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Nord Auf Struthofs Kamp hat die Natur freien Lauf
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Auf Struthofs Kamp hat die Natur freien Lauf
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10:00 25.07.2018
Bei ihrem Besuch auf Struthofs Kamp machten sich die Naturfreunde auf die Suche nach einheimischen Heuschrecken- und Schmetterlingsarten. Quelle: Marius Klingemann
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„Jetzt alle mal ruhig und genau hinhören“: Christoffer Lange-Kabitz weiß genau, worauf es bei der Naturerkundung ankommt. Ganz besonders, wenn diese mitten im urbanen Raum stattfindet.

Lange-Kabitz, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Umweltplanung an der Leibniz-Universität Hannover, hat am vergangenen Sonnabend rund 20 Interessierte zu einer besonderen Entdeckungsreise begrüßt. Gemeinsam mit Noreen Karaman-Beck vom städtischen Fachbereich Umwelt und Stadtgrün öffnete er die Pforten zu Struthofs Kamp, einer ehemaligen, zwischen Mittellandkanal und der Autobahn A 2 gelegenen Bodendeponie.

Kein Eingriff in die Natur

Das Besondere daran: Das knapp sechs Hektar umfassende Areal wird seit 2016 komplett der Natur überlassen. So konnten hier, unweit der markanten Bauten von VW Nutzfahrzeuge und dem Stöckener Holzenergie-Kraftwerk, insbesondere zahlreiche bedrohte Insektenarten ungestört ein neues Zuhause finden.

Lange-Kabitz und Karaman-Beck entdeckten gemeinsam mit ihren Gästen jeden Alters – darunter viele wissbegierige Kinder – etwa Roesels Beißschrecke, deren durchgehendes Summen trotz des Autobahnlärms mit etwas Konzentration gut zu vernehmen war, oder auch verschiedene Schmetterlinge wie das Pfauenauge oder den Kleinen Kohlweißling. Konnte eine Art nicht auf Anhieb ausgemacht werden, hatten die beiden Experten sogleich ihr Bestimmungsbuch zur Hand.

Bei einer Führung entdecken Besucher die ehemalige Bodendeponie von einer anderen Seite.

„Struthofs Kamp bietet eine große Strukturvielfalt mit unterschiedlichen Vegetationstypen und dadurch verschiedenen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum“, erklärte Lange-Kabitz. Wie der 29-Jährige ist auch Mitstreiterin Karaman-Beck von dem bis 2010 als Deponie an das Fuhrunternehmen Rähr verpachteten und mittlerweile an die Stadt Hannover übergegangenen Flora-Fauna-Gebiet angetan: Die Renaturierung und die Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt vor Ort beschreibt die Umweltplanerin, die sich schon als Studentin intensiv mit Struthofs Kamp befasst hat, als „sehr spannend“.

Möglich macht dies das bis 2021 laufende Projekt „Städte wagen Wildnis“, an dem neben Hannover auch Frankfurt am Main und Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) teilnehmen. Durch die Verwilderung urbaner Flächen soll die Arten- und Biotopvielfalt erhalten und bei den Stadtbewohnern zudem ein Bewusstsein für die Natur vor der eigenen Haustür geschaffen werden.

Mehr Informationen gibt es unter www.staedte-wagen-wildnis.de.

Von Marius Klingemann

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