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Stadt prüft 21 Problemstellen auf Radwegen

Stadtbezirk Nord Stadt prüft 21 Problemstellen auf Radwegen

Die Stadtverwaltung will 21 Problemstellen an Radwegen im Stadtbezirk Nord überprüfen. 17 dieser Punkte sollen in den nächsten fünf Jahren angegangen werden, der Rest innerhalb von zehn Jahren. Bürger können noch bis zu den Sommerferien eigene Vorschläge einreichen.

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Der Radweg am Schneiderberg bietet wenig Platz: Diskutiert wird, ob Radfahrer besser auf die Straße ausweichen sollen.

Quelle: Marta Krajinovic

Hannover. Sicherer und besser nutzbar sollen die Radwege im Stadtbezirk Nord werden. Das verspricht zumindest das Netzkonzept Radverkehr, das die Stadtverwaltung im Bezirksrat Nord vorgestellt hat. Auf dem nördlichen Engelbosteler Damm wollen die Baufachleute den Radweg deutlicher kenntlich machen und auch prüfen, ob sie ihn verbreitern. „Dort laufen die Fußgänger auf dem Radweg“, erläutert Kai Kaminski, stellvertretender Bereichsleiter Planen und Bauen im Tiefbauamt. An einigen Straßen, an denen es trotz Tempo 50 keinen Radweg gibt, wollen die Stadtmitarbeiter überlegen, wie die Situation für Radfahrer sicherer gestaltet werden kann, so am Herrenhäuser Kirchweg, Weidendamm und Kabelkamp.

Innerhalb von zehn Jahren will die Verwaltung an 21 Stellen im Stadtbezirk Veränderungen vornehmen oder dies zumindest prüfen. In der Regel steht bisher keinesfalls fest, was passieren wird. 17 dieser Punkte sollen in den nächsten fünf Jahren angegangen werden, der Rest später. Die veranschlagten Kosten von gut 100 000 Euro werden aus dem laufenden Haushalt beglichen. Stadtweit sind 375 Veränderungen geplant.

Die Politiker im Bezirksrat Nord sehen jedoch andernorts Probleme. Auf dem südlichen Abschnitt des Engelbosteler Damms fahren die Radler bereits auf der Fahrbahn, Radwege gibt es dort nicht mehr. Zeichen auf der Fahrbahn weisen auf die Radler hin. „Diese grünen Piktogramme sind aber schnell abgefahren und besonders nachts nicht gut zu sehen“, kritisiert SPD-Fraktionschef Yasin Herar. Das Parken in zweiter Reihe sowie sich plötzlich öffnende Autotüren seien Gefahrenquellen für Radfahrer. Grünen-Ratsherr Patrick Drenske berichtet, dass er selbst dort als Radfahrer mit Tempo 30 unterwegs sei. Dies ist auf der stark von Radfahrern genutzten Strecke Höchstgeschwindigkeit. „Dennoch überholen mich die meisten Autos, inklusive Polizeifahrzeuge, mit 35 oder 40 Stundenkilometer, oft um kurz danach abzubiegen.“

Starke Geschwindigkeitsüberschreitungen seien am Engelbosteler Damm bisher nicht aufgefallen, betont Kaminski. „Im Grunde sollte die Geschwindigkeit der Autos durch Radfahrer und stehende Lieferfahrzeuge gering sein.“ Drenske lobt zumindest die Aufstellfläche für Radler an der Ampel Christuskirche. „Dort stauen sich allerdings oft 15 bis 25 Radfahrer.“ Petra Schischke (Grüne) wünscht sich, dass die Schaltung der Ampel am Übergang zur Goseriede überprüft wird. Kaminski macht in diesem Punkt keine Hoffnung. „Die Entscheidung ist mit dem Rückbau des Kreisels gefallen. Sicherheit geht hier vor Schnelligkeit, auch wenn es für den Radverkehr etwas länger dauert.“

„Die Geschwindigkeit des Radverkehrs nimmt insgesamt zu. Wird überprüft, ob die Radwege durchgängig für Tempo 25 geeignet sind?“, regt Grünen-Fraktionschef Stefan Winter an.

Die Verwaltung denkt eher über konkrete Veränderungen am Radweg Schneiderberg nach. „Er müsste verbreitert und besser markiert werden. Aber da stehen Bäume“, sagt Kaminski. Winter wendet ein, dass in der Straße Tempo 30 gilt - Radfahrer können auch die Fahrbahn nutzen.

Einen echten Gefahrenpunkt sieht Detlev Schmidt-Lamontain (SPD) dagegen an der Stelle, wo Radfahrer den Weidendamm in der Nähe der Moschee kreuzen, um zur Scheffelstraße zu gelangen. „Die Stelle ist schwer einsehbar.“ Kaminski verspricht, dass dieser „Knotenpunkt für Radfahrer“ bei der Umgestaltung am Hauptgüterbahnhof berücksichtigt wird.

Am Mittellandkanal hat Michael Spatzker (FDP), selbst Anlieger, ein anderes Problem ausgemacht. Radfahrer, die auf dem nördlichen Uferweg aus Richtung Misburg/Sahlkamp kommen, stehen am Brinker Hafen plötzlich im Nichts. „Viele fluchen, denn der Radweg endet am Hafengelände.“ Dabei würde ein Hinweisschild an der Friedenauer Brücke helfen, meint Spatzker. Dort können Radler ans südliche Ufer wechseln und ihre Tour fortsetzen.

Eine Übersicht mit allen geplanten Veränderungen ist im Internet einzusehen. Eigene Vorschläge können noch bis zu den Sommerferien per E-Mail an radverkehrsbeauftragter@hannover-stadt.de geschickt werden.

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