden haben einen Teil ihres Schaufensters für Gemälde, Installationen und Zeichnungen von Künstlern und solchen, die es werden wollen, freigeräumt.

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Kultur an 40 Orten: Wie im Atelier Block 16 geben die Organisatoren Limeng Lu (v. l.), Cem Koc und Holger Tippe bis zum 5. Juli Künstlern und Musikern ein Forum.

Quelle: Krajinović

Hannover. Gelbe Fähnchen mit der Aufschrift „Muse“ weisen den Weg: An 40 Orten in der Nordstadt laufen aktuell kleine und auch größere Ausstellungen, Konzerte und Filme. Zahlreiche Läden haben einen Teil ihres Schaufensters für Gemälde, Installationen und Zeichnungen von Künstlern und solchen, die es werden wollen, freigeräumt. So lässt sich selbst nach Ladenschluss beim Bummeln noch Kunst entdecken: zarte Lithografien bei Toto Lotto am Engelbosteler Damm, wilde Punkmalerei im Feinkost- und Gemüseladen Katechakis oder großformatige Tropengemälde in der Konditorei Elysee.

Verantwortlich dafür, dass jetzt rund 65 Künstler sowie 40 Läden und Kultureinrichtungen unter einer Flagge segeln, ist ein ehrenamtlich tätiges Dreierteam. Künstlerin und Produktdesignerin Limeng Lu hatte die Idee zum Kunst- und Musikfestival „Muse Inspirationsweek“, das bereits vergangenes Jahr in kleinerer Form lief. Gemeinsam haben Lu, Cem Koc, Betreiber der Galerie Bei Koc in der Hahnenstraße, und Werbefachmann Holger Tippe das Festival seit einem halben Jahr vorbereitet, Geschäftsleute und Mitwirkende angesprochen. „Durch die Galerie kenne ich ja schon viele Künstler und Musiker. Über sie hat es sich weiter herumgesprochen“, berichtet Koc. Die „Inspirationsweek“ dehnt sich dieses Mal auf insgesamt gut zwei Wochen bis zum 5. Juli aus.

„Uns macht es Spaß, und ich will das, was ich in der Galerie eh’ mache, nach außen tragen“, erklärt Koc. „Wir merken einfach, dass es die Künstler und Läden pusht.“ Im Brotberuf arbeitet der 45-Jährige als Grafikdesigner. Auch von Koc, Lu und Tippe sind (ab 29. Juni) Arbeiten in der Bürgerschule zu sehen.

Gruppenausstellungen gibt es in der Nordstadt-Bibliothek, im Atelier Block 16 und im Unabhängigen Jugendzentrum Kornstraße, wo sich Fotokünstler versammeln. Dort zeigt Koc auch Fotos der Wissenschaftlerin Andrea Turkalo, die seit vielen Jahren die Sprache der Waldelefanten erkundet.

Zum Programm gehören zahlreiche Konzerte und Lesungen. Klangkünstler Pit Noack tritt Mittwoch, 1. Juli, um 21 Uhr im Atelier Block 16 auf, DJ Next Hype Squad am Sonnabend, 27. Juni, um 21 Uhr im Soule Sneakerstore (Engelbosteler Damm 17). Selbst in der Suppenhandlung (An der Lutherkirche) gibt es ein Konzert und im Imbiss „Pizza Oma“ (Hahnenstraße 12) sowie bei Ergotherapeutin Dunja Siems (Schaufelder Straße 9) Kunst zum Anschauen. Zeichnungen und Mobiles sind in ein leeres Ladenlokal an der Lutherkirche gewandert. „Der Vermieter fand die Idee super. Wir hätten am liebsten auch noch die leere Fleischerei dazubekommen, aber sie ist schon wieder vermietet“, erzählt Koc. Beim Designkombinat stellt Sophia Sanner T-Shirts mit Klecksbildern aus, die an den psychologischen Rohrschachtest erinnern. Der Secondhandladen Elfie und Ignaz in der Oberstraße bietet eine Modenschau.

Cem Koc rechnet damit, dass der eine oder andere Künstler dieses Mal auch ein Werk verkauft. Lebensläufe und Preislisten hängen aus. Und es geht nächstes Jahr - sicher noch größer - weiter: Dann wollen auch Lutherkirche und Anna-Siemsen-Schule mitmachen.

Ein Programm mit Lageplan liegt in allen beteiligten Geschäften und Einrichtungen aus.

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