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Nord Stadt entwickelt neues Konzept für Grundschule Marienwerder
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Stadt entwickelt neues Konzept für Grundschule Marienwerder
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20:55 26.08.2010
Von Bärbel Hilbig
Die kleinste Grundschule Marienwerder hat die Schließung erfolgreich abgewendet. Quelle: Tim Schaarschmidt

Die Grundschule Marienwerder hat jetzt deutliche Unterstützung aus dem Rat der Stadt bekommen. Die Stadtverwaltung ist beauftragt, ein Schulkonzept zu entwickeln, das die Familienfreundlichkeit des Stadtteils stärken soll. Im Schulausschuss befürworteten alle Fraktionen einstimmig einen entsprechenden Antrag der rot-grünen Ratsmehrheit.

Ilona Schneider, kommissarische Leiterin der Grundschule, reagierte erfreut. „Bei einer Neukonzeption stehe ich für eine Zusammenarbeit zur Verfügung.“ Schulelternratsvorsitzender Rainer Sauerland hat mit vielen Marienwerder Bürgern jahrelang für die Grundschule gekämpft. „Wir sind absolut erleichtert, denn ohne Grundschule ist der Stadtteil tot.“

„Wir bedauern alle den Schwebezustand. Aber wir halten am Standort fest, solange es eine erkleckliche Anzahl von Kindern gibt“, sagte SPD-Schulpolitiker Michael Klie. Die kleine Grundschule mit rund hundert Kindern, von denen ein Teil zudem aus Garbsen kommt, stand eine ganze Weile kurz vor der Schließung. Anfang 2009 zog die Verwaltung ihren Vorschlag zwar zurück, weil sich keine politische Mehrheit dafür fand. Dennoch gibt es Unsicherheiten: Teile des Gebäudes stehen leer, Geld für notwendige Sanierungen ist im mittelfristigen Plan der Stadt nicht vorgesehen.

Jetzt soll die Verwaltung eine Werbekampagne für den Stadtteil entwickeln und die Schule in das Sanierungsprogramm ab 2013 aufnehmen. Außerdem soll geprüft werden, wie unterschiedliche Gruppen aus dem Stadtteil das Gebäude mitnutzen können und wie ortsnah eine Betreuung für Kleinkinder eingerichtet werden kann. Die Schule hatte sich bisher vergeblich darum bemüht, in das Programm „Schule im Stadtteil“ aufgenommen zu werden. „Das wurde immer mit dem Hinweis abgelehnt, die Zukunft der Schule sei unsicher“, sagt Sauerland. Jetzt haben die Ratspolitiker der Verwaltung aufgetragen, auch dies zu prüfen. Lehrer und Eltern haben – auch ohne die städtische Unterstützung innerhalb des Programms – vieles etabliert, das sonst auch zur „Schule im Stadtteil“ gehört: Mittagstisch, zahlreiche AGs und Hausaufgabenhilfe.

Seit diesem Schuljahr gibt es zudem eine jahrgangsübergreifende Eingangsstufe. Erst- und Zweitklässler lernen gemeinsam in einer Klasse. In einer der beiden altersgemischten Klassen unterrichten die Lehrer außerdem nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik. „Das zeigt das große Engagement der Lehrer“, sagt Sauerland. Der Förderverein zahlt jetzt Musikstunden, weil ein Chor entstehen soll.

Die CDU hatte im Schulausschuss mit einem Zusatzantrag versucht, der Verwaltung bei der Abarbeitung der Aufträge ein Zeitlimit bis Anfang Februar zu setzen. Doch dafür fand sich keine Mehrheit. CDU-Ratsfrau Barbara Frank konnte sich eine Spitze gegen Rot-Grün nicht verkneifen. „Es ist erstaunlich, dass sie sich jetzt als Retter darstellen. Wenn die Betroffenen vor Ort nicht so massiv Widerstand geleistet hätten, wäre nichts passiert.“

Tatsächlich kämpften Bürger und Bezirksrat parteiübergreifend und ausdauernd für die Schule. SPD und vor allem die Grünen im Rat zögerten lange, sich schließlich für die kleine Schule auszusprechen.

Rainer Sauerland hatte bereits vor der Einschulung seines Sohnes begonnen, sich zu engagieren, der Junge geht inzwischen in die vierte Klasse. „Unser Ziel ist jetzt, dass die Schülerzahlen steigen. Wir bieten sehr viel für die Bedürfnisse von Kindern aus ganz unterschiedlichen Sozialstrukturen.“ Am liebsten würden die Lehrer auch Schüler aus anderen Stadtteilen ins etwas ablegene Marienwerder locken. Für eine Öffnung der Schulbezirksgrenzen müssten allerdings bestimmte spezialisierte Angebote hinzukommen. Das ist angesichts des Engagements der Lehrer keineswegs ausgeschlossen.

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