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Schüler geben Kulturhaus neuen Pfiff

Hainholz Schüler geben Kulturhaus neuen Pfiff

In einem Kunstprojekt verschönern Schüler, Hainhölzer Bürger und die Künstlerin Susanne Siegl Wände im Kulturhaus an der Voltmerstraße.

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Hildegard Bausneick vom Kulturtreff (v.l.), Susanne Siegl sowie die Schüler Daria Polosukhina und Abdul el Hayek sind stolz auf die Kunstwerke.

Quelle: Herzog

Hainholz. Der April ist für Ornithologen ein Festmonat. Aus der ganzen Welt landen Zugvögel in Hannover und laden zur Vogelbeobachtung ein. Fünfzehn ganz besondere Exemplare gibt es seit einer Woche im Hainhölzer Kulturhaus zu entdecken. Die bunte Vielfalt der Vogelwelt diente dort als Vorbild für eine Kunstaktion, die das Kulturhaus mit farbenfrohen Vogelmosaiken schmückt.

„Die Mosaik-Fliesen mit der Zange passend zu knipsen war ganz schön anstrengend“, berichtet Realschüler Alejandro Dorado. Er hat seinem Kunstwerk auf dem Flur des zweiten Stocks sogar einen Namen gegeben. „Chicolino“ heißt der etwas untersetzte orange-blaue Steinvogel, der an eine Ente erinnert. Ein paar Klassenräume weiter schwebt die Arbeit von Priscilla Gruczkun über einer Tür. „Die Künstlerin hat meinen Entwurf noch ein wenig geändert“, erzählt sie. In ihrer ursprünglichen Skizze hatte die Taube mit dunkelblauem Gefieder noch eher etwas von einem Sperber. Mit dem Ergebnis ist sie aber zufrieden. „Jetzt wirkt er lebendiger und hat etwas von einer Friedenstaube“, so die zwanzigjährige Realschülerin.

Die hannoversche Künstlerin Susanne Siegl betreute zwei Wochen lang das Beteiligungsprojekt des Kulturtreffs Hainholz, bei dem 80 Stadtteilbewohner gemeinsam mit Realschülern der Volkshochschule Vogelmosaike für die Flure des Kulturhauses gestalteten. Das gemeinsame Ziel war es, die nüchtern in weiß gehaltenen Flure des Hauses optisch aufzupeppen und ein wenig (Tier-)Leben in das Schulgebäude zu bringen. „In unserem Leben haben wir doch alle Sehnsucht nach Lebendigkeit und Farbe“, erklärte Künstlerin Susanne Siegl während der Präsentation der Kunstwerke. Die Vogelmosaike, die in den Osterferien fest in den Fluren und auf der Terrasse angebracht wurden, entstanden nach Vorlagen aus Vogelbestimmungsbüchern, Prospekten oder Bildern aus dem Internet. Bei den zeichnerischen Entwürfen waren der Fantasie der Projektteilnehmer zwischen 10 und 92 Jahren keine Grenzen gesetzt. In einem zweiten Schritt entwickelte Susanne Siegl dann Mosaikvorlagen aus den Skizzen, die dann wiederum von den Teilnehmern selber gehauen und gelegt wurden.

Die gemeinsame Gestaltung der eigenen Schule soll den Jugendlichen auch dabei helfen, sich besser mit dem Ort zu identifizieren, an dem sie lernen. „Unsere Realschüler haben normalerweise nur kopflastigen, theoretischen Unterricht. Da ist es gut, wenn auch mal die Kreativität angesprochen wird“, sagt Schulleiter Michael Wehner. Die Volkshochschule bietet in dem Kulturhaus 300 Schülern in einem Tag- und Abendbereich die Möglichkeit, den Realschulabschluss nachzuholen. Kunstunterricht gibt es hier normalerweise keinen. Die Zusammenarbeit während der Projektwochen mit unterschiedlichsten Menschen aus dem Stadtteil soll zudem die Teamfähigkeit der Schüler fördern.

Die Durchführung und Finanzierung der Aktion wurde von der Hainhölzer Kulturgemeinschaft organisiert. „Bei einer Begehung ist uns aufgefallen, wie kahl die Flure waren“, so Svenja Schlüter von der Kulturgemeinschaft. Das Mosaik-Projekt knüpft an eine Aktion von vor drei Jahren an. Damals gestaltete Bildhauerin Susanne Siegl bereits mit Schülern den Eingangsbereich des Hauses mit einem „Lebensbaum“-Mosaik neu. „Schon damals hatten die Schüler Interesse daran weiterzumachen“, erzählt die Künstlerin, deren Arbeiten ein wenig an die Künstlerin Niki de St. Phalle erinnern. Vor allem bei ihren öffentlichen Kunstwerken legt Siegl wert auf eine kräftige, positive Ausstrahlung. „Ich mag Farbe als Träger von Lebendigkeit. Bei den Vögeln habe ich aber auch darauf geachtet, dass die Mosaike nicht bloß bunt wirken, sondern an den Raum angepasst sind“, sagt Siegl.

Mosaik-Skulpturen von ihr finden sich auch an anderen Orten im Stadtbezirk – so zum Beispiel Skulpturen auf dem Spielplatz an der Bömelburgstraße oder die Fußbodengestaltung in der benachbarten Fichteschule.

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