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Nord Stadt will auf Gartenfriedhof Alkohol nicht verbieten
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Stadt will auf Gartenfriedhof Alkohol nicht verbieten
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16:07 22.10.2010
Von Kristian Teetz
Anwohner fordern, dass der Gartenfriedhof an der Marienstraße zur alkoholfreien Zone erklärt wird. Quelle: Michael Thomas
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Die Anwohner fühlen sich von den Biertrinkern, die sich dort aufhalten, zunehmend gestört. Naglatzki hatte sogar berichtet, dass an seine Kirche uriniert und sein Gottesdienst durch Herumbrüllen gestört werde (der Stadt-Anzeiger berichtete).

Doch restriktive Maßnahmen schließt die Verwaltung aus. „Alkoholverbot auf öffentliche Plätzen ist für uns momentan kein Thema“, sagt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. Alkohol zu trinken sei im gesamten öffentlichen Raum gestattet. „Das soll in unserer Stadt auch so bleiben.“ Allerdings, so grenzt Kalmus ein, dürften sich andere Menschen in ihrer Bewegungsfreiheit und in ihrem Wohlbefinden nicht eingeschränkt fühlen. „Und Urinieren in der Öffentlichkeit ist sowieso verboten.“

Der 1864 stillgelegte Friedhof ist juristisch gesehen eine ganz normale öffentliche Grünfläche. „Nach unserer Auffassung soll das auch so bleiben“, sagt Kalmus. „Der Gartenfriedhof ist weder ein rechtsfreier Raum, noch soll es, wie gefordert, eine ,Lex Gartenfriedhof’, also eine Sondersatzung, geben.“ Für jeden öffentlichen Platz gilt in Hannover die Verordnung für die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Landeshauptstadt Hannover (SOGVO). Darin steht unter anderem, dass man im öffentlichen Raum in Hannover nicht auf Bänken übernachten, zelten oder Hunde frei herumlaufen lassen darf. Von einem Alkoholverbot steht dort nichts. „Wenn das geändert werden soll, bedarf es eines Ratsbeschlusses“, erläutert Kalmus.

Die Stadtsprecherin äußerte einerseits Verständnis für die Gottesdienstbesucher und Pastor Naglatzki, die sich gestört fühlen. Andererseits, meint Kalmus, sei sicherlich auch der Verkehrslärm, der von der Marienstraße in die Kirche dringt, zu hören. „Ich glaube nicht, dass man gegen die Störung des Gottesdienstes etwas machen kann“, sagt sie. Das beste Mittel sei es, mit den Leuten auf dem Gartenfriedhof zu reden. „Unseres Wissens spricht Pastor Naglatzki ja auch mit diesen Menschen“, sagt Kalmus. Die Stadt habe den Einsatz von Streetworkern und den Kontakt der Stadtbezirksmanagerin Claudia Göttler mit den Biertrinkern intensiviert. „Nachdem wir gehört haben, dass sich dort angeblich auch Fixer aufhalten, haben wir den Streetworkern von der Drogenberatungsstelle Café Connection den Hinweis gegeben, öfter mal dort vorbeizuschauen“, sagt Kalmus. Pastor Naglatzki hatte neben Biertrinkern und Obdachlosen auch Fixer auf dem Gartenfriedhof, auf dem sich auch ein Spielplatz befindet, ausgemacht.

Die Verwaltung sei auf Ausgleich zwischen den Parteien aus, sagt Kalmus. Sie appelliert an alle Beteiligten: „Keiner sollte den anderen ausgrenzen und darüber hinaus sollte jeder mit der Stadt pfleglich umgehen.“

Auf dem Gartenfriedhof, der als Kulturdenkmal eingestuft ist, liegen unter anderem die Astronomin Caroline Herschel und Goethes Jugendfreundin Charlotte Kestner begraben. Er wurde 1741 angelegt. Nachdem der Friedhof Engesohde 1864 fertiggestellt wurde, wurde der Gartenfriedhof geschlossen.

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