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Nord Richtfest für das Mohrmann-Haus
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Richtfest für das Mohrmann-Haus
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10:33 01.09.2011
Das Mohrmann-Haus erhält seinen Turm zurück. Früher befand sich dort das Spielzimmer der Kinder des Hauses. Quelle: Teetz
Nordstadt

Kaum zu übersehen ist die Baustelle am Herrenhäuser Kirchweg 11. Gerüste und Planen verdecken ein mächtiges, älteres Backsteingebäude; an der Ecke zur Reinholdstraße wächst derweil ein beachtlicher Turm empor. Im Jahre 1900 ließ hier der hannoversche Architekt Karl Mohrmann sein repräsentatives Wohnhaus errichten. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg geben seine Urenkel dem Prachtbau nun annähernd seine ursprüngliche Gestalt zurück; im Inneren entstehen zugleich zwei neue, exklusive Wohnungen. Seit dem Frühjahr gingen die Bauarbeiten zügig voran, und inzwischen wurde Richtfest gefeiert.

Das Bauprojekt ist durchaus ambitioniert. Zentrales Element ist dabei der Turm. Durch den Krieg verlor er seine Spitze und reichte seitdem nur noch bis zum Dachfirst. Darüber blieb lediglich der alte, aus Ziegeln gemauerte Treppenaufgang erhalten. Bis auf diese Höhe wird der Turm gerade wieder aufgebaut und soll – wie einst das Original – wieder seine Zinnen bekommen.

Beim Durchforsten der alten Baupläne stießen die Bauherren auf manches Detail, so auch Cordula Weisser, die als Urenkelin des Erbauers die Entwürfe für die umfangreichen Umbauten ausgearbeitet hat. „Eines der Turmgeschosse hatte keine Fenster, weil mein Urgroßvater darin seine ägyptische Sammlung aufbewahrte“, erläutert die in London lebende Architektin. Karl Mohrmann führte damals ein großes Haus, und nur ausgewählten Gästen zeigte er seine völkerkundlichen Schätze, die ansonsten vor Licht geschützt werden mussten.

Beim Richtfest machen noch andere Erinnerungen aus der Familie die Runde. „In dem Turm war vor dem Krieg unser Spielzimmer, und im obersten Geschoss wohnte unser treues Dienstmädchen Lisbeth“, erzählt Mohrmanns heute 81-jährige Enkelin Karin Weisser. Doch sie weiß auch noch, wie das Haus nach einem Luftangriff 1943 eher einer Ruine glich: Ein schwarzes Kreuz nahe dem Eingang kündet bis heute davon, dass das Gebäude damals nach Toten durchsucht wurde.

Das fast aufgegebene Wohnhaus wurde nach dem Krieg notsaniert. „Durch uns erlebt es jetzt sein drittes Richtfest“, sagt Urenkel Lutz Weisser, ebenfalls Architekt von Beruf. Zusammen mit dem Mediziner Burkhard Weisser haben alle drei Geschwister den festen Willen, das Erbe ihres Urgroßvaters Karl Mohrmann für kommende Generationen zu wahren.

Derweil gehen die Bauarbeiten tatkräftig weiter; geht alles nach Plan, soll der Umbau 2012 fertig sein. Zum Herrenhäuser Kirchweg hin wurde inzwischen mit großem Aufwand der Giebel neu gestaltet, der in der Nachkriegszeit eine einfache Form mit einer Putzfassade bekam. Dahinter wird die kleinere der beiden neuen Wohnungen liegen. Zur größeren nebenan jedoch werden auch zwei Turmzimmer gehören. Als Clou befindet sich hinter den Zinnen des Turms eine Terrasse, von der der Blick weit über die Silhouette Hannovers und die Herrenhäuser Gärten reicht. „Für dieses Objekt haben sich bereits viele Interessenten gemeldet“, berichtet Cordula Weisser. Schon ihr Großvater Bernward Mohrmann wusste die Terrasse zu schätzen: Gerne nahm der Sohn von Karl Mohrmann dort oben ein Sonnenbad – hüllenlos und von allen Konventionen befreit.

Gerda Valentin

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