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Nord Studentenkneipe feiert 60. Semester
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Studentenkneipe feiert 60. Semester
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11:57 11.11.2010
Die Inhaber des „Was nun?“ Conny Zeisberg und Jürgen Frede haben Grund zum feiern. Quelle: Geils-Heim

Zehn Studenten waren es, die einst in ihrem Nebenjob ihr eigener Herr sein wollten. Mitten in der Nordstadt eröffneten sie 1980 gemeinsam eine Kneipe. Von der Gastronomie hatten die künftigen Germanisten und Sozialwissenschaftler alle keine Ahnung. Etwas erschrocken über den eigenen Mut fragten sie sich „Was nun?“ und hatten damit auch gleich den Namen für das Lokal. Aus der Nordstädter Kneipenszene ist es längst nicht mehr wegzudenken. Mit einem rauschenden Fest und vielen Stammgästen hat das „Was nun?“ jetzt sein 30-jähriges Bestehen gefeiert.

An der Ecke von Asternstraße und Am Kleinen Felde hatten die Studenten das ehemalige „Asternstübchen“ entdeckt. Conny Zeisberg – bis heute die Seele im „Was nun?“ – musste damals noch einen Verlobten vorweisen, damit sie gegenüber der Brauerei als seriöse Geschäftsfrau galt. 35.000 Mark kostete die Übernahme. Finanzielle Unterstützung kam von den vielen Verwandten der Gründertruppe, und danach ging es mit vereinten Kräften ans Renovieren.

An der Uni und in der Nachbarschaft sprach es sich bald herum, dass es im „Was nun?“ noch deftige Hausmannskost zu erschwinglichen Preisen gibt, von der Roulade bis zum Gulasch. Ob Kochen, Kellnern oder Töpfe schrubben – alle haben voneinander gelernt und waren bald ein eingespieltes Team. „Einmal haben wir sogar einen Betriebsausflug gemacht, zu einer Demo gegen das Atomkraftwerk in Brokdorf“, erinnert sich Rolf Siedenberg aus der früheren Kneipenmannschaft.

Aber noch in den achtziger Jahren kam ein Einschnitt. Das Studium war vorbei, und die meisten aus dem Team gingen in den Beruf. Conny Zeisberg und ihr Freund Jürgen Frede aber entschlossen sich, die Kneipe mit Hilfe von Angestellten weiterzuführen. Für manche Gäste des „Was nun?“ ist das Lokal längst eine Art zweites Wohnzimmer geworden. Wirt und Wirtin freuen sich ansonsten über das bunt gemischte Publikum, das sich hier die Woche über einfindet. Im „Was nun?“ ist man schnell per Du. Studenten kommen hierher, ganz „normale“ Anwohner und am frühen Abend auch Familien mit Kindern. „Wir sind eben ein echtes Stück Nordstadt“, sagt Zeisberg.

In seiner Atmosphäre ist das „Was nun?“ weder ein Neon-Café noch Opas Kneipe hinter Butzenscheiben. Lärmende Spielautomaten wurden von Anfang an verbannt; liebevoll gepflegt werden hingegen Sitzecken und Tresen aus den fünfziger Jahren. Eben diese Mischung ist es, die offenbar vielen Stammgästen gefällt: Zum 30. Geburtstag des „Was nun?“ schenkten sie den Betreibern eine Werbung auf einem Bus der Linie 100 / 200, der unter anderem durch die Nordstadt rollt.

Gerda Valentin

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