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Stadt will Stöckener Bad länger schließen
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Stöcken Stadt will Stöckener Bad länger schließen

Das Hallenbad soll im Sommer fast vier Monate lang nicht geöffnet werden. Das Personal muss in dieser Zeit im Naturbad Hainholz aushelfen. Dies geschehe laut Verwaltung aus Kostengründen.

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Für das Stöckener Bad werden im Sommer längere Schließzeiten gefordert.

Quelle: Christian Burkert

Stöcken. Das Stöckener Bad soll in diesem Sommer dreieinhalb Monate lang schließen. Das hat die Stadt auf Anfrage des Stadt-Anzeigers bestätigt. In den vergangenen Jahren dauerte die Sommerpause nur neun Wochen.

Die Verwaltung sah sich in der vergangenen Sitzung des Bezirksrats Herrenhausen-Stöcken harscher Kritik von Anwohnern und Politikern ausgesetzt. Schon der Plan der Verwaltung, das Weihnachtsschwimmen an Heiligabend ausfallen zu lassen - das dann kurzfristig doch am 23. Dezember angeboten wurde - stieß auf Unverständnis. Nun forderte die SPD in einer Anfrage die Verwaltung auf, Stellung zu ihren Plänen zu nehmen.

Die Stadt begründet ihren Schritt damit, dass im Sommer das Naturbad Hainholz geöffnet ist und das Personal aus Stöcken dort gebraucht wird. Das Personal, das im Stellenplan 2013 vorgesehen ist, reiche nicht aus, „um den Betrieb des Naturbades ordnungsgemäß durchführen zu können“, sagte Stadtbezirksmanagerin Rita Heitsch. Bereits seit Jahren arbeiten Mitarbeiter der Hallenbäder im Sommer in Freibädern mit. Dies geschehe aus Kostengründen, sagte Heitsch. „In der abgelaufenen Freibadsaison des vergangenen Jahres war das nur unter größten Schwierigkeiten möglich.“

Politiker des Bezirksrats Herrenhausen-Stöcken äußerten Kritik an der Entscheidung: „Die lange Schließzeit im Sommer stört uns“, sagt CDU-Fraktionschef Wolfgang Neubauer. Er befürchtet, dass dies aufs Bad zurückfällt. „Die Stadt argumentiert immer mit der Besucherzahl“, sagt Neubauer. „Wenn das Bad jetzt so lange im Sommer geschlossen bleibt, fällt die Zahl der Badegäste natürlich weiter. Nicht dass es irgendwann heißt: Die Besucherzahl ist jetzt so weit zurückgegangen, dass wir das Bad schließen.“ Neubauer glaubt, dass zumindest die regelmäßigen Schwimmer auf einen anderen Geschmack kommen könnten: „Diese Schwimmer werden sich bei einer so langen Schließzeit ein anderes Bad suchen und bleiben dann vielleicht auch dort.“ Er hofft aber, dass das letzte Wort der Verwaltung noch nicht gesprochen ist.

Neubauers Kollege, der SPD-Fraktionsvorsitzende Holger Diener, sieht dagegen nicht die Gefahr, dass die Stadt das Stöckener Bad ausbluten lassen will. „Wenn die Verwaltung das Bad schließen will, kann sie es ja jederzeit tun.“ Diener setzt darauf, die Attraktivität des Hallenbades zu steigern. Zum einen stellt seine Fraktion in der kommenden Sitzung des Bezirksrats am 30. Januar den Antrag, die Öffnungszeiten zu erweitern. Zum anderen fordert die SPD wie der gesamte Bezirksrat seit Jahren, einen Kleinkindbereich im Stöckener Bad einzurichten. „Die Zahl der Besucher im RSV-Bad hat sich durch den Kleinkindbereich nachweislich verdoppelt“, sagt Diener. „Eltern und alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern suchen gezielt solche Bäder.“ Ein solcher Bereich sei bereits einmal im Jahr 2002 im Bezirksrat von der Verwaltung vorgestellt worden. Doch dann habe die Stadt die Pläne zurückgezogen. Dass das Stöckener Bad ein Ausbildungsbad ist, findet Diener gut. Dies habe zwar Folgen für die Öffnungszeiten, reduziere aber auch die Betriebskosten. Im Stöckener Bad werden seit 2006 Auszubildende für das Berufsfeld „Fachangestellter für Bäderbetriebe“ geschult.

Die Grünen haben in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats den Antrag gestellt, die Schließzeit des Stöckener Bades auf zwei Monate zu reduzieren. „Das Stöckener Bad wird wegen der angenehmen Wassertemperatur gern von älteren Leuten zur täglichen Gesunderhaltung genutzt“, begründete die Fraktionsvorsitzende Hannelore Mücke-Bertram den Antrag. Diese Möglichkeit sei während der Schließzeit nicht gegeben. „Darüber hinaus ist zu befürchten, dass nach einer doppelt so langen Schließzeit nicht alle Badegäste wieder regelmäßig wiederkommen“, sagte sie.

„Es gibt keinerlei Pläne das Stöckener Bad ganz zu schließen, entsprechende Mutmaßungen sind völlig aus der Luft gegriffen“, betont Stadtsprecher Udo Möller. Bei der ganzen Planung sei zu berücksichtigen, „dass die Hallenbäder im Sommer weit weniger frequentiert werden, unabhängig vom Wetter“, sagt Möller weiter. „Zudem werden in dieser Zeit in den geschlossenen Bädern - auch die anderen Hallenbäder haben Sommerschließzeiten - auch Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten durchgeführt.“

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