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Nord Sanierung kostet rund 400 000 Euro
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Sanierung kostet rund 400 000 Euro
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09:40 04.11.2011
Gartenhaus am Judenkirchhof: Die Genehmigung für den Umbau hängt von der Denkmalbehörde ab. Quelle: Schwarzenberger
Nordstadt

Das historische Gartenhaus am Judenkirchhof in der Nordstadt macht einen verschlossenen Eindruck. Die Fenster im Erdgeschoss sind mit Brettern verrammelt, der Garten ist verwildert. Als neu kann man allenfalls kleine Hinweisschilder bezeichnen: „Privatgrundstück – Betreten verboten!“. Vom längst angekündigten Umbau des Fachwerkgebäudes ist nichts zu sehen. Der Eigentümer Claudius Grieser überlässt das Juwel alter Baukunst für einen weiteren Winter dem Dornröschenschlaf. Im kommenden Frühjahr, sagt er dem Stadt-Anzeiger, sollen dann endlich die Baufirmen anrücken.

„In diesem Jahr wollen wir die Pläne endgültig fertigstellen“, sagt Grieser, der Geschäftsführer einer hannoverschen Softwarefirma ist. Zu einem Haus mit zwei Wohneinheiten soll das Gebäude umgestaltet werden. Das um 1820 errichtete Fachwerkhaus zählt zu den ältesten Wohngebäuden des Stadtteils und steht unter Denkmalschutz. „Das Vorhaben wird in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege bearbeitet“, sagt Stadtsprecher Andreas Möser. Der Bauantrag liege der Stadt zwar schon vor, noch aber fehle die denkmalrechtliche Genehmigung. Ohne die erteilt die Stadt keine Baugenehmigung. Ursprünglich wollte Grieser bereits Ende dieses Jahres in eine der beiden Wohnungen einziehen und die andere Einheit vermieten. Dieser Zeitplan geriet durch Verhandlungen mit der Denkmalbehörde sowie durch bauhistorische Untersuchungen durcheinander.

„Das Grundsätzliche ist ja klar“, sagt der Eigentümer und meint die Neunutzung als Wohnraum. Dafür muss das Innenleben des Hauses gründlich umgestaltet werden. „Aber die alte Struktur, vor allem die Fassade soll erhalten bleiben“, sagt Grieser. Originalpläne, die das Hausinnere beschreiben, existieren aber nicht mehr. Schritt für Schritt muss Grieser seine Ideen mit der Behörde abstimmen. Da geht es um die Gestaltung von Fenstern, den Erhalt des Fachwerks oder die Auswahl von Dämmstoffen. Grieser will sich dabei lieber Zeit lassen und nicht „krampfhaft noch dieses Jahr beginnen“. Mit gut 400 000 Euro rechnet der Ingenieur für die Sanierung. Er hofft auch auf Fördermittel durch Stiftungen, die den Erhalt des denkmalgeschützten Hauses unterstützen könnten. Möglichst in den nächsten Monaten sollen Genehmigungen und Angebote von Baufirmen vorliegen. „Dann kann es im Frühjahr losgehen.“

Um 1800 gab es etliche Gartengemeinden vor den Toren Hannovers. Dort herrschte ländlich geprägtes Leben; die Bewohner bauten Obst und Gemüse an. Das Gartenhaus am Judenkirchhof ist das letzte erhaltene Gebäude seiner Art in Hannover. Jahrzehntelang gehörte es der Universität. Studentengruppen und soziale Projekte besetzten das Gebäude seit den späten 1960er Jahren und bauten auch das Innere mehrmals um. Zuletzt nutzte ein Förderverein einige Räume für ein alternatives Wohnprojekt. Das Land Niedersachsen wollte das in die Jahre gekommene Gebäude loswerden, verkaufte es vor einem Jahr und ließ das Haus räumen.

Marcel Schwarzenberger

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