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Trifft Bahn Mitschuld am Stromunfall?

Nordstadt Trifft Bahn Mitschuld am Stromunfall?

Die Deutsche Bahn (DB) trifft möglicherweise eine Mitschuld an dem tödlichen Stromschlagunfall am Nordbahnhof. Vor knapp zwei Wochen waren zwei Mitarbeiter einer Glasfirma bei Sanierungsarbeiten am Bahnhofsgebäude mit ihrer Aluminiumleiter in die Oberleitung gekommen und getötet worden.

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Unbekannter überfällt Taxifahrer

Bei einem Stromunfall am Nordstadtbahnhof starben am 16. Juli zwei Arbeiter einer Glasfirma.

Quelle: Christian Elsner

Nordstadt. Nach Informationen der HAZ, die von der Polizei und der Bahn inzwischen bestätigt wurden, waren zwei Sicherheitsmitarbeiter der Bahn eigens für die Baustelle am Nordbahnhof abgestellt worden.

Auch am Tag des Unglücks waren die  beiden Posten nach Erkenntnissen der Polizei am Bahnhof, um mit Tröten vor einfahrenden Zügen zu warnen. Doch offenbar haben sie sich zum Zeitpunkt des Unglücks nicht in der Nähe der Arbeiter aufgehalten. Anderenfalls nämlich hätte die Polizei mindestens zwei Augenzeugen des tragischen Arbeitsunfalls gehabt und ihre Ermittlungen möglicherweise längst zum Abschluss bringen können. Bislang haben die Fahnder stets mitgeteilt, dass niemand den Unfall beobachtet hat und sie dringend auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen sind.

Bei einem Unfall am Bahnhof Hannover-Nordstadt sind im Juli 2012 zwei Reinigungsarbeiter ums Leben gekommen.

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Die Polizei versucht nun herauszufinden, wo sich die beiden Sicherheitsposten am Nachmittag des 16. Juli aufhielten, als es zu den tödlichen Stromstößen kam. Außerdem müssen die Beamten klären, welche Aufgaben die beiden DB-Mitarbeiter vor Ort hatten. Möglicherweise hätten sie auch darauf achten müssen, dass die Arbeiter bei der Sanierung des Bahnhofs den Sicherheitsabstand zu der gefährlichen Oberleitung wahren. Die Deutsche Bahn möchte zu den genauen Aufgaben der beiden Männer an der Baustelle des Nordbahnhofs mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben machen. „Das liegt jetzt alles in der Hand der Polizei“, sagt ein Unternehmenssprecher.

Auch bei den übrigen Behörden, die mit der Aufarbeitung des Falls befasst sind, gehen die Arbeiten nur langsam voran. „Bisher haben wir noch keine Ergebnisse, die wir öffentlich kommunizieren können“, teilt das Eisenbahnbundesamt mit. Um die Frage der Haftung klären zu können, arbeite man eng mit dem Gewerbeaufsichtsamt zusammen. Auch bei der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG), die als gesetzliche Unfallversicherung mit dem Unglück befasst ist, liegen derzeit noch keine Ergebnisse vor. „Die Unfalluntersuchungen laufen noch“, teilt die Versicherung mit.

Die Sanierungsarbeiten am sogenannten Blauen Bahnhof liegen seit dem Unfall auf Eis. Wie lange der verhängte Baustopp dauern wird, ist unklar. Der Bahnhof wurde 1996 und 1997 nach den Plänen von Hansjörg Göritz von der Firma Glas Hoffmann aus Peine an der für die Expo neu gebauten S-Bahn-Strecke errichtet. Das Bahnhofsgebäude wurde in blau gefärbtem Sichtbeton und blauen Glassteinen erbaut. Da ein Teil der Steine inzwischen beschmiert oder beschädigt war, musste das Gebäude in diesem Jahr erstmals saniert werden.

Die Arbeiter hatten den Auftrag, eine neue Schutzschicht auf die Glasbausteine aufzutragen. Anschließend musste das Gebäude gereinigt werden. Das Unglück passierte, als die beiden 21 und 45 Jahre alten Männer mit Arbeiten an einer Seitenwand des Bahnhofsgebäudes beschäftigt waren.

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Ursache weiter unklar
Bei dem Unglück stürzten am Montag zwei Arbeiter einer Reinigungsfirma in eine Oberleitung. Der Bahnhof Nordstadt war für mehrere Stunden gesperrt.

Nach dem tragischen Unfall, der sich am Montag am Bahnhof Nordtstadt ereignete, überprüft die Deutsche Bahn ihre Sicherheitsvorschriften. Derweil ist weiter unklar, wie es zu dem Unglück kommen konnte.

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