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Überfall auf NP-Markt: Fahndung mit Bild geplant

21-Jähriger erschossen Überfall auf NP-Markt: Fahndung mit Bild geplant

Nach dem Raubüberfall auf einen NP-Supermarkt in Stöcken, bei dem am Donnerstag ein 21 Jahre alter Mann getötet worden ist, ist der Täter weiter auf der Flucht. Die Polizei suchte mit Spürhunden nach dem Täter – bislang vergeblich. Nun wollen die Ermittler mit einem Phantombild nach dem Mann fahnden.

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Bei einem Überfall auf den NP-Markt an der Weizenfeldstraße in Stöcken ist ein Mann getötet worden.

Quelle: Elsner

Stöcken. Stöcken steht unter Schock: Einen Tag nach dem tödlichen Raubüberfall im NP-Markt in der Weizenfeldstraße legen immer wieder Passanten Kerzen, Blumen und Karten vor den verhängten Schiebetüren des Discounters ab. Währenddessen such die Kriminalpolizei im inneren der ehemaligen Lagerhalle weiter nach Spuren, die zum Täter führen könnten. Der wahrscheinlich noch immer bewaffnete Mann ist auf der Flucht. „Wir haben das Material aus den Überwachungskameras im Supermarkt gesichtet und werden in den kommenden Tagen mit einem Bild daraus öffentlich nach dem Täter fahnden“, sagte Polizeisprecherin Jenny Mitschke.

Im Handgemenge löst sich der Schuss

Der Überfall ereignete sich am Donnerstagabend kurz vor Ladenschluss, gegen 20 Uhr. Der Räuber betrat den Supermarkt und bedrohte die 51 Jahre alte Kassiererin mit einer Schusswaffe. Er forderte sie auf, ihm Geld aus der Kasse zu geben. Die Frau tat dies und übergab dem Räuber eine unbekannte Summe. In diesem Moment betrat ein Kunde den Supermarkt. Nach Angaben der Polizei sah er die Szene und wollte eingreifen. Dabei kam es zu einem Handgemenge, bei dem sich ein Schuss löste, der den Mann tödlich verletzte.

Zur selben Zeit betrat ein weiterer Kunde den Supermarkt. Laut Polizei traf ihn eine Kugel ins Bein. Der 29-Jährige wurde schwer verletzt, schwebt aber nicht in Lebensgefahr. Rettungssanitäter brachten ihn zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Unklar ist bislang, ob ein zweiter Schuss fiel oder der zweite Kunde von derselben Kugel getroffen wurde, die den anderen Mann zuvor getötet hatte.

Nach dem tödlichen Überfall auf einen Supermarkt in Hannover Stöcken, stellen Trauernde Kerzen vor die Eingangstür.

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Der Täter flüchtete anschließend mit der Beute auf einem Fahrrad. Möglicherweise trägt er die Schusswaffe noch bei sich. Eine Fahndung verlief bislang ohne Erfolg. Der Täter soll etwa 40 Jahre alt und 1,60 Meter groß sein, von stämmiger bis pummeliger Statur, rotblonde, kurze Haare tragen und einen osteuropäischen Akzent sprechen. Zur Tatzeit trug er nach Angaben der Polizei eine rostbraune Jacke. Die Polizei suchte mit speziell ausgebildeten „Mantrailer“-Spürhunden nach dem Flüchtigen.

Zum Tatzeitpunkt befanden sich neben der Kassiererin noch zwei Kundinnen im Alter von 42 und 14 Jahren in dem Supermarkt. Eine 24-jährige Mitarbeiterin hielt sich in einem hinteren Raum auf. Die Frauen wurden am Abend von Seelsorgern betreut.

Tödlicher Überfall auf Supermarkt in Stöcken.

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Zur Spurensicherung nutzten die Polizisten auch eine spezielle Kamera, mit der sie im Supermarkt und auch vor dem Supermarkt 360-Grad-Aufnahmen anfertigten. Diese Aufnahmen sollen zur Beweissicherung beitragen.

Schaulustige versammeln sich vor Supermarkt

Vor dem Supermarkt versammelten sich am Abend immer mehr Schaulustige, vor allem junge Männer. Der Kriminaldauerdienst hängte die Fenster und die Türen des Supermarktes mit Plastikplanen ab. Der 29-jährige Daniel C., der in der Nachbarschaft wohnt, hatte 15 Minuten vor dem Überfall noch in dem Markt eingekauft und nichts Auffälliges bemerkt. Wieder zu Hause sah er die Polizeiautos. Bislang habe sie sich in der Gegend immer sicher gefühlt, berichtet seine Freundin Inga B.. Die 27-Jährige gehe sonst häufiger nach Feierabend noch schnell in den Supermarkt an der Weizenfeldstraße. Die Straße blieb am Abend zunächt gesperrt, die Zufahrt über die Alte Stöckener Straße war nicht möglich.

Tödliche Schüsse im Juni 2012

Zuletzt waren in Hannover im Juni 2012 tödliche Schüsse gefallen. Damals schoss ein  32-Jähriger am frühen Morgen vor einer Diskothek in der Goseriede auf einen Nebenbuhler, nachdem beide in der Disko aneinandergeraten waren. Das Opfer hatte gerade versucht, auf der Rückbank eines Autos zu fliehen und wurde von einer Kugel getroffen. Der Täter wurde 2013 zu sieben Jahren Haft verurteilt.

ska/med/mhu

 

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