Bisher ist es nicht gelungen, einen Tieflader zu organisieren, der für eine derart tonnenschwere Last ausgelegt ist und das Wrack auf einen der Betriebshöfe transportieren könnte. „Alle Tieflader in dieser Größenordnung sind im Einsatz, um Bahnen aus ganz Europa als Ausstellungsstücke nach Berlin zu bringen“, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek. In der Hauptstadt findet in diesem Monat die InnoTrans statt, eine große Messe für Verkehrstechnik. Zunächst hatte die Üstra damit gerechnet, dass die Strecke bereits im Laufe des Dienstags geräumt werden würde. Am späten Mittwochabend soll der Abtransport beginnen. „Eine Spedition in Hamburg hat uns einen Tieflader in Aussicht gestellt“, sagt Iwannek. Wenn alles reibungslos verläuft, soll die Linie 4 am Donnerstag wieder nach Plan fahren.
Der 22-jährige Fahrer der Stadtbahn war bei dem Zusammenstoß mit einem Lkw am Montag schwer verletzt worden. Er liegt in der Medizinischen Hochschule Hannover und wurde am Dienstag erneut an den Beinen operiert. Acht Fahrgäste erlitten leichtere Verletzungen.
Unklar ist weiterhin, wie es überhaupt zu dem Unfall kommen konnte. Der 46-jährige Lkw-Fahrer war mit seinem 40-Tonner vor die herannahende Bahn gefahren, als er vom Jädekamp auf den Zubringer zur A 2 abbiegen wollte. Der Verkehrsunfalldienst der Polizei wird nun die Software der Ampelanlage auswerten, um zu prüfen, ob es möglicherweise einen Defekt gab.
Auf der Strecke zwischen Roderbruch und Garbsen mussten Pendler am Dienstag den zweiten Tag in Folge von der Bahn in den Ersatzbus wechseln. Die Busse fahren im Zehnminutentakt zwischen der Haltestelle „Bahnhof Leinhausen“ und dem Endpunkt in Garbsen. Vor allem während der Stoßzeiten wurde es am Dienstag eng. Die Linie 4 führt unter anderem an der großen Park-and-ride-Anlage in Marienwerder vorbei. Hunderte Arbeitnehmer lassen dort jeden Morgen ihr Auto stehen und steigen in die Linie 4 in Richtung Innenstadt. „Wir haben zehn Busse im Einsatz, damit der Ersatzverkehr gut läuft“, sagt Üstra-Sprecher Iwannek. Naturgemäß sei es in den vollen Fahrzeugen nicht so komfortabel wie in einer Stadtbahn. Üstra-Kunden sollten zudem längere Fahrzeiten einkalkulieren. „Von Garbsen aus habe ich 15 Minuten länger nach Hannover gebraucht als üblich“, berichtete eine Berufspendlerin am Dienstag.
Inzwischen hat die Üstra einen Service für gehbehinderte Personen eingerichtet. Sie können bereits an der Haltestelle „Herrenhäuser Gärten“ in einen Taxibus umsteigen, da es an der Haltestelle „Bahnhof Leinhausen“ keinen Hochbahnsteig gibt. Informationen dazu gibt es an den Infosäulen der Haltestellen.
Vivien-Marie Drews und Julia Fischer
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