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Nord Nudeln und Reis am Mitzwa-Tag
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Nudeln und Reis am Mitzwa-Tag
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00:15 24.11.2013
Von Jörn Kießler
Das Leckerhaus in Stöcken freut sich über die Spende der Liberalen Jüdischen Gemeinde. Quelle: Kießler
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Stöcken

Im ersten Moment sieht es aus, als würde das Gemeindehaus der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover in Leinhausen von Einbrechern leer geräumt. Knapp zehn Männer und Frauen laufen immer wieder in das Gebäude an der Fuhsestraße, um dann mit Rollwagen wieder herauszukommen, die bis oben hin mit Kartons, Säcken und Kisten beladen sind. Das „Diebesgut“ verschwindet in den Kofferräumen diverser Autos. Erst als Alla Volodarska-Kelmereid von der jüdischen Gemeinde noch einmal die ganze Gruppe versammelt und den Weg zum nächsten Halt in der Lüssenhopstraße erklärt, wird klar, dass hier kein Verbrechen verübt wird.

„Tag der guten Tat“

Denn in der Lüssenhopstraße befindet sich das Leckerhaus. Ein pädagogischer Mittagstisch, der vom sozialen Netzwerk Stöcken organisiert wird. „Für dieses Angebot haben wir schon seit einiger Zeit gesammelt“, sagt Volodarska-Kelmereid. „Heute zum Mitzwa-Tag bringen wir alles ins Leckerhaus.“ 2008 entstand der auf den 17. November datierte internationale Aktionstag in Großbritannien. Das Konzept dafür ist jedoch schon viel älter. Am Mitzwa-Tag, der auf Jiddisch so viel bedeutet wie „Tag der guten Tat“, sollen die Menschen sich auf zentrale jüdische Werte erinnern und sie im Alltag verwirklichen. Allein in Deutschland wurden am vergangenen Sonntag mehr als 90 solcher guten Taten vollbracht.

Bewusstes Spenden

„Uns war dabei ganz wichtig, dass die Menschen bewusst spenden“, erklärt die Sozialarbeiterin Volodarska-Kelmereid. Geldspenden nahm die Gemeinde nicht an. „Die Leute sollten überlegen, was im Leckerhaus gebraucht wird, das dann kaufen und uns geben“, sagt sie. Dabei sind mehr als 25 Kisten sowie viele Tüten mit haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln, Reis, Dosengemüse und Mehl zusammengekommen. „Ich bin überwältigt“, sagt Rosemarie Altenburg, Vorstandsvorsitzende des Sozialen Netzwerkes Stöcken, als die Helfer die Lebensmittel in das Leckerhaus tragen. „Davon können wir mehrere Monate zehren.“

Auch die Kinder halfen mit

Dafür haben selbst die ganz kleinen in der jüdischen Gemeinde geholfen. „Wir haben mit den Kindern darüber geredet, was wohl am nötigsten im Leckerhaus gebraucht wird“, sagt die Leiterin der jüdischen Kita Darja Bartsch, „Danach war den Kindern klar, dass wir keine Süßigkeiten kaufen müssen, sondern haltbare, gesunde Lebensmittel für jeden Tag.“

Den Geschmack der 37 Kinder, die im Leckerhaus betreut werden und dort auch zu Mittag essen, haben sie damit getroffen. „Nudeln sind immer beliebt, genau wie Reis“, erzählt Katja Pietsch-Dierich, die ehrenamtlich in der Einrichtung arbeitet. Die Geschenke sichern zudem den Fortbestand des Angebotes, das sich komplett durch Spenden finanziert. Einmal in der Woche wird die Einrichtung beispielsweise von den Tafeln mit frischem Obst beliefert.

„Das einzige, was dann doch irgendwie fehlt, sind Süßigkeiten“, sagt Alla Volodarska-Kelmereid etwas wütend. Sie hatte eine hannoversche Firma angeschrieben und gefragt, ob diese nicht Gebäck spenden wolle. „Ich habe aber leider eine Absage bekommen.“

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