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Studenten tauschten Hochrad gegen Ruderboot

Rudergemeinschaft Angaria Studenten tauschten Hochrad gegen Ruderboot

Als sich die heutige Rudergemeinschaft Angaria aus der Calenberger Neustadt im Jahre 1886 gründete, waren ihre Mitglieder noch nicht im Ruderboot, sondern mit einem „Veloziped“ unterwegs.

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Bürgermeister Bernd Strauch und die zweifache Olympia-Teilnehmerin Elke Hipler, die für Angaria rudert, tauften einen neuen Frauen-Achter „Octopussy“.

Quelle: Link

Hannover. Als sich die heutige Rudergemeinschaft Angaria aus der Calenberger Neustadt im Jahre 1886 gründete, waren ihre Mitglieder noch nicht im Ruderboot, sondern mit einem „Veloziped“ unterwegs. So nannte man früher das Fahrrad, als es zwischen Pferdewagen und Droschken noch eine Besonderheit darstellte. Seitdem hat sich nicht nur das Verkehrswesen verändert, auch der Verein hat mehrere Wandlungen durchgemacht. In diesem Jahr blickt die Rudergemeinschaft auf eine bewegte 125-jährige Vereinsgeschichte zurück.

1886 als „Verein akademischer Radfahrer“ gegründet, wurde die Sportkooperation 1898 zum „Akademischen Fußball-Club“. Erst 1902 wurde der Rudersport zum offiziellen Vereinsziel, was sich 1936 auch in der letzten Umbenennung deutlich machte. In diesem Jahr erhielt der Verein seinen heutigen Namen, der auf einen alten Sachsen-Stamm Bezug nimmt.

Bei den Feierlichkeiten zum Jubiläum am vergangenen Sonnabend stand jedoch vor allem die Zukunft des Vereins im Vordergrund. Bürgermeister Bernd Strauch und die zweifache Olympia-Teilnehmerin Elke Hipler, die für Angaria rudert, tauften einen neuen Frauen-Achter „Octopussy“. Zum Stiftungsfest der Angaria am 5. November dieses Jubiläumsjahres folgt ein zweiter Achter.

Die beiden Neuerwerbungen kosten jeweils rund 40 000 Euro, wie der Vorsitzende Arnd Fichtner berichtet. Dass sich der Verein diese Boote leisten kann, liegt vor allem an der Struktur der Rudergemeinschaft: Angaria ist eine studentische Verbindung, die sich in eine aktive Studentenschaft und eine Altherrenschaft aufteilt. „Wir tragen keine Farben und wir schlagen uns nicht, aber wir haben nach wie vor das Lebensbund-Prinzip“, erklärt Fichtner die Philosophie der Vereinigung. Sie wurde 1972 als Reaktion auf die 68er-Bewegung überarbeitet und brach von da an mit vielen Traditionen einer klassischen Studentenverbindung.

Nach Beendigung des Studiums wechseln die Mitglieder wie in einer klassischen Verbindung aber auch bei Angaria in die Altherrenschaft und bleiben in der Regel den Rest des Lebens mit der Verein verbunden. Da sie während dieser Zeit die Gemeinschaft weiterhin finanziell unterstützen, müssen die aktiven Studenten nur einen geringen Beitrag zahlen.

Der Lebensbund ist jedoch keine zwingende Verpflichtung; Austritte seien jederzeit möglich, sagt Fichtner. „Es gibt da überhaupt keinen Druck. Viele Mitglieder fühlen sich im Verein aber so wohl, dass sie ihn auch weiterhin unterstützen möchten“, sagt der Vorsitzende, der gleichzeitig der Altherrenschaft und dem Verein vorsteht. Er selbst habe im Verein „Geborgenheit und Sicherheit“ gefunden; dies will er nun auch den jüngeren Mitgliedern vermitteln. Das Lebensbund-Prinzip sei auch heute noch erfolgreich. Das bestätigt auch der Aktiven-Vorsitzende Roman Früh: „Junge Leute wie mich begeistert am Lebensbund, dass man zusammen eine ganz tolle Gemeinschaft bildet. Wenn man das genossen hat, möchte man das auch weitergeben“, sagt Früh. Die Rudergemeinschaft hat aktuell 230 Mitglieder und wächst stetig.

Christian Link

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