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Stadt lädt zur vierten Familienkonferenz

Vahrenwald Stadt lädt zur vierten Familienkonferenz

Familienkonferenz macht eine Bestandsaufnahme vom Leben im Stadtteil – und blickt auch nach vorne. Detaillierte Ergebnisse werden am 24. Januar bekannt gegeben.

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Zettelwirtschaft: Hanna Lubecki vom Familienzentrum erläutert mithilfe von Moderator Jens Zussy die Anregungen ihres Tisches.

Quelle: Schwarzenberger

Vahrenwald. Familientreffen im Freizeitheim Vahrenwald: Die Stadt lädt zur vierten Familienkonferenz. Es geht um Informationen, Wünsche und Anregungen von Menschen, die im Stadtteil wohnen, arbeiten oder sich ehrenamtlich engagieren. Im Foyer vor dem großen Saal ist es voll; drinnen haben sich erst wenige Grüppchen zusammengefunden. Auf sie wird einiges an Denkarbeit zukommen. Jens Zussy, vom Moderatorenteam tritt vor die Saaltür und schwingt ein Glöckchen. Das Zeichen für den Beginn. Im Publikum sitzen Bezirksratspolitiker, Bürger, Mitarbeiter von Stadtteileinrichtungen.

Schon vor Zussys Glockenschlägen hat die Konferenz mit dem Titel „Wie will ich leben in Vahrenwald?“ einige Ziele bereits erreicht, weil die Stadt begleitende Projekte bei Senioren sowie in Kitas und Schulen anregte. Dazu gehörte auch eine Umfrage, die von 20 Achtklässlern der Integrierten Gesamtschule (IGS) Büssingweg im Spätsommer vorgenommen wurde. Die Ergebnisse tragen einige der Schüler nun vor. Sie zeigen eine Diashow mit Skizzen und Zahlen und präsentieren im Zuhörerraum Daten. Unter anderem diese: Von den 421 Befragten wurde fast ein Drittel außerhalb Deutschlands geboren. Und dass die Vahrenwalder für ihren Stadtteil gemischte Gefühle hegen. Er kam nur auf eine Durchschnittsnote von 2,64. In der Schulsprache: befriedigend.

36 Prozent wollen den Stadtteil irgendwann verlassen, 32 Prozent eher bleiben, die übrigen zeigten sich in der Frage unentschlossen. Mehr Sauberkeit, besserer Verkehr und mehr Haussanierungen - das sind einige Wünsche der Befragten. Ob und was sich davon auch in der eigentlichen Familienkonferenz widerspiegelt, das wollen die Moderatoren jetzt mit einem sogenannten World-Café herausfinden.

Vier bis fünf Menschen pro Tisch, dazu Kaffee, Tee und Gebäck. Und Diskussionen in mehreren Arbeitsphasen. Beate Seusing wandert von Tisch zu Tisch, spricht mit den Beteiligten, hört zu. Die Wissenschaftlerin vom Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung Hannover begleitet sämtliche Konferenzen. Der Reigen startete im vergangenen Jahr in Bemerode, gefolgt von Südstadt und Nordstadt. An diesem Wochenende findet neben Vahrenwald noch eine Konferenz in Linden-Süd statt. Den Abschluss macht 2014 Wettbergen. Seusing trägt im Auftrag der Stadt die Fakten zusammen. Die gelieferten Informationen sollen helfen, dass die Familienpolitik der Stadt in die richtige Richtung läuft. Das Feld wird sehr weit gefasst. „Familie ist dort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen“, sagt Seusing. Dafür müssten die Mitglieder nicht unter einem Dach wohnen. „Verkehr, Einkaufen, Kinderbetreuung, Freizeitangebote und Grünflächen - das sind typische Themen in allen Konferenzen.“

Auch in Vahrenwald ist das nicht anders. Deutlich wird aber, dass eine Themenkombination die Teilnehmer besonders interessiert: Sicherheit und Drogen. Am Tisch von Diakon und Pädagoge Jens-Peter Kruse und Bezirksratsherr Thomas Bechinie zum Beispiel. „Drogen, Ratten, Hunde“ steht auf einem Papierstreifen, den sie gleich an die Wand pinnen werden. Gemeint ist vor allem das Areal im und um den Vahrenwalder Park. „Da sind viele Leute mit Drogen unterwegs. Dort, wo kleine Kinder spielen“, erzählt auch Ali Hadipour. Der Nordstädter kommt jeden Freitag zu einem offenen Gesprächskreis ins Freizeitheim und kennt die Umgebung genau.

Die Vahrenwalderin Iris Kwame kritisiert, dass viele Hunde einfach ihr Geschäft im Park verrichteten. „Obwohl da etliche Verbotsschilder stehen.“ Mangelnde Sauberkeit und eine damit einher gehende Rattenplage - auch das findet sich auf vielen Zetteln wieder, die von den Teilnehmern beschrieben werden. Hanna Lubecki vom Familienzentrum Vahrenwald wünscht sich ein Mehrgenerationenhaus; die Einrichtungsleiterin Anne Schneider kritisiert die Schaltung der beiden Ampelanlagen in Höhe des Freizeitheims. Viele Autofahrer würden sich eher auf die Ampel an der Kreuzung zur Dragonerstraße konzentrieren und dabei die Bedarfsampel vor dem Familienzentrum ignorieren. Auf die Wunschliste kommen auch Dinge wie kostenlose Freizeitangebote für Jugendliche und mehr Nachbarschaftshilfe.

„Es ist eine Fülle von Themen, die ausgewertet werden müssen“, sagt Bezirksbürgermeisterin Irma Walkling-Stehmann am Ende. Sowohl die Stadt als auch der Bezirksrat soll die Daten bekommen. „Manches davon lässt sich auch ohne finanziellen Aufwand anfassen“, sagt sie. Walkling-Stehmann freut sich aber auch über positive Eindrücke der Teilnehmer. „Es gibt viele Genossenschaftswohnungen, viele Grünflächen, gute Verkehrsanbindungen und Einkaufsmöglichkeiten“, fasst sie zusammen. Ausführlicher will die Stadt am 24. Januar werden: Ab 15 Uhr soll im Freizeitheim Vahrenwald interessierten Bürgern die Auswertung der Konferenz präsentiert werden.

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